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Es werden Posts vom Juni, 2026 angezeigt.

Ein Blogbeitrag über Schloss Spielberg und Ernst Steinacker

Die Burg des Künstlers: Eine Reise nach Spielberg Manche Orte sind einfach magisch, und manchmal kreuzen sich unsere Wege mit Menschen, die diese Magie in sich tragen. Für mich ist Schloss Spielberg in der Nähe von Gnotzheim so ein Ort, eng verbunden mit der Erinnerung an einen beeindruckenden Künstler: Ernst Steinacker. Es war eine glückliche Fügung, dass ich ihn während meiner Bundeswehrzeit in der nahegelegenen Hahnenkamm-Kaserne kennenlernen durfte. Inmitten des militärischen Alltags war die Begegnung mit ihm wie ein Fenster zu einer anderen Welt – einer Welt voller Kunst, Geschichte und Lebensfreude. Ernst Steinacker: Der Hüter und Schöpfer Ernst Steinacker war nicht nur der Besitzer von Schloss Spielberg, er war dessen Seele. Als Bildhauer, Maler und Grafiker prägte er den Ort maßgeblich. Man spürt bis heute in jedem Winkel seine Liebe zum Detail und seine tiefe Verbindung zur Kunst. Seine Werke – ob monumentale Skulpturen oder filigrane Zeichnungen – zeugen von einer einzigartig...

Hitze, Kabelschäden und die Frage, die niemand stellt

Seit Samstagnacht reißt es in Fürth die Stromversorgung in schöner Regelmäßigkeit weg – Hardhöhe, Poppenreuth, Ronhof, Südstadt. Fünf Kabelstrecken, zwei Trafostationen, am Ende 15 Mitarbeiter und zwei Tiefbaufirmen im Sondereinsatz. Die infra liefert dazu die erwartbare Erklärung: Hitze. Böden heizen sich auf, Trafostationen auch, an Engstellen mit Kabelhäufung wird die entstehende Wärme nicht mehr abgeführt, und wenn dann noch Umschaltmaßnahmen nötig werden, kippt das Material über seine Belastungsgrenze. Klingt plausibel, ist physikalisch auch nicht falsch – und genau deswegen so bequem. Dann kommentiert Matthias Tafelmeyer, und mit einem einzigen Absatz wird klar, was in der Meldung fehlt. Haben sich die Stromflüsse in den letzten Jahren überhaupt erhöht? Liegt ein Teil des Problems an Rückspeisung durch PV-Anlagen, die in dieser Dichte beim Bau der Leitungen schlicht nicht eingeplant waren? Welches Baujahr haben die betroffenen Mittelspannungskabel, und gibt es Alterungseffekte, d...

Der Mittelatlantische Rücken: Das längste Gebirge der Erde

Tief unter den Wassermassen des Atlantischen Ozeans erstreckt sich eine der beeindruckendsten geologischen Strukturen unseres Planeten – der Mittelatlantische Rücken. Dieses submarine Gebirgssystem durchzieht den gesamten Atlantik von Nord nach Süd und ist mit einer Länge von etwa 65.000 Kilometern das längste Gebirge der Erde. ## Ein Gebirge unter Wasser Der Mittelatlantische Rücken ist Teil des globalen mittelozeanischen Rückensystems, das sich wie eine Naht um den gesamten Erdball zieht. Er verläuft ungefähr in der Mitte des Atlantiks und trennt die amerikanischen Kontinentalplatten von den europäischen und afrikanischen Platten. Die durchschnittliche Tiefe des Rückens liegt bei etwa 2.500 Metern unter dem Meeresspiegel, wobei die höchsten Erhebungen bis an die Meeresoberfläche reichen können. ## Motor der Kontinentaldrift Was den Mittelatlantischen Rücken so faszinierend macht, ist seine Rolle als aktive Plattengrenze. Hier entsteht kontinuierlich neue ozeanische Kruste durch vulka...

Wer Visionen hat, soll zum Mars fliegen

Golem.de hat dieser Tage an das Ende der Space-Shuttle-Ära erinnert und daran, wer in die entstandene Lücke gestoßen ist. Die Antwort ist seit Jahren dieselbe: SpaceX. Anlass genug für ein paar Gedanken, die länger fällig sind als ein Booster-Static-Fire. Der Satz, der nicht sterben will Gerhard Schröder hat 2003 den Satz geprägt, der seitdem jedem entgegenfliegt, der in Deutschland öffentlich über große Pläne spricht: Wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen. Gemeint war damit eigentlich etwas anderes als das, wofür der Satz heute herhalten muss, nämlich Schröders eigene Abgrenzung von blumigen Ankündigungen zugunsten harter Reformarbeit. Trotzdem ist er zum geflügelten Wort für genau jene Haltung geworden, die jede langfristige Idee zuerst auf ihre Förderfähigkeit, Konsensfähigkeit und Restlaufzeit bis zur nächsten Wahl prüft, bevor überhaupt über Inhalte gesprochen wird. Das Ergebnis kennt man aus der Infrastruktur genauso wie aus der Raumfahrt: viele Ausschüsse, viele Pressemitteilu...

Frankenschnellweg: Der Tunnel kommt – Treppenwitz der Geschichte gerade noch abgewendet

Es gibt Themen, die in Nürnberg länger laufen als jede Endlosschleife im Lokalradio. Der Frankenschnellweg ist so ein Thema. Seit mehr als drei Jahrzehnten wird über ihn gestritten, geplant, geklagt, neu geplant und wieder geklagt. Am Sonntag, dem 28. Juni 2026, durften die rund 380.000 Wahlberechtigten der Stadt diesem Ritual ein vorläufiges Ende setzen. Sie haben es getan. Die Mehrheit hat sich für den Ausbau ausgesprochen, für den 1,8 Kilometer langen Tunnel, für die dritte Spur im Westabschnitt, für zusätzliche Lärmschutzwände. Kurz vor 20 Uhr war der Trend laut Wahlamt nicht mehr umkehrbar. Man muss an dieser Stelle nicht so tun, als sei das ein historischer Moment von welthistorischem Rang. Es ist eine Stadt, die nach 30 Jahren endlich eine Entscheidung über eine eigene Stadtautobahn getroffen hat, die seit Jahrzehnten verstopft ist. Aber genau deshalb ist das Ergebnis bemerkenswert. Wäre der Bürgerentscheid gescheitert, hätte sich Nürnberg selbst zum Treppenwitz gemacht: eine St...

Fenster auf, Klima an: Eine Charakterstudie an der eigenen Dummheit

Es gibt Artikel, die brauchen keine große Pointe, weil die Pointe schon in der Existenz des Artikels liegt. „Klimaanlage und Spritverbrauch: Klima an oder Fenster auf?“ von auto motor und sport ist so ein Fall. Der Text selbst ist saubere Handwerksarbeit, mit ADAC-Zahlen unterlegt und im Ergebnis ziemlich unspektakulär: Im Stadtverkehr ist das offene Fenster meist sparsamer, weil der Klimakompressor bei Stop-and-Go mehr arbeitet, als der Motor durch ein bisschen Luftwiderstand verliert. Auf der Autobahn dreht sich das Verhältnis um, weil der Luftwiderstand bei 100 km/h und mehr eine ganz andere Hausnummer ist als die paar Prozent Mehrverbrauch des Kompressors. Macht zusammen die alte Volksweisheit „Stadt: Fenster, Land: Klima“, jetzt halt mit Messwerten unterlegt, weil man diesem Land offenbar nichts mehr ohne Tabelle glaubt. Das eigentlich Bemerkenswerte ist, dass es diesen Artikel überhaupt braucht. Dass eine ganze Nation seit Jahrzehnten im Auto sitzt und sich allen Ernstes fragt, o...

Einsame Giganten im Nordatlantik: Rockall und der geheimnisvolle Hasselwood Rock

Mitten im rauen Nordatlantik, etwa 240 Seemeilen westlich der schottischen Äußeren Hebriden, ragen zwei bemerkenswerte Felsformationen aus den Fluten: Rockall und sein weniger bekannter, aber nicht minder faszinierender Nachbar, der Hasselwood Rock. Diese beiden geologischen Relikte erzählen eine Geschichte von vulkanischen Ursprüngen, menschlichen Abenteuern und tragischen Schicksalen auf hoher See. ## Rockall - Der berühmte Granitkoloss Rockall, ein 27 Meter hoher Granitfelsen, ist zweifellos der bekanntere der beiden Felsen. Seine Existenz ist seit Jahrhunderten dokumentiert, und er hat im Laufe der Zeit sowohl Seefahrer als auch Politiker beschäftigt. Der einsame Fels ist unbewohnbar und bietet kaum Platz für mehr als eine Handvoll Menschen gleichzeitig. Die strategische Bedeutung von Rockall geht weit über seine bescheidenen Dimensionen hinaus. Das Vereinigte Königreich beansprucht den Felsen als Teil seines Hoheitsgebiets und seiner ausschließlichen Wirtschaftszone, ein Anspruch,...

Die Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen: Ein Juwel der Einsamkeit im Atlantik

Stellen Sie sich vor, Sie segeln durch die unendlichen Weiten des Atlantischen Ozeans und plötzlich taucht am Horizont eine kleine Gruppe kahler Felsen auf – wie ein Schiff, das aus dem Nichts erscheint. Willkommen bei den Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, einem der abgelegensten und faszinierendsten Orte unseres Planeten. ## Ein Archipel am Ende der Welt Die Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen (portugiesisch: Arquipélago de São Pedro e São Paulo) liegen etwa 940-960 Kilometer vor der Nordostküste Brasiliens mitten im Atlantik. Diese winzige Inselgruppe besteht aus lediglich fünf kleinen Inseln und neun noch kleineren Felsnadeln, die zusammen eine Gesamtfläche von nur etwa 13.000 Quadratmetern umfassen – das entspricht weniger als zwei Fußballfeldern. Mit ihrer höchsten Erhebung von nur 17 Metern über dem Meeresspiegel wirken diese Felsen wie verloren in der Unendlichkeit des Ozeans. Doch ihr unscheinbares Äußeres täuscht: Wissenschaftlich und strategisch betrachtet handelt es sich um...

Folge 11: Fazit - Die Zukunft der DDR-Brauerei-Tradition

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Zwischen Globalisierung und regionaler Identität Nach zehn Folgen über die Geschichte der DDR-Brauereien ist es Zeit für ein Fazit. Was bleibt von der ostdeutschen Brauereitradition? Welche Lehren können wir aus über 35 Jahren deutscher Einheit ziehen? Und wie sieht die Zukunft für die Marken aus, die den Sprung ins vereinte Deutschland geschafft haben? Die Geschichten, die wir erzählt haben, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Da ist Radeberger, das vom königlich-sächsischen Hoflieferanten zur nationalen Premium-Marke wurde. Köstritzer, das mit seinem Gesundheitsmythos eine profitable Nische besetzt. Wernesgrüner, das durch regionale Verwurzelung alle Krisen überstand. Hasseröder, das den radikalsten Wandel durchlief und heute unter dem Dach des Weltmarktführers steht. Da sind aber auch die stilleren Erfolge wie Freiberger mit seiner 758-jährigen Geschichte, Lübzer mit seiner mecklenburgischen Authenti...

Folge 10: Mahn & Ohlerich - Thüringer Brautradition aus Nordhausen

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Die vergessene Brauerei: Tradition am Rande des Harzes Wenn von den großen DDR-Brauereien die Rede ist, fallen meist die bekannten Namen: Radeberger, Köstritzer, Wernesgrüner. Doch es gab auch die kleineren, die regionalen Brauereien, die weniger Schlagzeilen machten, aber trotzdem wichtige Teile der ostdeutschen Bierkultur waren. Eine von ihnen war Mahn & Ohlerich aus Nordhausen. Die Geschichte dieser Brauerei ist exemplarisch für viele mittlere DDR-Betriebe: Traditionsreiche Anfänge im 19. Jahrhundert, Überleben durch zwei Weltkriege, Verstaatlichung in der DDR, schließlich das Scheitern nach der Wende. Es ist eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von regionaler Verbundenheit und wirtschaftlichen Zwängen, von der Macht der Geschichte und der Härte des Marktes. Nordhausen, am südlichen Rand des Harzes gelegen, war jahrhundertelang für seinen Korn bekannt. Doch auch Bier hatte hier eine lange Tradition....

Folge 9: Rostocker Brauerei - Hansestadt-Bier an der Ostsee

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Meereswind und Brauereikultur: Die Hansestadt und ihr Bier Rostock – die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, Hansestadt mit jahrhundertelanger Tradition, Tor zur Ostsee und Heimat einer der bewegtesten Brauereigeschichten Norddeutslands. Die Rostocker Brauerei verkörpert wie kaum eine andere das Auf und Ab der deutschen Brauwirtschaft: Von mittelalterlichen Anfängen über hanseatische Blütezeiten, durch die Wirren der DDR-Planwirtschaft bis hin zu den turbulenten Jahren nach der Wende. Was die Rostocker Brauerei besonders macht, ist ihre maritime Prägung. Hier, wo die Warnow in die Ostsee mündet, wo Seeleute aus aller Welt anlegten und hanseatischer Fernhandel betrieben wurde, entstand ein Bier mit nordischem Charakter. Ein Bier für Menschen, die den weiten Horizont gewohnt sind, die salzige Luft und rauen Wind. Die Geschichte dieser Brauerei ist eine Geschichte der Extreme: von glanzvoller Hansezeit bis zu...

Folge 8: Lübzer Brauerei - Mecklenburger Tradition

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Zwischen Seen und Feldern: Das norddeutsche Original "Lübzer - Natürlich aus Mecklenburg." Dieser Slogan bringt auf den Punkt, was die Brauerei aus dem kleinen mecklenburgischen Städtchen Lübz auszeichnet: die tiefe Verwurzelung in einer Landschaft, die wie geschaffen scheint für ein besonderes Bier. Zwischen den Mecklenburger Seen, umgeben von weiten Feldern und unter dem weiten norddeutschen Himmel, entsteht seit 1877 ein Bier, das den Charakter seiner Heimat widerspiegelt. Die Geschichte der Lübzer Brauerei ist die Geschichte eines Underdog. Keine königlichen Privilegien wie bei Radeberger, kein jahrhundertealter Ruhm wie bei Freiberger, keine internationale Ausstrahlung wie bei Hasseröder. Stattdessen die Geschichte einer Brauerei, die sich durch alle Wirren der deutschen Geschichte gekämpft hat, die mehrfach vor dem Aus stand und trotzdem überlebt hat. Heute ist Lübzer eine der erfolgreichsten...