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SABA – Vom Schwarzwälder Uhrmacher zum Pionier der FernsehtechnikEine der faszinierendsten Erfolgs- und Untergangsgeschichten der deutschen Unterhaltungselektronik

Bescheidene Anfänge im Schwarzwald (1835–1922) Es beginnt, wie viele große Industriegeschichten, mit einem handwerklichen Kleinbetrieb: Im Jahr 1835 gründete der Uhrmacher Joseph Benedikt Schwer in Triberg im Schwarzwald eine kleine Uhrenfabrik. Was damals niemand ahnen konnte – aus diesem unscheinbaren Betrieb sollte einmal einer der bekanntesten Hersteller von Radio- und Fernsehgeräten Deutschlands hervorgehen. Über Jahrzehnte blieb das Unternehmen überschaubar. Neben Uhren fertigte man feinmechanische Metallwaren, Präzisionsgeräte und um 1900 auch Briefwaagen und Fahrradklingeln. Im Jahr 1905 übernahm Hermann Schwer, Enkel des Gründers, den Betrieb mit gerade einmal 20 Mitarbeitern. Der Aufbruch ins Radiozeitalter (1923–1939) Der entscheidende Wendepunkt kam Anfang der 1920er Jahre. Hermann Schwer hörte auf einer Geschäftsreise in die Schweiz zum ersten Mal eine Rundfunksendung – und war sofort begeistert von dieser neuen Technologie. Er beschloss, den Betrieb grundlegend umzustelle...

VOM WELTKONZERN ZUM FINANZDIENSTLEISTER Die Geschichte von Siemens – Aufstieg, Glanz und ein schleichender Niedergang

Ein Meinungsbeitrag · März 2026 Es gibt wenige Unternehmen, die so sehr mit dem Aufstieg eines ganzen Landes verwoben sind wie Siemens mit Deutschland. Einst Synonym für deutschen Erfindergeist, technologische Pionierarbeit und globale Ingenieurskunst, fragt man sich heute bisweilen: Was ist aus diesem Riesen geworden? Ein Blick auf die Geschichte von Siemens ist gleichzeitig ein Blick auf das Wesen industrieller Großmacht – und auf die Vergänglichkeit von Visionen. Die Geburt eines Giganten: Werner von Siemens Als Werner von Siemens am 12. Oktober 1816 in Lenthe bei Hannover geboren wurde, ahnte niemand, dass dieser Mann die Welt buchstäblich verkabeln würde. 1847 gründete er gemeinsam mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske in Berlin die "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" – ein Unternehmen, das zunächst kaum mehr als eine Werkstatt war, sich aber rasch zu einem der bedeutendsten Technologiekonzerne der Welt entwickeln sollte. Werner von Siemens war kein ...

Von der Glühbirne zur Weltmarke: Die Geschichte der AEG

Kaum ein Unternehmen hat die deutsche Industriegeschichte so geprägt wie die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft – besser bekannt als AEG. Gegründet im Zeitalter der ersten Elektrifizierung, wuchs sie zu einem der bedeutendsten Technologiekonzerne Europas heran, bevor sie in den 1990er Jahren in einer der spektakulärsten Insolvenzen der deutschen Wirtschaftsgeschichte scheiterte. Heute lebt der Name als Lizenzmarke weiter – ein Symbol für Aufstieg, Glanz und Niedergang eines Industriegiganten. Die Gründungsjahre: Emil Rathenau und die Kraft der Elektrizität (1883–1900) Die Geschichte der AEG beginnt mit einem Mann und einer Idee. Emil Rathenau, ein Berliner Unternehmer mit technischem Gespür, besuchte 1881 die Pariser Weltausstellung und war von Thomas Edisons Glühlampen schlicht begeistert. Er erkannte sofort das ungeheure wirtschaftliche Potential dieser Erfindung – und handelte. 1882 erwarb Rathenau die deutschen Patentrechte an Edisons Erfindungen und gründete 1883 die Deutsche E...

Passierschein A38 — Hier ist Radio Eriwan 🎙️

Hier ist Radio Eriwan. Ein Hörer fragt: „Stimmt es, dass man in Deutschland innerhalb einer Woche ein Gewerbe anmelden kann?" Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja. Aber zunächst benötigen Sie das Formular GewA 1, das Sie beim Gewerbeamt einreichen — das allerdings nur zu folgenden Öffnungszeiten persönlich erreichbar ist: Dienstags von 9 bis 11 Uhr und donnerstags nach vorheriger Terminbuchung, frühestens in drei Wochen. Online geht es auch. Im Prinzip. Ein weiterer Hörer fragt: „Stimmt es, dass der deutsche Staat der größte Arbeitgeber des Landes ist?" Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja. Und zwar der einzige, der wirklich immer einstellt — in der Krise, im Boom, in der Rezession, bei Inflation, bei Deflation und bei allem dazwischen. 5,4 Millionen Menschen arbeiten heute im öffentlichen Dienst. Das sind fast eine Million mehr als beim letzten Tiefpunkt 2008. Zwischen 2012 und 2022 kamen 584.000 neue Stellen hinzu — ein Plus von 14 Prozent. Inklusive Sozialversicherungen ...

Von der Metallwarenfabrik zur Kultmarke: Die bewegte Geschichte von KETTLER

*Ein Unternehmen, das Generationen geprägt hat – und trotz dreier Insolvenzen nicht sterben will.* --- Ich erinnere mich noch genau daran: Ein Kettcar. Rot, stabil, unverwüstlich. Wie so viele Kinder, die in den späten 70er und frühen 80er Jahren aufgewachsen sind, war dieses vierrädrige Tretgefährt ein fester Bestandteil meiner Kindheit. Stundenlang kurvenreiche Rennen auf dem Gehweg, quietschende Reifen auf dem Parkettboden, schimpfende Eltern – das Kettcar war Freiheit auf vier Rädern. Heute weiß ich: Ich war damit in bester Gesellschaft. Millionen Kinder in aller Welt teilten genau dieses Erlebnis, und hinter all dem steckte ein kleines Unternehmen aus dem Sauerland, das die Welt des Spielzeugs und der Freizeit für immer verändert hat. --- Wer in Deutschland aufgewachsen ist, kennt den Namen KETTLER. Das rote Tretauto, das Alu-Fahrrad, die Tischtennisplatte im Garten – kaum eine andere Marke hat das Freizeitleben bundesdeutscher Familien so nachhaltig geprägt wie das Unternehmen au...

Die Nürnberger Ringbahn – Geschichte einer vergessenen GüterumgehungEin Streifzug durch 125 Jahre Eisenbahngeschichte rund um die Noris

Wer heute durch Nürnberg fährt, überquert sie oft, ohne es zu bemerken: Auf fast jeder Ausfallstraße aus der Stadt findet sich irgendwo eine alte Eisenbahnbrücke, ein überwucherter Damm oder ein vergitterter Tunnel. Sie alle sind stumme Zeugen einer der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte, die das frühe 20. Jahrhundert in Franken hervorgebracht hat – der Nürnberger Güter-Ringbahn. Der Anfang: Eine Stadt wächst über sich hinaus Im ausgehenden 19. Jahrhundert war Nürnberg ein boomender Industriestandort. Maschinen, Spielzeug, Bleistifte und Metallwaren verließen die Stadt in alle Himmelsrichtungen – und damit auch Güterzüge in wachsender Zahl. Der Hauptbahnhof, damals noch als Kopfbahnhof angelegt, wurde mehr und mehr zur Engstelle. Züge aus unterschiedlichen Richtungen mussten ihn kreuzen, rangieren und wieder verlassen. Eine Lösung musste her. Die Antwort der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen war die Güter-Ringbahn: eine kreisförmige Umgehungsstrecke, die sich in drei bis vier Ki...

Wackler an der Grenze, Nachtrag zu Teil 3: Innsbruck flüstert weiter

Zwei Mikrobeben der Stärke 0,6 in der Nacht auf Freitag und was sie über eine Serie verraten, die seit August nicht aufhört Es gibt Erdbebenmeldungen, die man liest, und es gibt Erdbebenmeldungen, die man fast überliest. Die beiden aus der Nacht von Donnerstag auf Freitag gehören klar in die zweite Kategorie. Stärke 0,6, beide Male, beide mit dem Zusatz „unbestätigt“. Das eine Beben 7,7 Kilometer südöstlich von Innsbruck um 21:52 Uhr Weltzeit, das andere 36 Kilometer östlich der Stadt um 22:09 Uhr Weltzeit. Nach unserer Uhr also kurz vor Mitternacht und kurz danach, sauber über den Datumswechsel verteilt, als hätte der Untergrund noch schnell etwas loswerden wollen, bevor der 23. Oktober anfängt. Gespürt hat das niemand. Geschrieben hat darüber auch niemand, zumindest keine Zeitung. Und trotzdem sind mir diese beiden Einträge einen Nachtrag wert, denn sie liegen genau dort, wo ich vor knapp vier Wochen in Teil 3 dieser Reihe angefangen habe. Wo die beiden Beben liegen 7,7 Kilometer süd...