re:publica — Das Klassentreffen der Selbsterleuchteten
Berlin lädt jedes Jahr zur größten Selbstbeweihräucherungsveranstaltung des deutschen Digitalbetriebs. Eintrittspreis: Haltung zeigen. Erkenntnisgewinn: fakultativ. Es gibt Veranstaltungen, die existieren, um Probleme zu lösen. Die BAUMA zeigt Maschinen, die wirklich graben. Die IFA zeigt Geräte, die wirklich funktionieren könnten. Und dann gibt es die re:publica in Berlin — eine Veranstaltung, die seit Jahren konsequent demonstriert, dass man für sehr viel Geld sehr wenig sagen und dabei sehr laut klatschen kann. Man könnte es so formulieren: Die re:publica ist die FIBO ohne Muskeln und die Fashion Week ohne Stil. Ein Ort, an dem nicht Ideen, sondern Selbstbilder ausgestellt werden. Wer hingeht, möchte nicht lernen. Wer hingeht, möchte gesehen werden. Am besten von Leuten, die genauso hingefahren sind, um gesehen zu werden. Ein Kreiswichsverein mit Presseakkreditierung ist immer noch ein Kreiswichsverein. Das Publikum ist gut beschreibbar. Es ist der Haufen linker Texter, Berater, Akt...