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Zwei Dachstühle, eine Vermutung: Was die PV-Brände in Polling und Fürth mit Fachkräftemangel zu tun haben könnten

Ein Brand, den ich aus der Nähe gesehen habe Am 29. Mai 2026 brannte der Dachstuhl der Hauptrettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Fürth, Henri-Dunant-Straße. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach. Ich war zufällig vor Ort und habe die Löscharbeiten mitbekommen. Die Polizei geht von einem Schaden im niedrigen sechsstelligen Bereich aus. Verletzt wurde niemand, das BRK-Personal hatte das Gebäude rechtzeitig verlassen. Schon am Tag selbst war klar, wo der Brandherd lag: im Bereich der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das THW musste in den Tagen danach ein Gerüst an der Fassade errichten, um die beschädigten Module sicher demontieren zu lassen – Folgebrände und herabstürzende Teile sollten vermieden werden. Knapp drei Wochen später, am 20. Juni 2026, brannte in Polling im Landkreis Mühldorf am Inn ebenfalls ein Dachstuhl komplett aus. Schaden bis zu 100.000 Euro, kein Verletzter, laut Polizei ein „mutmaSslicher technischer Defekt“. Hier muss ich ehrlich sein, was Fakt und ...

Folge 5: Hasseröder - Aus dem Harz in die Welt

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Von der Harzperle zum globalen Player "Hasseröder – Ein Bier wie du." Dieser Slogan aus den 2000er Jahren sollte Nähe schaffen, Authentizität vermitteln. Doch die Geschichte von Hasseröder ist alles andere als eine Geschichte der Nähe – sie ist eine Geschichte der Transformation, der radikalen Wandlung von einer beschaulichen Harzbrauerei zu einer international vermarkteten Marke unter dem Dach des weltgrößten Brauereikonzerns. Keine andere ehemalige DDR-Brauerei hat einen so dramatischen Wandel durchlebt wie Hasseröder. Aus dem regionalen Bier für die Arbeiter der Harzregion wurde eine Premium-Marke mit aggressivem Marketing und internationaler Ausstrahlung. Eine Geschichte, die zeigt, wie Globalisierung funktioniert – mit allen Chancen und Risiken. Wernigerode, die bunte Stadt am Harz, ist heute vor allem als Tourismusmagnet bekannt. Doch für die Biergeschichte ist sie bedeutsam als Heimat einer ...

Folge 4: Wernesgrüner - Tradition aus dem Vogtland

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Eine Legende lebt: Das vogtländische Original "Wernesgrüner – Eine Legende lebt." Mit diesem Slogan wirbt die Brauerei heute für ihr Bier. Doch diese Legende hätte beinahe nicht überlebt. Die Geschichte von Wernesgrüner ist eine Geschichte des Durchhaltens gegen alle Widerstände, des Beharrens auf Qualität in schwierigen Zeiten und der Rückbesinnung auf regionale Wurzeln in einer globalisierten Welt. Im Dreiländereck zwischen Sachsen, Bayern und Böhmen, wo sich die Kulturen mischen und die Grenzen fließend sind, liegt Wernesgrün. Ein Ort, der ohne seine Brauerei vermutlich nie über die Regionalgrenzen hinaus bekannt geworden wäre. Doch das Bier aus dem kleinen vogtländischen Dorf schaffte es, sich gegen alle Widrigkeiten zu behaupten – durch die Wirren der deutschen Geschichte, durch die Planwirtschaft der DDR und durch die Herausforderungen der Marktwirtschaft. Heute ist Wernesgrüner ein Paradebei...

Bauwesen trifft KI: Was vom ConStructAI Hackathon der THWS hängen bleibt

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt hat mit „Bauwesen trifft KI“ zu einem Hackathon eingeladen, dessen Titel ConStructAI lautete. Ich war dabei. Vorweg die ehrliche Einordnung: Für mich als Mann des Tiefbaus und der Telekommunikationsinfrastruktur war die Veranstaltung nicht punktgenau zugeschnitten. Es ging vor allem um Hochbau. Wer Wände hochzieht, Grundrisse plant oder Statik berechnet, war hier deutlich besser bedient als jemand, der Leitungstrassen verlegt. Trotzdem: Wichtiger als die Passgenauigkeit für mein eigenes Tagesgeschäft ist die schlichte Tatsache, dass das Thema jetzt endlich angefangen wird. Künstliche Intelligenz und Bauwesen waren bislang zwei Welten, die sich allenfalls auf Konferenzfolien berührt haben. Dass eine Hochschule das in Form eines Hackathons konkret macht, ist ein Fortschritt, den man nicht kleinreden sollte, auch wenn die erste Ausbaustufe naturgemäß bei dem ansetzt, was am sichtbarsten ist: dem Hochbau. Für meinen Bereich, den Tiefbau und in...

40 Jahre Invisible Touch

  Das Album, an dem sich alles entschied — und das alles richtig gemacht hat Am 6. Juni 1986 erschien in den Vereinigten Staaten das dreizehnte Studioalbum von Genesis. Vier Jahrzehnte später steht fest: Invisible Touch war nicht einfach ein weiteres Album. Es war der Moment, in dem eine Band, die schon mehrmals neu erfunden worden war, ihren eigenen Hochpunkt definierte — kommerziell, handwerklich und als kulturelles Artefakt der Achtziger. Für mich persönlich ist das kein kontroverser Satz. Invisible Touch ist das Genesis-Album. Es ist der Punkt, auf den alles davor hinauslief, und nach dem alles folgerichtig war. Wer das anders sieht, ist herzlich eingeladen, seinen Fall zu machen. Aber er sollte wissen, dass er schlechte Karten hat. Keine Notizen. Keine Vorproduktion. Nur die drei. Das Interessante an Invisible Touch beginnt bereits vor der ersten Note. Die Band kam im Oktober 1985 in ihr eigenes Studio — The Farm in Chiddingfold, Surrey — und brachte buchstäblich ...

Folge 3: Köstritzer Schwarzbier - Das schwarze Gold aus Thüringen

*Eine Blogserie über DDR-Brauereien: Geschichte, Gegenwart und Zukunft* --- ## Malzig, süffig, gesund? Die Legende vom Schwarzbier "Köstritzer macht müde Männer munter" – dieser Werbespruch aus den 1990er Jahren hätte auch aus der DDR stammen können. Denn schon zu sozialistischen Zeiten galt Köstritzer Schwarzbier als besonders gesund, als Aufbaumittel für Schwangere und Rekonvaleszenten, als dunkles Elixier mit fast magischen Kräften. Köstritzer ist mehr als nur ein Bier – es ist ein Phänomen. Keine andere deutsche Biersorte ist so eng mit Gesundheitsmythen verbunden, keine andere hat sich so erfolgreich in einer Nische behauptet. Die Geschichte dieser Brauerei aus dem thüringischen Bad Köstritz ist eine Geschichte des Überlebens: Überleben in der DDR-Planwirtschaft, Überleben im härter werdenden Biermarkt, Überleben durch Besinnung auf das Besondere. Heute ist Köstritzer Deutschlands Schwarzbier Nummer eins. Doch der Weg dorthin war alles andere als gradlinig – er führte du...

Die Umsteigestation Offingen: Mein April-Beitrag, zwei Monate später eingelöst

Manchmal schreibt man etwas, glaubt selbst nicht ganz daran, dass es jemand umsetzt, und dann liest man zwei Monate später eine Pressemitteilung aus dem Landkreis Günzburg. Im April habe ich hier über das Verschwinden der Bahnhofskultur geschrieben – darüber, dass mit jedem geschlossenen Bahnhof nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt verschwindet, sondern ein Stück öffentlicher Raum, ein neutraler Treffpunkt, an dem sich eine Gemeinde noch begegnen konnte. Und ich habe damals vier Dinge vorgeschlagen, die man stattdessen tun könnte: multifunktionale Nutzung der Gebäude, ehrenamtliche Betreuung, regionale Partnerschaften zur Kostenteilung, moderne Technik wie WLAN und zeitgemäße Wartebereiche. In Offingen, Landkreis Günzburg, ist genau das entstanden. Aus dem alten Bahnhofsgebäude direkt am Gleis wurde die „Umsteigestation" – ein Name, der mehr kann als nur Bahnsteig-Funktion zu beschreiben. Coworking-Plätze mit WLAN und Bildschirmarbeitsplätzen für Leute, die kein eigenes Büro brauchen...