Ende einer Ära: Zirndorf schmeißt die SPD raus — nach nur 80 Jahren
Man muss es einmal in aller Ruhe sacken lassen: Die SPD hat in Zirndorf den Bürgermeisterposten verloren. Den Posten, den sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ununterbrochen besetzt hat. Seit 1945. Seitdem ist so einiges passiert — Wirtschaftswunder, Kalter Krieg, Wiedervereinigung, drei Währungsreformen, die Erfindung des Internets, der Aufstieg und Fall von MySpace, und der komplette Lebenszyklus von mindestens vier Generationen Zirndorfer Bürgerinnen und Bürger. Aber der Bürgermeistersessel im Rathaus? Der war sozialdemokratisch. Verlässlich. Unverrückbar. Wie der Christkindlesmarkt in Nürnberg, nur halt das ganze Jahr. Und jetzt ist er weg. Zugegeben: Acht Jahrzehnte Machtbesitz an der Rathausspitze einer fränkischen Kleinstadt klingen zunächst nach einer beachtlichen Leistung. Bis man sich fragt, ob das nicht eher ein Warnsignal hätte sein sollen. Acht Jahrzehnte ohne Unterbrechung. Man stelle sich vor, ein Unternehmen hätte 80 Jahre lang denselben Lieferanten — nicht weil er ...