Das schwarze Gold: Kaffee-Kultur in Ost und West*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 2*
"Mischung macht's" warb der VEB Röstfein in den 1970er Jahren für seinen "Im Nu"-Kaffee. Was die Werbung verschwieg: Die "Mischung" bestand nur zu 51% aus echten Kaffeebohnen, der Rest waren geröstete Erbsen, Bohnen, Roggen und Malz. Gleichzeitig genossen Westdeutsche ihren Jacobs-Kaffee mit dem Slogan "Krönung - für den verwöhnten Geschmack". Zwei Welten, getrennt durch die Berliner Mauer und eine Tasse Kaffee. ## Das Devisenproblem: Warum echter Kaffee Luxus war Kaffee war für die DDR ein doppeltes Problem: Die Bohnen mussten mit harter Währung bezahlt werden, die chronisch knapp war, und sie kamen hauptsächlich aus "kapitalistischen" Ländern wie Brasilien, Kolumbien oder Äthiopien. ### Die harten Zahlen - **Kaffeekonsum DDR 1970:** 2,1 kg pro Person/Jahr - **Kaffeekonsum BRD 1970:** 5,8 kg pro Person/Jahr - **Anteil Bohnenkaffee in DDR-"Kaffee":** oft unter 50% - **Devisenkosten:** 200-300 Millionen Valuta-Mark jährlich...