Natürlicher Wasserstoff in Bayern – ein geologischer Hype oder ein neuer Energieträger?
In der Presse wird derzeit viel über einen „Wasserstoff‑Schatz“ im bayerischen Wald gesprochen: Ein Geologe behauptet, in einem Waldgebiet in Bayern ein riesiges Vorkommen natürlichen Wasserstoffs entdeckt zu haben, das Millionen Euro wert sein könnte. [1][2][3] Für viele hörte es sich an wie ein „neues Öl“ im Untergrund – für eine Energiewelt, die seit Jahren nach CO₂‑freien Lösungen sucht. Doch wie realistisch ist dieser „weiße Wasserstoff“ wirklich – und was lässt sich als geologisch interessierter Beobachter dazu sagen? *** Was ist „natürlicher Wasserstoff“? Natürlicher oder „weißer“ Wasserstoff entsteht im Untergrund ohne menschliche Elektrolyse, etwa durch chemische Reaktionen zwischen Wasser und eisenreichen Gesteinen – wie bei der Serpentinitisierung von Obermantel‑Gesteinen oder der Verwitterung sulfidischer Lagerstätten. Anders als „grauer“ oder „blauer“ Wasserstoff wird er also nicht aus fossilen Rohstoffen plus CO₂‑Abtrennung produziert, sondern geologisch gebil...