9. Oktober: Zwei Beben in einer Minute
Soviel zu „meistens folgt nichts“. Einen Tag später hat das Egerbecken nachgelegt, wenn auch noch leiser. Am 9. Oktober registrierte WEBNET zwischen Luby und Markneukirchen zwei Beben im Abstand von einer Minute: um 12:21 Uhr MESZ in 13,1 Kilometern Tiefe und um 12:22 Uhr in 7,9 Kilometern Tiefe, beide mit Magnitude 0,1.
Damit muss ich mich ein Stück korrigieren. Gestern habe ich von zwei getrennten Ereignissen gesprochen, die eher zufällig auf denselben Vormittag fielen. Zwei Beben binnen einer Minute im selben Gebiet sind dagegen kaum noch Zufall, die gehören zusammen. Entweder hat das eine das andere angestoßen, oder es ist derselbe Herdbereich, und die Tiefen streuen bei so winzigen Ereignissen stärker, als die Nachkommastelle vermuten lässt.
An beiden Tagen gab es je ein Beben im üblichen Stockwerk um 8 bis 9 Kilometer und eines deutlich darunter, bei 13 bis 16 Kilometern. Ob dort unten wirklich ein zweites Stockwerk arbeitet oder ob das Ortungsunschärfe ist, lässt sich aus vier Datenpunkten nicht entscheiden.
Gegen die große Aufregung spricht die Richtung der Magnituden: 0,3, dann 0,2, dann zweimal 0,1. Das wird leiser, nicht lauter. Ein Schwarm sähe anders aus, nämlich Dutzende Ereignisse binnen Stunden mit steigender Tendenz, nicht vier in knapp 28 Stunden.
Der Schläfer hat sich also ein zweites Mal umgedreht. Aufgewacht ist er nicht. Ich schaue weiter hin.
Quelle der Bebendaten: IG CAS, WEBNET. Vergleichswert Neujahrsschwarm: LfULG Sachsen, Medieninformation vom 2. Januar 2026.
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