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Benzinpreisdeckel: Der große Strohmann

Gerade läuft wieder eine dieser politischen Debatten, bei denen man das Gefühl hat, alle Beteiligten haben sich stillschweigend darauf geeinigt, nicht über das Eigentliche zu reden. Das Thema: Benzinpreisdeckel. Die Idee, der Staat könne oder solle den Preis an der Zapfsäule deckeln, wird diskutiert, bewertet, bejubelt, abgelehnt — und dabei wird hartnäckig vermieden, die eine Frage zu stellen, die sich eigentlich zwingend aufdrängt. **Wer ist hier eigentlich das Problem?** Laut ADAC entfielen im Jahr 2025 rund 61 Prozent des Verbraucherpreises für Super E10 auf Steuern und Abgaben. [Statista](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/802/umfrage/zusammensetzung-verbraucherpreis-fuer-superbenzin/) Bei einem Durchschnittspreis von 1,74 Euro pro Liter bedeutet das: über einen Euro pro Liter fließt direkt in staatliche Kassen. Nicht an die Mineralölkonzerne. Nicht in die Taschen von Scheich oder Spekulant. Zum Staat. Konkret setzt sich das aus drei Komponenten zusammen: der Energiest...

Vom Schocken zum Horten: Die Geschichte eines Nürnberger Kaufhauses im Volksmund

In Nürnberg gibt es ein interessantes sprachliches Phänomen: Ein Kaufhaus wurde von den Einheimischen hartnäckig als "Schocken" bezeichnet, obwohl es längst unter dem Namen "Horten" firmierte. Diese Beständigkeit im Volksmund hat historische Wurzeln und zeigt, wie tief verankert Namen im kollektiven Gedächtnis einer Stadt sein können. ## Die Anfänge als Schocken-Kaufhaus Das Kaufhaus wurde ursprünglich von den Gebrüdern Schocken gegründet. Simon und Salman Schocken bauten in den 1920er und frühen 1930er Jahren eine beachtliche Kaufhauskette in Deutschland auf. Das Nürnberger Kaufhaus war eines ihrer wichtigen Standorte und prägte sich mit seinem Namen tief in das Bewusstsein der Nürnberger Bevölkerung ein. ## Die Übernahme durch Horten In der Nachkriegszeit, nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten, wurden die Schocken-Kaufhäuser unter neuer Führung weitergeführt. Das Nürnberger Kaufhaus wurde Teil der Horten-Gruppe, einem der größten Warenhauskonzerne in D...

Die Geburtsstunde des GSM: Wie Europa die mobile Kommunikation revolutionierte

## Die lange Reise der mobilen Kommunikation Die Geschichte des Mobilfunks in Europa beginnt bereits in den frühen 1970er Jahren, als die Telekommunikationslandschaft noch vollständig von staatlichen Monopolen dominiert wurde. Zu dieser Zeit existierten erste analoge Mobilfunksysteme, die jedoch extrem teuer und technisch sehr begrenzt waren. ### Die Pionierzeit der Mobilfunkkommunikation In Schweden entwickelte Ericsson bereits 1971 mit dem MTD (Mobil Telefon system D) eines der ersten landesweiten Mobilfunksysteme. In Finnland arbeitete Nokia intensiv an ähnlichen Technologien. Deutschland führte 1973 das A-Netz ein, das zunächst nur 11.000 Teilnehmer unterstützen konnte und ausschließlich Telefonate ermöglichte. Die ersten mobilen Telefone waren buchstäblich Geräte der Superlative: - Sie wogen oft mehr als 5 Kilogramm - Die Batterielaufzeit betrug nur wenige Stunden - Die Gesprächskosten waren prohibitiv hoch - Die Netzabdeckung war extrem begrenzt ### Technologische Herausforderung...

Ein Blick in die geologische Vergangenheit der Falklandinseln

Die Falklandinseln, ein Archipel im Südatlantik, sind nicht nur für ihre Tierwelt, sondern auch für ihre faszinierende Geologie bekannt. Die Inseln erzählen eine Geschichte von tektonischen Kräften, uralten Gesteinen und einer einzigartigen Landschaft. Entstehung der Inseln: Die geologische Geschichte der Falklandinseln begann vor Hunderten von Millionen Jahren, als sich die Kontinente Gondwana und Laurasia bildeten. Durch tektonische Plattenverschiebungen spaltete sich Gondwana auf, und die Falklandinseln entstanden als Teil dieses Prozesses. Gesteinsformationen: Die Gesteine der Falklandinseln sind hauptsächlich Sedimentgesteine, die aus der Zeit des Devon und Karbon stammen. Dazu gehören Sandsteine, Schiefer und Quarzite. Diese Gesteine zeugen von der Zeit, als die Inseln noch von Meeren bedeckt waren. Fossilien: In den Gesteinen der Falklandinseln wurden auch Fossilien gefunden, darunter Überreste von Pflanzen und Tieren aus der Devon- und Karbonzeit. Diese Fossilien geben uns Einb...

St. Helena: Eine vulkanische Festung im Atlantik

Mitten im weiten Südatlantik, fernab aller Kontinente, thront St. Helena – eine Insel von dramatischer Schönheit und reicher Geschichte. Ihre zerklüfteten Klippen, tiefen Täler und fruchtbaren Hochebenen sind das Ergebnis einer faszinierenden vulkanischen Vergangenheit, die bis heute ihre einzigartige Identität prägt. Aus den Tiefen des Ozeans geboren: Die Entstehung St. Helenas ist eng mit den gewaltigen Kräften des Vulkanismus verbunden. Vor etwa 14 Millionen Jahren begann Magma, durch Spalten in der ozeanischen Kruste aufzusteigen. Über Millionen von Jahren hinweg formten unzählige Eruptionen eine komplexe Vulkaninsel, die sich majestätisch aus dem Meer erhebt. Anders als viele andere ozeanische Vulkaninseln ist St. Helena das Ergebnis von Hotspot-Vulkanismus, ähnlich wie die Inseln Hawaiis. Ein Mosaik vulkanischer Formen: Ein Spaziergang über St. Helena offenbart eine beeindruckende Vielfalt vulkanischer Landschaftsformen. Steile Klippen, die in den tosenden Atlantik abfallen, sind...

Tristan da Cunha: Leben am Rande des Vulkans

Tausende Kilometer entfernt von jeglichem Festland, mitten im ungestümen Südatlantik, liegt eine der isoliertesten bewohnten Inselgruppen der Welt: Tristan da Cunha. Ihre raue Schönheit ist untrennbar mit ihrer vulkanischen Entstehung und der ständigen Präsenz ihres imposanten Hauptakteurs verbunden – dem Queen Mary’s Peak, einem aktiven Schichtvulkan, der majestätisch über die winzige Hauptinsel wacht. Eine Insel aus Feuer geboren: Die Geschichte von Tristan da Cunha ist eine Geschichte des Vulkanismus. Vor Millionen von Jahren stieg glühendes Magma aus den Tiefen des Ozeans auf und schuf durch unzählige Eruptionen diese abgelegene Insel. Der Queen Mary’s Peak, mit seinen über 2000 Metern Höhe, dominiert nicht nur die Silhouette, sondern ist auch der jüngste und aktivste Vulkan der Inselgruppe. Seine steilen Hänge und die oft in Wolken gehüllte Spitze erinnern eindrücklich an die gewaltigen Kräfte, die diese Landmasse geformt haben. Die Narben der Vergangenheit: Die Landschaft von Tri...

Ascension: Eine Insel aus Feuer und Asche

Mitten im weiten Südatlantik erhebt sich eine faszinierende Insel vulkanischen Ursprungs: Ascension. Fernab jeglichen Festlands, ist dieses britische Überseegebiet ein lebendiges Zeugnis der gewaltigen Kräfte, die tief unter der Erdoberfläche wirken. Wer genauer hinsieht, entdeckt eine Landschaft, die von ihrer feurigen Vergangenheit geprägt ist und bis heute geologische Geheimnisse birgt. Eine junge Vulkaninsel: Im Vergleich zu vielen anderen ozeanischen Inseln ist Ascension geologisch jung. Ihre Entstehung begann vor etwa einer Million Jahren, als Magma durch Spalten in der ozeanischen Kruste aufstieg. Über unzählige Eruptionen hinweg formte sich so eine Insel, die heute von zahlreichen Vulkankegeln, Kratern und Lavaströmen überzogen ist. Vielfalt vulkanischer Formen: Bei einem Streifzug über die Insel offenbart sich eine beeindruckende Vielfalt vulkanischer Formationen. Der höchste Punkt, der Green Mountain, ist eigentlich der Krater eines erloschenen Vulkans. Um ihn herum finden si...