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Die beeindruckende Geschichte der Firma Anker Kassen: Von der Nähmaschinenproduktion zum Kassensystem-Pionier

Die Geschichte der Firma Anker ist eine faszinierende Reise durch fast 150 Jahre deutscher Industriegeschichte. Was als kleine Nähmaschinenmanufaktur in Bielefeld begann, entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter von Kassensystemen in Deutschland. Diese Transformation zeigt eindrucksvoll, wie sich Unternehmen über die Jahrzehnte hinweg neu erfinden und an veränderte Marktbedingungen anpassen können. ## Die Anfänge: Von der Nähmaschine zum Industriegiganten (1876-1945) Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1876 zurück, als Carl Schmidt in Bielefeld die "Bielefelder Nähmaschinen Fabrik Carl Schmidt" gründete. Mit gerade einmal 70 Arbeitern und einer 16 PS-Dampfmaschine begann die industrielle Produktion von Nähmaschinen. Der bescheidene Start sollte der Grundstein für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte werden. Schon bald nach der Gründung wurde das Unternehmen in "Anker-Werke" umbenannt - ein Name, der über ein Jahrhundert lang für Qualität und d...

Die Geschichte der Desuma Supermärkte: Ein vergessenes Kapitel des deutschen Einzelhandels

In der vielfältigen Landschaft des deutschen Lebensmittelhandels gab es einst viele regionale Ketten, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Eine dieser Marken war **Desuma** – ein Name, der für viele Menschen, die in den 1980er Jahren ihre Einkäufe erledigten, noch heute nostalgische Erinnerungen weckt. ## Die Anfänge und Eingliederung in größere Strukturen Desuma war Teil eines komplexen Netzwerks von Supermarktketten, das zur **Deutscher Supermarkt Handels GmbH** gehörte. Diese Düsseldorfer Gesellschaft betrieb nicht nur Desuma-Filialen, sondern auch Märkte unter den Namen "Deutscher Supermarkt", "Otto Mess" und "Hill". All diese Marken prägten in den 1970er und 1980er Jahren das Einkaufserlebnis vieler deutscher Verbraucher. ## Die Ära der großen Übernahmen Das Jahr 1988 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte von Desuma. Die **Rewe-Handelsgesellschaft Leibbrand OHG** übernahm die gesamte Deutscher Supermarkt Handels GmbH und damit au...

Stalldorf, ein Umspannwerk und die Frage, wer am Ende wirklich profitiert

Ute Mündlein hat in ihrem neunsieben.digital-Newsletter kürzlich einen Batteriepark in Stalldorf erwähnt, Landkreis Würzburg, 1,63 Hektar, Inbetriebnahme Sommer 2029, garniert mit einer Milchmädchenrechnung zur Stromversorgung von Riedenheim während der Sommerferien. Charmant, wie sie das macht. Ich mag diese Zahlenspiele, sie machen abstrakte Megawattstunden greifbar. Nur: Wer mit mir schon länger unterwegs ist, weiß, dass ich an der Stelle nicht stehenbleibe, wo eine nette Zahl steht. Ich will wissen, warum das Ding dort steht, wo es steht, und warum es so gebaut wird, wie es gebaut wird. Die Rechtsgrundlage, die kaum jemand kennt Der eigentliche Treiber hinter der aktuellen Welle an Großbatteriespeichern neben Umspannwerken ist eine Änderung im Baugesetzbuch, konkret § 35 Abs. 1 Nr. 12 BauGB. Stand-Alone-Speicher gelten seither als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich, wenn sie sich in einem Radius von maximal 200 Metern zu einem Umspannwerk oder Kraftwerk befinden, das Umspannwe...

Die Geschichte der Deutscher Supermarkt Handels GmbH: Ein Kapitel deutscher Handelsgeschichte

Die Deutscher Supermarkt Handels GmbH war ein bedeutender Akteur im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, dessen Geschichte eng mit der Entwicklung der Supermarktkultur in Deutschland verwoben ist. Obwohl das Unternehmen heute nicht mehr unter diesem Namen existiert, spielte es eine wichtige Rolle bei der Etablierung moderner Handelsstrukturen in der Bundesrepublik. ## Ursprünge und internationale Verbindungen Die Deutscher Supermarkt Handels GmbH war eine Tochtergesellschaft der kanadisch-britischen Weston-Gruppe und hatte ihren Sitz in Düsseldorf. Diese internationale Anbindung war charakteristisch für die Zeit, in der ausländische Handelskonzepte und -strukturen Einzug in den deutschen Markt hielten und zur Modernisierung des heimischen Einzelhandels beitrugen. Das Unternehmen betrieb mehrere Supermarktketten unter verschiedenen Markennamen, die in den 1970er und 1980er Jahren in Deutschland bekannt waren: - **Deutscher Supermarkt**: Die namensgebende Hauptmarke - **DeSuMa**: Ein weit...

Die Geschichte von Comet Supermärkten: Eine Reise durch den deutschen Einzelhandel

Viele erinnern sich noch an die Comet Supermärkte – für manche waren sie sogar der erste große Supermarkt, in dem sie als Kind eingekauft haben. Doch was ist aus dieser einst so bekannten Kette geworden? Ihre Geschichte ist eng verknüpft mit den Umbrüchen und Konsolidierungen im deutschen Lebensmittelhandel. Die Blütezeit: Ein norddeutscher Name In den 1990er Jahren waren Comet Supermärkte vor allem in Norddeutschland ein fester Begriff. Sie standen für eine "große Auswahl, aber höhere Preise", was sie von den aufkommenden Discountern unterschied. Comet bot ein breites Sortiment an, das über reine Lebensmittel hinausging und oft auch Haushaltswaren oder Drogerieartikel umfasste. Viele der Märkte waren im Franchise-System organisiert, was bedeutete, dass die jeweiligen Einzelhändler die Logistik und den zentralen Einkauf über einen größeren Verbund nutzten, aber dennoch selbstständig agierten. Teil der Extra-Gruppe und der Metro AG Comet war Teil der Extra-Gruppe, einer Superm...

DIE Wissenschaft hat sich mal wieder geirrt. Zum Glück gibt es sie nicht.

Drei Jahrzehnte lang stand der Satz im Lehrbuch wie in Granit gehauen: FCKW zerstören die Ozonschicht, Punkt, Ende der Debatte, wer etwas anderes behauptet, ist Lobbyist oder Spinner. Jetzt kommt eine neue Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences und sortiert die Geschichte um vier Jahrzehnte nach hinten. Und ausgerechnet die Frau, die 1985 mit ihren eigenen Antarktis-Messungen den FCKW-Konsens erst zementiert hat, ist diejenige, die ihn jetzt selbst aufbohrt. Wer hier reflexhaft „Ozonloch-Lüge“ ruft, hat den Artikel nicht gelesen. Wer reflexhaft „die Wissenschaft hat das doch immer schon gesagt“ ruft, auch nicht. Zur Sache: Nicht FCKW haben die Ozonschicht zuerst angeknabbert, sondern Tetrachlormethan – ein Lösungsmittel, das schon 1914 in amerikanischen Fabriken verdunstete, als noch niemand das Wort Ozonloch kannte. Zwischen 1920 und 1960 war diese Chemikalie der Haupttreiber des menschengemachten Ozonabbaus. Mit der Messtechnik von heute, so die Studie, hätte m...

Atlas: Wenn der Bagger der Kindheit den Besitzer wechselt

Wenn ich als Kind einen Bagger gesehen habe, kam dieser zumeist von einer Firma: Atlas. Das war keine Marke unter vielen, das war schlicht der Bagger an sich – so wie Tempo das Taschentuch war. Jetzt steht genau diese Firma, traditionsreich und mit Hauptsitz im niedersächsischen Ganderkesee, kurz vor dem Verlust ihrer Eigenständigkeit. Käufer ist ausgerechnet ein kanadischer Traktorenhersteller. Buhler Versatile aus Winnipeg, Kanadas einziger Traktorenbauer und Teil der türkischen ASKO-Gruppe, will die insolvente Atlas-Gruppe übernehmen – Werke in Ganderkesee, Delmenhorst und Vechta, dazu das Ersatzteilgeschäft und die Beteiligung an Atlas Cranes UK. Notariell beurkundet wurde der Deal bereits am 11. Juni in Hamburg. Klingt nach einem erledigten Fall. Ist es aber nicht ganz: Laut einem NDR-Bericht vom 23. Juni kann der Käufer noch vom Vertrag zurücktreten, und behördliche Genehmigungen – sprich das Kartellamt – stehen weiterhin aus. Der Preis für die Rettung ist hoch. Von den rund 400 ...

Zementverbrauch auf dem Stand vor dem Zweiten Weltkrieg: Eine Zahl, die man zweimal lesen muss

Manche Zahlen muss man zweimal lesen, weil das Gehirn sich beim ersten Mal weigert, sie zu akzeptieren. Der Verbrauch von Zement in Deutschland liegt derzeit auf dem Niveau vor dem Zweiten Weltkrieg. Nicht sinnbildlich, nicht polemisch zugespitzt – das sagt der Präsident des Bundesverbandes Baustoffe, Dominik von Achten, der nebenbei auch noch den Dax-Konzern Heidelberg Materials führt. Wenn ausgerechnet der Mann an der Spitze des größten deutschen Zementherstellers diese Zahl in den Mund nimmt, ist das kein Lamento aus der zweiten Reihe. Konkret: der Zementverbrauch liegt rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020. Von Achten nennt das Kind beim Namen – keine Stagnation, sondern Rezession. Die Gründe sind dabei wenig überraschend für jeden, der seit über einem Jahrzehnt im Tiefbau und in der Infrastrukturbranche unterwegs ist: hohes Zinsniveau, gestiegene Bau- und Baunebenkosten, ein privater Wohnungsbau, der am Boden liegt, und rückläufige Investitionen sowohl im öffentlichen Infrastr...

VW und die Übernahme-Prognose: Wenn der Patient seine eigene Diagnose verschärft

Sechs von neun Vorstandsmitgliedern halten den eigenen Konzern für existenzgefährdet. Das ist keine Schlagzeile aus einer Boulevardspalte, sondern das Ergebnis einer internen Umfrage bei Volkswagen. Wenn die Führungsetage selbst die Reißleine zieht, lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt nur die Schlagzeile zu konsumieren. Konzernchef Oliver Blume hat das bisherige Geschäftsmodell für überholt erklärt. Greifbar wird das in Zahlen: weltweit rund 50.000 Stellen sollen wegfallen, davon etwa 19.000 in Deutschland bis Ende 2026. Laut Manager Magazin denkt man sogar über bis zu 100.000 Stellen nach – gut 15 Prozent der Belegschaft – sowie über die Schließung von vier deutschen Werken, namentlich Hannover, Zwickau, Emden und Audi Neckarsulm. Dazu eine mögliche Ausgliederung der Kernmarke VW und eine Modellpalette, die von 150 auf unter 100 Fahrzeuge schrumpfen soll. Der Aufsichtsrat berät darüber am 9. Juli. Die Vorzugsaktie ist derweil auf 77,88 Euro gefallen, den tiefsten Stand seit 15 ...

BayWa: Drei Viertel weniger Schulden, zwei Jahre mehr Geduld

Die BayWa war für Bayern lange mehr als ein Konzern – sie war Rückgrat, Symbol und Versorgungsnetz in einem. Lagerhäuser, die zum Ortsbild gehören wie Kirchtürme und Feuerwehrhäuser. Jetzt droht ausgerechnet diesem Traditionsunternehmen der Absturz: hohe Schulden, missglückte Expansion und ein harter Sanierungskurs stellen die Zukunft infrage. Frisch verkündet, quasi noch warm: Der ursprüngliche Plan, bis Ende 2028 finanziell gesundet zu sein, ist Geschichte. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich mit den Gläubigerbanken und den beiden Großaktionären darauf verständigt, dass es nun bis Ende 2030 dauern soll. Macht zwei Jahre Verlängerung, plus die passenden zwei Jahre längere Laufzeit für die Bankkredite. Eine neue Sanierungsvereinbarung soll bis zum Herbst stehen. Man kennt das Prinzip: der Zieltermin wandert mit der Geduld der Beteiligten, nicht mit der Substanz des Problems. Schuld an der neuerlichen Verschiebung ist nicht etwa ein akuter Geldmangel, sondern die Ökostromtochter BayWa ...

Ein Blogbeitrag über Schloss Spielberg und Ernst Steinacker

Die Burg des Künstlers: Eine Reise nach Spielberg Manche Orte sind einfach magisch, und manchmal kreuzen sich unsere Wege mit Menschen, die diese Magie in sich tragen. Für mich ist Schloss Spielberg in der Nähe von Gnotzheim so ein Ort, eng verbunden mit der Erinnerung an einen beeindruckenden Künstler: Ernst Steinacker. Es war eine glückliche Fügung, dass ich ihn während meiner Bundeswehrzeit in der nahegelegenen Hahnenkamm-Kaserne kennenlernen durfte. Inmitten des militärischen Alltags war die Begegnung mit ihm wie ein Fenster zu einer anderen Welt – einer Welt voller Kunst, Geschichte und Lebensfreude. Ernst Steinacker: Der Hüter und Schöpfer Ernst Steinacker war nicht nur der Besitzer von Schloss Spielberg, er war dessen Seele. Als Bildhauer, Maler und Grafiker prägte er den Ort maßgeblich. Man spürt bis heute in jedem Winkel seine Liebe zum Detail und seine tiefe Verbindung zur Kunst. Seine Werke – ob monumentale Skulpturen oder filigrane Zeichnungen – zeugen von einer einzigartig...

Hitze, Kabelschäden und die Frage, die niemand stellt

Seit Samstagnacht reißt es in Fürth die Stromversorgung in schöner Regelmäßigkeit weg – Hardhöhe, Poppenreuth, Ronhof, Südstadt. Fünf Kabelstrecken, zwei Trafostationen, am Ende 15 Mitarbeiter und zwei Tiefbaufirmen im Sondereinsatz. Die infra liefert dazu die erwartbare Erklärung: Hitze. Böden heizen sich auf, Trafostationen auch, an Engstellen mit Kabelhäufung wird die entstehende Wärme nicht mehr abgeführt, und wenn dann noch Umschaltmaßnahmen nötig werden, kippt das Material über seine Belastungsgrenze. Klingt plausibel, ist physikalisch auch nicht falsch – und genau deswegen so bequem. Dann kommentiert Matthias Tafelmeyer, und mit einem einzigen Absatz wird klar, was in der Meldung fehlt. Haben sich die Stromflüsse in den letzten Jahren überhaupt erhöht? Liegt ein Teil des Problems an Rückspeisung durch PV-Anlagen, die in dieser Dichte beim Bau der Leitungen schlicht nicht eingeplant waren? Welches Baujahr haben die betroffenen Mittelspannungskabel, und gibt es Alterungseffekte, d...

Der Mittelatlantische Rücken: Das längste Gebirge der Erde

Tief unter den Wassermassen des Atlantischen Ozeans erstreckt sich eine der beeindruckendsten geologischen Strukturen unseres Planeten – der Mittelatlantische Rücken. Dieses submarine Gebirgssystem durchzieht den gesamten Atlantik von Nord nach Süd und ist mit einer Länge von etwa 65.000 Kilometern das längste Gebirge der Erde. ## Ein Gebirge unter Wasser Der Mittelatlantische Rücken ist Teil des globalen mittelozeanischen Rückensystems, das sich wie eine Naht um den gesamten Erdball zieht. Er verläuft ungefähr in der Mitte des Atlantiks und trennt die amerikanischen Kontinentalplatten von den europäischen und afrikanischen Platten. Die durchschnittliche Tiefe des Rückens liegt bei etwa 2.500 Metern unter dem Meeresspiegel, wobei die höchsten Erhebungen bis an die Meeresoberfläche reichen können. ## Motor der Kontinentaldrift Was den Mittelatlantischen Rücken so faszinierend macht, ist seine Rolle als aktive Plattengrenze. Hier entsteht kontinuierlich neue ozeanische Kruste durch vulka...

Wer Visionen hat, soll zum Mars fliegen

Golem.de hat dieser Tage an das Ende der Space-Shuttle-Ära erinnert und daran, wer in die entstandene Lücke gestoßen ist. Die Antwort ist seit Jahren dieselbe: SpaceX. Anlass genug für ein paar Gedanken, die länger fällig sind als ein Booster-Static-Fire. Der Satz, der nicht sterben will Gerhard Schröder hat 2003 den Satz geprägt, der seitdem jedem entgegenfliegt, der in Deutschland öffentlich über große Pläne spricht: Wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen. Gemeint war damit eigentlich etwas anderes als das, wofür der Satz heute herhalten muss, nämlich Schröders eigene Abgrenzung von blumigen Ankündigungen zugunsten harter Reformarbeit. Trotzdem ist er zum geflügelten Wort für genau jene Haltung geworden, die jede langfristige Idee zuerst auf ihre Förderfähigkeit, Konsensfähigkeit und Restlaufzeit bis zur nächsten Wahl prüft, bevor überhaupt über Inhalte gesprochen wird. Das Ergebnis kennt man aus der Infrastruktur genauso wie aus der Raumfahrt: viele Ausschüsse, viele Pressemitteilu...

Frankenschnellweg: Der Tunnel kommt – Treppenwitz der Geschichte gerade noch abgewendet

Es gibt Themen, die in Nürnberg länger laufen als jede Endlosschleife im Lokalradio. Der Frankenschnellweg ist so ein Thema. Seit mehr als drei Jahrzehnten wird über ihn gestritten, geplant, geklagt, neu geplant und wieder geklagt. Am Sonntag, dem 28. Juni 2026, durften die rund 380.000 Wahlberechtigten der Stadt diesem Ritual ein vorläufiges Ende setzen. Sie haben es getan. Die Mehrheit hat sich für den Ausbau ausgesprochen, für den 1,8 Kilometer langen Tunnel, für die dritte Spur im Westabschnitt, für zusätzliche Lärmschutzwände. Kurz vor 20 Uhr war der Trend laut Wahlamt nicht mehr umkehrbar. Man muss an dieser Stelle nicht so tun, als sei das ein historischer Moment von welthistorischem Rang. Es ist eine Stadt, die nach 30 Jahren endlich eine Entscheidung über eine eigene Stadtautobahn getroffen hat, die seit Jahrzehnten verstopft ist. Aber genau deshalb ist das Ergebnis bemerkenswert. Wäre der Bürgerentscheid gescheitert, hätte sich Nürnberg selbst zum Treppenwitz gemacht: eine St...

Fenster auf, Klima an: Eine Charakterstudie an der eigenen Dummheit

Es gibt Artikel, die brauchen keine große Pointe, weil die Pointe schon in der Existenz des Artikels liegt. „Klimaanlage und Spritverbrauch: Klima an oder Fenster auf?“ von auto motor und sport ist so ein Fall. Der Text selbst ist saubere Handwerksarbeit, mit ADAC-Zahlen unterlegt und im Ergebnis ziemlich unspektakulär: Im Stadtverkehr ist das offene Fenster meist sparsamer, weil der Klimakompressor bei Stop-and-Go mehr arbeitet, als der Motor durch ein bisschen Luftwiderstand verliert. Auf der Autobahn dreht sich das Verhältnis um, weil der Luftwiderstand bei 100 km/h und mehr eine ganz andere Hausnummer ist als die paar Prozent Mehrverbrauch des Kompressors. Macht zusammen die alte Volksweisheit „Stadt: Fenster, Land: Klima“, jetzt halt mit Messwerten unterlegt, weil man diesem Land offenbar nichts mehr ohne Tabelle glaubt. Das eigentlich Bemerkenswerte ist, dass es diesen Artikel überhaupt braucht. Dass eine ganze Nation seit Jahrzehnten im Auto sitzt und sich allen Ernstes fragt, o...

Einsame Giganten im Nordatlantik: Rockall und der geheimnisvolle Hasselwood Rock

Mitten im rauen Nordatlantik, etwa 240 Seemeilen westlich der schottischen Äußeren Hebriden, ragen zwei bemerkenswerte Felsformationen aus den Fluten: Rockall und sein weniger bekannter, aber nicht minder faszinierender Nachbar, der Hasselwood Rock. Diese beiden geologischen Relikte erzählen eine Geschichte von vulkanischen Ursprüngen, menschlichen Abenteuern und tragischen Schicksalen auf hoher See. ## Rockall - Der berühmte Granitkoloss Rockall, ein 27 Meter hoher Granitfelsen, ist zweifellos der bekanntere der beiden Felsen. Seine Existenz ist seit Jahrhunderten dokumentiert, und er hat im Laufe der Zeit sowohl Seefahrer als auch Politiker beschäftigt. Der einsame Fels ist unbewohnbar und bietet kaum Platz für mehr als eine Handvoll Menschen gleichzeitig. Die strategische Bedeutung von Rockall geht weit über seine bescheidenen Dimensionen hinaus. Das Vereinigte Königreich beansprucht den Felsen als Teil seines Hoheitsgebiets und seiner ausschließlichen Wirtschaftszone, ein Anspruch,...

Die Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen: Ein Juwel der Einsamkeit im Atlantik

Stellen Sie sich vor, Sie segeln durch die unendlichen Weiten des Atlantischen Ozeans und plötzlich taucht am Horizont eine kleine Gruppe kahler Felsen auf – wie ein Schiff, das aus dem Nichts erscheint. Willkommen bei den Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, einem der abgelegensten und faszinierendsten Orte unseres Planeten. ## Ein Archipel am Ende der Welt Die Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen (portugiesisch: Arquipélago de São Pedro e São Paulo) liegen etwa 940-960 Kilometer vor der Nordostküste Brasiliens mitten im Atlantik. Diese winzige Inselgruppe besteht aus lediglich fünf kleinen Inseln und neun noch kleineren Felsnadeln, die zusammen eine Gesamtfläche von nur etwa 13.000 Quadratmetern umfassen – das entspricht weniger als zwei Fußballfeldern. Mit ihrer höchsten Erhebung von nur 17 Metern über dem Meeresspiegel wirken diese Felsen wie verloren in der Unendlichkeit des Ozeans. Doch ihr unscheinbares Äußeres täuscht: Wissenschaftlich und strategisch betrachtet handelt es sich um...

Folge 11: Fazit - Die Zukunft der DDR-Brauerei-Tradition

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Zwischen Globalisierung und regionaler Identität Nach zehn Folgen über die Geschichte der DDR-Brauereien ist es Zeit für ein Fazit. Was bleibt von der ostdeutschen Brauereitradition? Welche Lehren können wir aus über 35 Jahren deutscher Einheit ziehen? Und wie sieht die Zukunft für die Marken aus, die den Sprung ins vereinte Deutschland geschafft haben? Die Geschichten, die wir erzählt haben, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Da ist Radeberger, das vom königlich-sächsischen Hoflieferanten zur nationalen Premium-Marke wurde. Köstritzer, das mit seinem Gesundheitsmythos eine profitable Nische besetzt. Wernesgrüner, das durch regionale Verwurzelung alle Krisen überstand. Hasseröder, das den radikalsten Wandel durchlief und heute unter dem Dach des Weltmarktführers steht. Da sind aber auch die stilleren Erfolge wie Freiberger mit seiner 758-jährigen Geschichte, Lübzer mit seiner mecklenburgischen Authenti...

Folge 10: Mahn & Ohlerich - Thüringer Brautradition aus Nordhausen

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Die vergessene Brauerei: Tradition am Rande des Harzes Wenn von den großen DDR-Brauereien die Rede ist, fallen meist die bekannten Namen: Radeberger, Köstritzer, Wernesgrüner. Doch es gab auch die kleineren, die regionalen Brauereien, die weniger Schlagzeilen machten, aber trotzdem wichtige Teile der ostdeutschen Bierkultur waren. Eine von ihnen war Mahn & Ohlerich aus Nordhausen. Die Geschichte dieser Brauerei ist exemplarisch für viele mittlere DDR-Betriebe: Traditionsreiche Anfänge im 19. Jahrhundert, Überleben durch zwei Weltkriege, Verstaatlichung in der DDR, schließlich das Scheitern nach der Wende. Es ist eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von regionaler Verbundenheit und wirtschaftlichen Zwängen, von der Macht der Geschichte und der Härte des Marktes. Nordhausen, am südlichen Rand des Harzes gelegen, war jahrhundertelang für seinen Korn bekannt. Doch auch Bier hatte hier eine lange Tradition....