Kollektivierung vs. Strukturwandel: Die Landwirtschaft in geteiltem Deutschland*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 7*
"Die Erde gehört dem, der sie bearbeitet" - mit diesem sozialistischen Slogan rechtfertigte die DDR 1952 die Zwangskollektivierung ihrer Landwirtschaft. Gleichzeitig warb die junge BRD mit dem Motto "Bauer bleib bei deinem Leisten" um das Vertrauen ihrer Landwirte. Zwei Systeme, zwei Philosophien, aber am Ende dasselbe Ergebnis: Aus kleinen Familienbetrieben wurden Großstrukturen - im Osten durch politischen Zwang, im Westen durch wirtschaftlichen Druck. Die Geschichte der deutschen Landwirtschaft nach 1949 ist eine Parabel über Ideologie, Fortschritt und den Preis der Modernisierung. ## Die Ausgangslage 1949: Bauernland in Trümmern Deutschland war traditionell ein Land kleiner und mittlerer Bauernhöfe. Der Krieg hatte diese Struktur schwer beschädigt, aber nicht zerstört. ### Westdeutschland: Erbe und Neuanfang **Strukturdaten 1949:** - **1,6 Millionen landwirtschaftliche Betriebe** - **Durchschnittsgröße:** 8,1 Hektar - **Eigentumsformen:** 85% Familienbetriebe, 1...