Exotik aus dem Süden: Orangen, Bananen und die Sehnsucht nach Ferne*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 8 (Finale)*
"Apfelsinen zu Weihnachten!" - Dieser Ruf hallte durch DDR-Haushalte, wenn im Dezember kubanische Orangen in den Läden auftauchten. Gleichzeitig stapelten sich in westdeutschen Supermärkten ganzjährig Berge von Chiquita-Bananen und spanischen Orangen. Südfrüchte wurden zum Symbol der deutschen Teilung: Im Westen selbstverständlich verfügbar, im Osten seltene Kostbarkeiten, die Träume von fernen Ländern und besseren Zeiten nährten. Die Geschichte von Orangen und Bananen in geteiltem Deutschland ist eine Geschichte von Handel und Ideologie, von Planwirtschaft und Weltmarkt, von Mangel und Überfluss. ## Die Ausgangslage: Deutschland entdeckt die Exotik Südfrüchte waren schon vor dem Krieg keine Unbekannten in Deutschland. Wohlhabende Familien kannten italienische Zitronen und südamerikanische Bananen. Aber für die Masse der Bevölkerung blieben sie Luxus - bis das "Wirtschaftswunder" und die sozialistische Planwirtschaft zwei völlig unterschiedliche Wege zu den Früchten...