Die Sandoz-Katastrophe von Schweizerhalle 1986: Als der Rhein rot wurde
Am frühen Morgen des 1. November 1986 ereignete sich am Rhein eine der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte Europas. Was als Lagerhallenbrand bei dem Schweizer Chemiekonzern Sandoz in Schweizerhalle bei Basel begann, entwickelte sich zu einem ökologischen Desaster mit Auswirkungen bis nach Mannheim und in die Niederlande. ## Die Nacht des Schreckens Gegen 0:19 Uhr brach in Lagerhalle 956 des Sandoz-Werks ein verheerender Brand aus. Die vollständig zerstörte Halle beherbergte 1.350 Tonnen verschiedener Chemikalien – vornehmlich Agrarchemikalien, Hilfsstoffe, Zwischenprodukte und Quecksilberverbindungen. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen, doch dabei entstand das eigentliche Problem: Das kontaminierte Löschwasser. Insgesamt gelangten etwa 20 Tonnen hochgiftiger, rot gefärbter Chemikalien mit dem Löschwasser ungehindert in den Rhein. Darunter befanden sich 2,6 Tonnen Quecksilber sowie verschiedene Pflanzenschutzmittel und andere toxische Substanzen. Der Rhein f...