Unruhige Nachbarn: Was die Juan-de-Fuca-Platte und das Egerbecken gerade treiben
Es gibt Menschen, die pflegen ihre Freundschaften mit Geburtstagskarten und gelegentlichen Anrufen. Ich pflege meine mit einem Blick auf Erdbebenkataloge. Zwei Bekanntschaften habe ich mir dabei über die Jahre besonders ans Herz gelegt, obwohl beide notorisch schlechte Gesprächspartner sind, weil sie grundsätzlich nur in Magnituden antworten: die Juan-de-Fuca-Platte vor der US-Nordwestküste und, deutlich näher an meiner Haustür, das Egerbecken samt Vogtland. Zeit für ein kleines Update, was die beiden gerade so treiben. Die Juan-de-Fuca-Platte: zerbröselt statt zerbrochen Wer glaubt, eine tektonische Platte verschwinde ordentlich und am Stück im Erdmantel, so wie man es sich beim Blick auf ein Schulbuch-Schaubild vorstellt, der irrt offenbar gewaltig. Neue seismische Bildgebung zeigt, dass die Juan-de-Fuca-Platte beim Abtauchen unter Nordamerika nicht sauber hinabgleitet, sondern in Teile zerreißt. Ein Forscherteam beschreibt das mit einem Bild, das ich mir gut auf ein Sitzungsprot...