Gut. Dann Auf der richtigen Seite des falschen Bogens
Es gibt Nachrichten, die man eigentlich nicht kommentieren müsste, weil sie sich selbst erklären. Und dann gibt es Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob irgendjemand in diesem Land eigentlich zuhört. Der Luftfracht-Boom gehört zur zweiten Kategorie. Die Welt verlagert ihre Lieferketten. Weil die Rote See zur Risikozone geworden ist, weil Suezkanal-Alternativen Zeit kosten, die kein Unternehmen hat, weichen Frachter auf Flugzeuge aus. Das globale Luftfrachtvolumen ist im vergangenen Jahr um gut elf Prozent gewachsen. Luxemburg profitiert. Brüssel profitiert. Lüttich profitiert. Istanbul hat Frankfurt als größten europäischen Luftfracht-Umschlagplatz abgelöst. Deutschland profitiert um 1,8 Prozent. Man könnte das als Pech verbuchen. Man könnte es als Marktgeschehen abtun, dem man hilflos gegenübersteht. Beides wäre bequem und beides wäre falsch. Was hier passiert, ist kein Zufall. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer Politik, die seit Jahren Standortkosten aufschichtet, Digitalisi...