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Der Gotthard – Mythos und Wirklichkeit

Der Gotthard. Allein der Name weckt Bilder von majestätischen Alpenpässen, tiefen Tunneln und einer Geschichte, die so alt ist wie die Berge selbst. Doch rund um den Gotthard ranken sich nicht nur Fakten, sondern auch zahlreiche Mythen und Legenden, die ihn zu einem der faszinierendsten Orte der Schweiz machen. Der Teufelsbrücke-Mythos Eine der bekanntesten Gotthard-Legenden ist zweifellos die vom Bau der Teufelsbrücke. An einer besonders unwegsamen Stelle der Schöllenen-Schlucht, wo die Reuss tosend durch die Felsen fließt, scheiterten die Menschen immer wieder am Brückenbau. Der Sage nach rief ein verzweifelter Landammann den Teufel um Hilfe an. Dieser bot seine Dienste an, forderte aber im Gegenzug die Seele des Ersten, der die Brücke überqueren würde. Die listigen Gotthardbewohner jedoch überlisteten den Teufel: Sie schickten einen Ziegenbock über die neue Brücke. Der Teufel, wütend über die Täuschung, wollte einen riesigen Felsbrocken auf die Brücke schleudern, verfehlte sie aber....

Süße Diplomatie im Kalten Krieg: Früchte als politische Währung zwischen Ost und West

In den angespannten Jahren des Kalten Krieges entwickelte sich zwischen den Führern der sozialistischen Staaten eine bemerkenswerte Form der persönlichen Diplomatie, die heute fast vergessen ist: der Austausch exotischer Früchte und landwirtschaftlicher Erzeugnisse als Gesten des guten Willens und der persönlichen Wertschätzung. ## Die Akteure einer ungewöhnlichen Diplomatie Leonid Breschnew, der langjährige Generalsekretär der KPdSU, Helmut Schmidt, der pragmatische deutsche Bundeskanzler, und Erich Honecker, der Staatsratsvorsitzende der DDR, pflegten in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren einen diplomatischen Stil, der weit über offizielle Protokolle hinausging. Während die Weltöffentlichkeit auf Rüstungsverhandlungen und ideologische Auseinandersetzungen blickte, entwickelte sich im Hintergrund ein System persönlicher Aufmerksamkeiten, das die menschliche Seite der Mächtigen offenbarte. ## Breschnews Obsession: Exotische Früchte aus dem Westen Breschnew war bekannt für seine...

Auf dem Dach des Landkreises Fürth: Ein Besuch am Dillenberg

Wussten Sie, wo sich der höchste Punkt des Landkreises Fürth befindet? Es ist nicht etwa ein bekannter Aussichtsberg, sondern der Dillenberg! Mit stolzen 422 Metern über Normalnull (NN) erhebt er sich sanft über die Landschaft und bietet nicht nur eine schöne Naturkulisse, sondern auch eine spannende Geschichte. Der Dillenberg ist kein schroffer Gipfel, den man erklimmen muss. Vielmehr handelt es sich um eine bewaldete Erhebung, die sich über die Gemarkungen von Cadolzburg, Wilhermsdorf, Ammerndorf, Großhabersdorf und Langenzenn erstreckt. Genau diese weitläufige Natur macht ihn zu einem idealen Ziel für Wanderer, Radfahrer und alle, die einfach mal abschalten möchten. Ein Ort voller Geschichte und Sagen Der Dillenberg ist jedoch mehr als nur ein geografischer Hochpunkt. Er ist ein Ort, der tief in der Geschichte verwurzelt ist. Schon vor rund 10.000 Jahren siedelten sich hier die Kelten an und prägten das Gebiet. Später, unter den Zollern (Hohenzollern), wurde das gesamte Waldareal mi...

Die Geschichte der NCR Corporation - Ein Technikpionier seit 1884

## Von der Registrierkasse zum globalen Technologiekonzern Die Geschichte der NCR Corporation ist eine faszinierende Reise durch mehr als 140 Jahre technologischer Innovation. Was einst als kleines Unternehmen für Registrierkassen begann, entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter von Software- und Technologielösungen weltweit. ## Die Anfänge (1879-1884) Die Wurzeln von NCR reichen zurück ins Jahr 1879, als James Ritty die erste mechanische Registrierkasse erfand. Nachdem James Ritty 1879 die Registrierkasse erfunden und am 30. Januar 1883 zusammen mit John Birch ein Patent darauf erhalten hatte, ging das Unternehmen zunächst in die Hände von Jacob H. Eckert aus Cincinnati über. Der entscheidende Moment kam jedoch 1884: Die Firma und die Patente wurden von John Henry Patterson und seinem Bruder Frank Jefferson Patterson gekauft, und das Unternehmen wurde in "National Cash Register Company" umbenannt. Dies markierte die eigentliche Geburtsstunde der NCR Corporation. ## D...

Ein Rest vom Anfang Was ein Unterwasservulkan bei Mayotte über den ersten Tag der Erde verrät

Die Erde ist ungefähr 4,5 Milliarden Jahre alt. Das weiß jedes Kind, das einmal ein Schulbuch aufgeschlagen hat, und die Zahl ist so groß, dass sie ohnehin niemand wirklich begreift. Was man sich schon eher vorstellen kann, ist der Anfang: Ein Himmelskörper von der Größe des Mars schlägt in die junge, noch halbwegs frisch zusammengeklumpte Erde ein. Die Wucht dieses Einschlags schmilzt den gesamten Planeten auf. Aus den Trümmern entsteht nebenbei der Mond, aus der Erde selbst ein Ozean – allerdings keiner aus Wasser, sondern aus flüssigem Gestein. Ein Magma-Ozean, der den kompletten Planeten überzieht. Irgendwann kühlt dieser Ozean ab und wird fest. Und genau an diesem Punkt beginnt normalerweise die Geschichte zu Ende zu sein, geologisch gesprochen. 4,5 Milliarden Jahre Plattentektonik, Subduktion, Mantelkonvektion – ein gigantischer Rührkessel, der alles, was einmal homogen war, wieder und wieder durchmischt. Man ging bislang davon aus, dass von diesem ersten festen Gestein nichts me...

0,2 Prozent: Der Befund eines klinisch toten Standorts

McKinsey hat Deutschland vermessen. Ergebnis: kein Puls mehr. 0,2 Prozent. Das ist keine Investitionsquote mehr, das ist eine Fehlermarge. So viel steckt die deutsche Volkswirtschaft nach Abzug der Abschreibungen noch netto in ihre eigene Zukunft – in Fabriken, Maschinen, Infrastruktur, Forschung. Das McKinsey Global Institute hat in seiner Studie "Catalyzing Competitiveness: Where Investment Happens and Why" 34 Industrie- und Schwellenländer verglichen. Deutschland liegt nicht im unteren Drittel. Deutschland ist die Schlussleuchte, und zwar mit weitem Abstand zur Konkurrenz, die selbst nicht gerade glänzt. Zur Einordnung, damit niemand auf die Idee kommt, das sei halb so wild: China baut seinen Kapitalstock mit 23 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, die USA mit vier Prozent, die glücklose EU immerhin noch mit zwei. Deutschland bewegt sich bei einer Zahl, die der Taschenrechner rundet, bevor man sie überhaupt ausgesprochen hat. 2008 lag der Wert hierzulande noch bei zwei Pro...

Kein Ruck, nirgends

Warum das Reformpaket der schwarz-roten Koalition eine Fußnote bleibt, solange niemand bereit ist, wehzutun Das Handelsblatt hat sich in dieser Woche eine steile These geleistet: Deutschland lässt sich nicht aus dem Homeoffice erneuern. Sebastian Matthes stützt sich dabei auf eine Datenanalyse der ESCP Business School und von Argon & Co. und kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Wirtschaftskrise tiefer liegt als im Gaspreis. Die Unternehmen selbst hätten Innovation, Struktur und Strategie versäumt. Das mag stimmen. Es ist aber nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte heißt: Die Politik hat sich mit einem Reformpaket geschmückt, das sich liest wie das, was es ist – ein Kompromiss zwischen zwei Parteien, die sich gegenseitig nichts wegnehmen wollten. Man hat moderiert, nachjustiert, ein bisschen Vertrauen signalisiert. Aber einen Systemwechsel hat man vermieden wie der Frankenschnellweg-Ausschuss eine klare Entscheidung. Ruck war gestern Wer den Begriff „Reform“ ernst nimmt, kom...