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Made in GDR: Die verborgene Produktion für westdeutsche Versandhäuser

Was viele Kunden von Quelle, Neckermann und anderen westdeutschen Versandhäusern nicht wussten: Zahlreiche Produkte in ihren Katalogen stammten direkt aus den Produktionshallen der DDR. Hinter dieser überraschenden Zusammenarbeit zwischen kapitalistischen Handelsunternehmen und sozialistischen Produktionsbetrieben verbirgt sich ein faszinierendes Kapitel deutsch-deutscher Wirtschaftsgeschichte - eine Verflechtung, die trotz politischer Spannungen funktionierte und für beide Seiten Vorteile bot. ## Die Anfänge: Pragmatismus überwindet Ideologie Die Kooperation zwischen westdeutschen Versandhäusern und DDR-Produktionsbetrieben begann bereits in den 1960er Jahren. Zu dieser Zeit suchten westdeutsche Händler nach kostengünstigen Produktionsstandorten, während die DDR dringend Devisen benötigte. ### Erste Kontakte und Verträge Der Beginn dieser ungewöhnlichen Handelsbeziehung ist eng mit den Namen Josef Neckermann und Horst Münzner verbunden. Münzner, Leiter des staatlichen DDR-Außenhandels...

Der Versandhandel in der DDR: Konsumkultur zwischen Mangel und Planwirtschaft

Während Quelle und Neckermann im Westen Deutschlands ihre Kataloge in Millionen Haushalte brachten, existierte auch in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eine eigene Form des Versandhandels. Weniger bekannt, aber für die Bürger der DDR nicht minder bedeutsam, bot dieser Versandhandel einen einzigartigen Einblick in die sozialistische Konsumkultur. Der "Konsum-" bzw. "Centrum-Versandhandel" und andere staatliche Versandhäuser spielten im Alltag der DDR-Bürger eine besondere Rolle – geprägt von Planwirtschaft, Mangelerscheinungen und kreativen Lösungen. ## Die Anfänge des DDR-Versandhandels Der Versandhandel in der DDR begann in den 1950er Jahren, als der Staat erkannte, dass auch in einer sozialistischen Planwirtschaft der Bedarf an einer effizienten Verteilung von Konsumgütern bestand. Besonders in ländlichen Regionen, wo das Einzelhandelsnetz weniger dicht war, sollte der Versandhandel die Grundversorgung unterstützen. ### Die großen Namen: Centrum und Kon...

Unruhige Erde: Der Erdbebenschwarm im Vogtland wandert nach oben – Was steckt dahinter?

Wer im Dreiländereck zwischen Sachsen, Bayern und Böhmen lebt, ist an ein leichtes Zittern der Erde gewöhnt. Doch der aktuelle Februar 2026 zeigt uns wieder einmal, wie lebendig der Untergrund im Vogtland und im Egerbecken tatsächlich ist. Seit Wochen registrieren Messstationen eine anhaltende Serie von Erschütterungen, die Wissenschaftler und Anwohner gleichermaßen in Atem hält. Aktuelle Lage: Die Beben werden „flacher“ Nachdem die Region bereits im Januar mit Magnituden von bis zu 3,3 aufgeschreckt wurde, setzt sich die Aktivität fort. Besonders spannend für die Forschung: Die neuesten Messungen zeigen eine deutliche Veränderung der Tiefe. Lagen die Hypozentren (Erdbebenherde) zu Beginn noch in etwa 13 km Tiefe, sind sie nun auf rund 9 km aufgestiegen. Die Hotspots im Februar 2026:  * 04.02. – Nový Kostel (CZ): Magnitude 2,4 (Tiefe: 10 km)  * 08.02. – Bad Brambach (D): Magnitude 2,1 (Tiefe: 9 km)  * 12.02. – Luby (CZ): Magnitude 1,9 (Tiefe: 9 km) Warum wandern die Beben...

Die Jahnhalle Oberasbach: Ein Denkmal für den „Tag der offenen Mängel“

Herzlichen Glückwunsch, Oberasbach! IHR habt es mal wieder geschafft. Während andere Kommunen langweilig-funktionale Mehrzweckhallen bauen, die einfach nur… nun ja, funktionieren, habt ihr euch für das Erlebnismodell „Dauerbaustelle mit Ansage“ entschieden. Zwei Jahre lang wurde die Jahnhalle saniert. Millionen wurden versenkt – Entschuldigung, investiert –, um das gute Stück 2020 pünktlich (ein Wort, das im öffentlichen Bauwesen eigentlich unter Strafe stehen sollte) zu eröffnen. Doch wer dachte, man könne dort jetzt einfach so Sport treiben oder gar Veranstaltungen abhalten, hat die Rechnung ohne den feinsinnigen Humor der hiesigen Bauplanung gemacht. Überraschung! Es fehlt an… allem. Bei einer aktuellen Begehung kam ans Licht, was mancher Pessimist schon geahnt hat: Die Halle ist zwar wunderschön saniert, aber für den praktischen Betrieb leider in etwa so geeignet wie ein Schokoladen-Fondue-Set für eine Arktis-Expedition. Sowohl für den Sport als auch für kulturelle Events muss nun ...

Aufstieg und Fall von Quelle und Neckermann: Vom Wirtschaftswunder bis zur Insolvenz

  In der deutschen Wirtschaftsgeschichte stehen die Namen Quelle und Neckermann für ein Stück Nachkriegskultur, für den Wandel des Einzelhandels und letztlich auch für den schmerzhaften Strukturwandel im deutschen Versandhandel. Beide Unternehmen begleiteten Generationen von Deutschen durch das Wirtschaftswunder und prägten mit ihren Katalogen den Konsumstil einer ganzen Epoche. Doch wie konnten diese Giganten des Handels entstehen – und warum verschwanden sie schließlich von der Bildfläche? ## Die Gründerjahre: Visionen in schwierigen Zeiten ### Gustav Schickedanz und die Geburt von Quelle Die Geschichte von Quelle begann im Jahr 1927, als Gustav Schickedanz in Fürth ein Versandgeschäft gründete. Schon in den frühen Jahren setzte er auf ein für damalige Verhältnisse revolutionäres Konzept: Waren per Katalog anzubieten und direkt an die Kunden zu versenden. Der Name "Quelle" sollte Programm sein – eine Quelle für alles, was der Haushalt benötigte. Die wirkliche Erfolgsgeschic...

Die Geschichte der Hahnenkammkaserne bei Heidenheim: Von der militärischen Bedeutung zur zivilen Konversion

Die Hahnenkammkaserne in Heidenheim am Hahnenkamm im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen war 31 Jahre lang ein wichtiger Bundeswehrstandort. Ihre Geschichte spiegelt die militärische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ebenso wider wie die Herausforderungen, die mit der Schließung von Militärstandorten in strukturschwachen Regionen einhergehen. ## Die Entstehung: Aufbruch und Kontroversen (1959-1973) Die Geschichte der Hahnenkammkaserne begann bereits 1959, als sich die Marktgemeinde Heidenheim für den Bau einer Kaserne bewarb. Die Gemeinde versprach sich davon einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region. Doch der Weg bis zur Realisierung war keineswegs reibungslos. Schon im Folgejahr 1960 entbrannte in der Bevölkerung eine kontroverse Diskussion über das Projekt - ein ständiges "Pro und Kontra" begleitete die Planungen. Trotz der Widerstände beschloss das Verteidigungsministerium 1961 die Errichtung der Kaserne. Der Baubeginn erfolgte 1963 mit den ...

Ein Abschied und neue Horizonte: Wenn die Reise-Vlogs verstummen

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Das Ende von YourTravel TV markiert tatsächlich eine Zäsur in der deutschsprachigen Travel-Community auf YouTube. Stefan und  Es ist eine Nachricht, die viele von uns in der Community traurig gestimmt hat: YourTravel TV hört auf. Über Jahre hinweg haben uns Stefan und Dominik mit in die First Class, in versteckte Airport-Lounges und zu den entlegensten Winkeln der Welt genommen. Ihre Expertise und ihre sympathische Art, Reisen nicht nur als Urlaub, sondern als Erlebnis zu zelebrieren, werden fehlen. Ein Ende mit leisem Nachhall Wie man hört, sind es vor allem gesundheitliche Gründe, die das Paar zu diesem Schritt bewogen haben. In einer Welt, die immer schneller wird und in der "Content Creation" oft Dauerstress bedeutet, ist es eine mutige und richtige Entscheidung, die Reißleine zu ziehen und die eigene Gesundheit an erste Stelle zu setzen. Wir sagen: Danke für die Inspiration und wünschen den beiden nur das Beste für ihre Zukunft abseits der Kamera! Frischer Wind in der Pl...