Folge 5: Australien & Antarktis – Die große Scheidung im Eis


​Wenn wir heute an die Antarktis denken, sehen wir unendliches Weiß. Denken wir an Australien, sehen wir rote Wüsten. Doch das war nicht immer so. Diese beiden Kontinente waren die letzten "besten Freunde", die sich vom alten Superkontinent Gondwana lösten.

​Geologie: Die Isolation am Ende der Welt
​Vor etwa 50 Millionen Jahren passierte etwas Entscheidendes: Australien sagte endgültig „Leb wohl“ und driftete nach Norden, während die Antarktis einsam am Südpol zurückblieb.
​Die Entfesselung der Strömung: Solange Australien und Südamerika noch nah an der Antarktis hingen, konnten warme Meeresströmungen die Küsten des Südpols erreichen.
​Der Antarktische Zirkumpolarstrom: Sobald die Seewege (wie die Drake-Passage) weit genug offen waren, entstand eine gewaltige Meeresströmung, die die Antarktis wie ein eiskalter Schutzwall umkreiste. Warme Strömungen wurden ausgesperrt.
​Die Schockgefrierung: Innerhalb geologisch kurzer Zeit verwandelte sich die Antarktis von einem grünen Waldkontinent in eine gigantische Tiefkühltruhe.

​Tierwelt: Beutelratten und versteinerte Wälder
​Was viele nicht wissen: Die Antarktis war einst der „Highway“ für Beuteltiere.
​Australiens Marsupial-Wunder: Die Vorfahren der Kängurus und Koalas wanderten von Südamerika über die damals noch grüne Antarktis nach Australien. Als die Verbindung abriss, war Australien isoliert. Diese Abgeschiedenheit erlaubte es den Beuteltieren, sich ohne Konkurrenz durch Raubtiere aus Eurasien zu entfalten.

​Das grüne Erbe im Eis: Unter den Eismassen der Antarktis finden Forscher heute fossile Farnwälder und Überreste von Dinosauriern. Die Antarktis war ein Paradies, bis die Tektonik sie buchstäblich „kaltstellte“.

​Anpassung im Norden: Während die Antarktis einfror, wanderte Australien in trockenere Breitengrade. Die Tierwelt musste lernen, mit Hitze und Nährstoffmangel klarzukommen – so entstanden die zähen Überlebenskünstler des Outbacks.
​Wussten Sie schon? Australien ist heute der schnellste Kontinent der Erde. Er rast mit etwa 7 cm pro Jahr nach Norden – direkt auf Indonesien und Asien zu. In ein paar Millionen Jahren wird es dort wieder eine gewaltige Kollision geben!

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