Auch der Herr Dr. kennt jetzt die Schlange
Dirk Schümer hat in der Welt einen Beitrag geschrieben, der einen bemerkenswerten Satz enthält: Gesegnet, wer einen Trecker fahren kann. Verflucht, wer aus der Kanzlei fliegt und keinen Job mehr findet. Man muss das zweimal lesen, weil es so selbstverständlich klingt — und dabei so ungewohnt ist. Schümer beschreibt, wie sich Akademiker zum ersten Mal seit sehr langer Zeit beim Arbeitsamt einreihen. Ingenieure. IT-Spezialisten. Leute, denen man als Kind gesagt hat: Studiere, damit etwas aus dir wird. Die Reaktionsfolge, die er zitiert — erst überrascht, dann beschämt, dann enttäuscht — ist klinisch präzise. Wer sein ganzes Leben in der stillen Gewissheit gelebt hat, dass ein Abschluss eine Art Lebensversicherung ist, dem fehlt schlicht das mentale Werkzeug für diesen Moment. Das ist keine neue Arroganz. Schümer zeigt das kurz, aber treffend: Die Bildungskaste hat sich seit dem Mittelalter immer irgendwie durchgewunden. Wer lesen und schreiben konnte, hatte Macht über die, die es nicht k...