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Eine Armee, die niemand kommen sah -Warum China sein Stromnetz mit 8.500 Robotern umbaut – und was das über uns aussagt

Manchmal liest man einen Artikel und denkt: Das hätte ich gerne früher gewusst. Nicht weil die Information neu wäre, sondern weil sie in dieser Verdichtung etwas sichtbar macht, das man bisher nur als diffuses Unbehagen kannte. Uwe Kerkow hat am 24. Mai 2026 für Heise einen solchen Artikel geschrieben. Thema: die State Grid Corporation of China und ihr Vorhaben, den Betrieb kritischer Strominfrastruktur systematisch auf Roboter umzustellen. Das Investitionsvolumen: 6,8 Milliarden Yuan allein für 2026, rund eine Milliarde US-Dollar. Gemeinsam mit dem Pendant China Southern Power Grid könnten die Gesamtinvestitionen im laufenden Jahr die Marke von zehn Milliarden Yuan überschreiten. Die geplante Roboterflotte umfasst rund 8.500 Einheiten – darunter 5.000 vierbeinige Inspektionsmaschinen, 500 humanoide Systeme für Hochrisikoeinsätze an Ultra-Hochspannungsanlagen und 3.000 zweiarmige Fahrzeugplattformen für kooperative Wartungsaufgaben. Lieferanten sind chinesische Robotikfirmen: Unitree, ...

Interflug Serie - Teil 4: Westwind## Der Wandel der 80er Jahre (1980-1989)

*Eine fünfteilige Serie über die Geschichte der Interflug - von den Anfängen bis zum Ende* --- ### Wenn der Wind sich dreht Toulouse, 23. Dezember 1980. In den Werkshallen von Airbus Industries steht eine nagelneue A310 mit einer ungewöhnlichen Lackierung: "DDR-ABA" prangt in großen Lettern am Rumpf, darunter der Schriftzug "Interflug". Es ist ein historischer Moment - zum ersten Mal übernimmt eine Airline aus dem Ostblock ein westliches Großraumflugzeug. Der Westwind weht nun auch durch die DDR-Luftfahrt. ### Der große Technologiesprung Die 1980er Jahre begannen für Interflug mit einer Revolution. Nach jahrzehntelanger Abhängigkeit von sowjetischer Technologie wagte die DDR-Airline den Sprung ins westliche Lager - zumindest teilweise. **Der Airbus A310: Ein Quantensprung** Die Entscheidung für den Airbus A310 war mutig und umstritten zugleich. Während die Parteiführung zögerte, drängten die Techniker auf Modernisierung. **Airbus A310-200 "Bertolt Brecht" ...

900 Kilometer. Warum ich gleichzeitig aufhorche, zweifle und die Bibertbahn nicht vergesse.

Die Zahl klingt nach Aufbruch. 900 Kilometer stillgelegter Bahnstrecken könnten bis 2035 reaktiviert werden, meldet die Allianz pro Schiene nach einer Recherche unter allen Bundesländern. Mehr als 50 Strecken, konkrete Zeithorizonte, politischer Rückenwind durch das Sondervermögen. Man möchte fast optimistisch werden. Ich tue es nicht. Zumindest nicht uneingeschränkt. 900 Kilometer — oder: Warum diese Zahl klein ist Deutschland hat nach aktuellen Schätzungen über 5.400 Kilometer reaktivierbare Strecken. 900 davon bis 2035 wäre also etwa ein Sechstel des erkannten Potenzials, über neun Jahre verteilt. Das sind rechnerisch hundert Kilometer pro Jahr — in einem Land, das 2024 nach Verbandsangaben gerade einmal rund 30 Kilometer tatsächlich wieder in Betrieb genommen hat. Der Aufwärtstrend ist real. Die Ausgangslage trotzdem ernüchternd. Wer also die 900-Kilometer-Zahl als Triumph liest, liest sie falsch. Sie ist ein Potenzialwert unter günstigen Bedingungen. Kein Fahrplan, kein Haushaltsp...

Lücken suchen statt Kopien bauen

Es gibt eine Frage, die man sich beim Durchgang durch die Ruinen der deutschen Digitalpolitik stellen muss — und die selten gestellt wird. Nicht: Warum scheitern die Kopien? Sondern: Warum baut man überhaupt Kopien? Die Antwort, die man offiziell bekommt, lautet: Souveränität. Unabhängigkeit. Europäische Werte. Was man tatsächlich beobachtet, ist etwas anderes: reaktives Denken, das immer erst dann einsetzt, wenn ein amerikanisches Unternehmen bereits den Markt dominiert. Das Ergebnis ist strukturell zum Scheitern verurteilt, noch bevor die erste Zeile Code geschrieben ist. Dabei gibt es eine Alternative. Sie ist nicht neu. Sie ist nicht kompliziert. Sie heißt: die Lücke suchen, nicht den Gegner kopieren. Was SAP richtig gemacht hat Am 1. April 1972 gründeten fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter in Weinheim das Unternehmen „Systemanalyse Programmentwicklung“. Ihre Vision: Standardsoftware für Unternehmen zu entwickeln, die alle betrieblichen Abläufe integriert und es ermöglicht, Daten in Ech...

Interflug Serie - Teil 3: Brücken über Kontinente

## Die exotischen Destinationen der Interflug (1972-1985) *Eine fünfteilige Serie über die Geschichte der Interflug - von den Anfängen bis zum Ende* --- ### Wenn der Himmel keine Grenzen kennt Havanna, 27. März 1972. Eine silberne Iljuschin Il-62 mit dem Schriftzug "Interflug" durchschneidet die karibische Luft und setzt zur Landung auf dem José Martí International Airport an. Es ist nicht irgendein Flug - es ist die Geburt einer Legende. Mit der ersten Linienverbindung Berlin-Havanna beginnt für Interflug das aufregendste Kapitel ihrer Geschichte: die Ära der exotischen Destinationen. ### Kuba: Das sozialistische Paradies in der Karibik Die Aufnahme der Kuba-Route war mehr als nur eine geschäftliche Entscheidung - sie war ein politisches Statement. Während die USA Kuba mit einem Embargo belegten, flog Interflug demonstrativ in das sozialistische Bruderlandland. **Die Havanna-Route: Ein logistisches Meisterwerk** **Streckenführung:** Berlin-Schönefeld → Prag → Havanna - **Flu...

Die deutsche Autoindustrie: Ein kritischer Blick auf Politik, Fehler und den Rüstungs-Mythos

Ich sitze hier um 4:30 Uhr morgens und denke über einen kritischen Blogbeitrag nach. Als ausgebildeter Panzermann der 1990er kenne ich die Rüstungsgeschichte aus erster Hand. Ich meine, ich kenne die Technik, ich kenne die Historie, und ich kenne die ethische Dimension. Aber jetzt soll die deutsche Autoindustrie in die Rüstung einsteigen, um die Krise zu retten? **Als ausgebildeter Panzermann der 1990er sage ich: Nein, das ist kein Entlastungswurf.** Die deutsche Autoindustrie ist eine der größten deutschen Industrien, mit zahllosen mittelständischen Zulieferern im Rückgrat. Doch dieacktualen Fakten zeigen: Wir stehen vor einer doppelten Krise. Zum einen wird aus der Politik das Auto und die Mobilität verteufelt. Zum anderen treffen die Unternehmen selbst Fehlentscheidungen, die unter anderem chinesische Unternehmen groß gemacht haben. Und jetzt soll der Einstieg in die Rüstung der große Entlastungswurf sein? *** 1. Die Politik: Mobilität wird verteufelt Schauen wir uns die politische ...

Gut. Dann Auf der richtigen Seite des falschen Bogens

Es gibt Nachrichten, die man eigentlich nicht kommentieren müsste, weil sie sich selbst erklären. Und dann gibt es Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob irgendjemand in diesem Land eigentlich zuhört. Der Luftfracht-Boom gehört zur zweiten Kategorie. Die Welt verlagert ihre Lieferketten. Weil daa Rote Meer zur Risikozone geworden ist, weil Suezkanal-Alternativen Zeit kosten, die kein Unternehmen hat, weichen Frachter auf Flugzeuge aus. Das globale Luftfrachtvolumen ist im vergangenen Jahr um gut elf Prozent gewachsen. Luxemburg profitiert. Brüssel profitiert. Lüttich profitiert. Istanbul hat Frankfurt als größten europäischen Luftfracht-Umschlagplatz abgelöst. Deutschland profitiert um 1,8 Prozent. Man könnte das als Pech verbuchen. Man könnte es als Marktgeschehen abtun, dem man hilflos gegenübersteht. Beides wäre bequem und beides wäre falsch. Was hier passiert, ist kein Zufall. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer Politik, die seit Jahren Standortkosten aufschichtet, Digitalis...