Der Semmering hat wieder geklopft
Es ist kurz vor zwei Uhr morgens, irgendwo zwischen Gloggnitz und Schöttwien, und die Mur-Mürztal-Störung meldet sich mit einem Ruck von Magnitude 4,5. Ich schreibe das an einem Freitagvormittag, und ich vermute, ein paar hunderttausend Menschen zwischen Wien, Graz und Bratislava haben ihre Nacht ungeplant unterbrochen bekommen. Willkommen im südlichen Wiener Becken, der am zuverlässigsten wackelnden Ecke Österreichs. Laut GeoSphere Austria lag das Epizentrum acht Kilometer südwestlich von Gloggnitz, in etwa vier Kilometer Tiefe. Herdtiefen in dieser Größenordnung sind der Grund, warum ein Beben dieser Magnitude überhaupt so breit wahrgenommen wird: flach genug, dass die Energie nicht auf halbem Weg verpufft. Wahrnehmungsmeldungen kamen entsprechend nicht nur aus Mürzzuschlag, Gloggnitz, Ternitz oder Wiener Neustadt, sondern bis nach Wien, Graz und in Teile Ungarns hinein. Im unmittelbaren Epizentralbereich sind laut Erdbebendienst vereinzelt leichte Schäden zu erwarten, das übliche Re...