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Energiekrise, Stromkrieg und politische Selbstüberschätzung: Was 1973 mit heute zu tun hat

Warum uns 1973, Elektromobilität und das Heizungsgesetz dieselbe Warnung senden. Oder auch  Warum die Ölkrise von damals, die Stromdebatte von heute und das Mikromanagement der Politik dieselbe Lehre zeigen: Energiepolitik scheitert, wenn sie die Realität übersieht. Ich habe in den letzten Tagen alte Tagesschau-Ausgaben aus dem November 1973 gesehen, dazu ein Interview mit Fritz Vahrenholt gelesen und parallel die aktuelle Energie- und Stromdebatte verfolgt. Und je länger man sich das anschaut, desto klarer wird: Wir reden nicht nur über eine Energiekrise, sondern über ein Muster. Immer wieder reagiert Politik auf reale Knappheit mit Symbolik, Regelungsdrang und dem festen Glauben, man könne komplexe Energiesysteme per Beschluss stabilisieren.    1973 war kein Ausrutscher Die Ölkrise von 1973 war ein Schock, weil sie die Verwundbarkeit einer Industriegesellschaft brutal sichtbar machte. In der Tagesschau wurde damals schon über „Energiekrise - Arbeitsplätze“ gesprochen, u...

Die faszinierende Geschichte von Atari: Pionier der Videospielbranche

Atari ist mehr als nur ein Name in der Videospielgeschichte – das Unternehmen gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Gaming-Industrie. Von den bescheidenen Anfängen in einer Garage bis hin zum Status als Kultmarke durchlief Atari eine bewegte Geschichte voller Innovation, Erfolge und dramatischer Wendungen. ## Die Geburtsstunde (1972) Die Geschichte von Atari begann im Juni 1972, als Nolan Bushnell und Ted Dabney das Unternehmen in Sunnyvale, Kalifornien, gründeten. Der Name "Atari" stammt aus dem japanischen Go-Spiel und bedeutet soviel wie "im Begriff zu schlagen" – eine durchaus prophetische Namenswahl für ein Unternehmen, das die Unterhaltungsindustrie revolutionieren sollte. Bereits vor der offiziellen Gründung hatten Bushnell und Dabney mit "Computer Space" ihr erstes kommerzielles Videospiel entwickelt, das jedoch keinen großen kommerziellen Erfolg erzielte. Dies sollte sich schnell ändern. ## Der Durchbruch mit Pong (1972) Den ents...

Der ruhende Veteran und sein rastloser Bruder – Mount St. Helens und Bezymianny im Vergleich

*Zwei Vulkane, eine Handschrift, ein grundlegend verschiedener Tagesplan.* --- Irgendwo über Kamtschatka kreist gerade wieder eine Aschewolke. Das VAAC Tokio – das Volcanic Ash Advisory Center, das für den Luftraum über dem westlichen Pazifik zuständig ist – hat eine Warnung herausgegeben: Bezymianny. Schon wieder. Oder noch immer. Je nachdem, wie man die Dauerberieselung an eruptiven Aktivitäten auf der russischen Halbinsel zählen möchte. Wer den Namen Bezymianny nicht kennt, dem sei gesagt: Auf Deutsch heißt der Vulkan schlicht „der Namenlose". Was bei seiner Entdeckung vermutlich nach einem harmlosen Platzhalter klang, hat sich als unbeabsichtigte Ironie erster Güte entpuppt. Denn dieser Namenlose ist heute einer der aktivsten Vulkane der Welt – und er hat einen berühmteren Bruder auf der anderen Seite des Pazifiks, der gerade den ruhigeren Teil des Duos gibt: den Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington. ---   18. Mai 1980 – das Datum, das alles definiert Man kommt nicht ...

Lagebericht Mai 2026: Vogtland, Eger-Becken und die stille Erde unter Deutschland

Stand: 18. Mai 2026 | Quellen: Erdbebennews, GFZ Potsdam, LfULG Sachsen, GEOFON Zwei Wochen im Überblick: Was hat die Erde unter Deutschland getan? Der Mai 2026 präsentiert sich aus seismologischer Perspektive für Deutschland vergleichsweise ruhig – zumindest gemessen an der Aufgeregtheit des Jahreswechsels. Kein größerer Erdbebenschwarm, keine spürbaren Erschütterungen, die Schlagzeilen erzeugt hätten. Wer die Erdbebenliste von Erdbebennews.de in den letzten 14 Tagen verfolgt hat, findet ein vertrautes Bild: vereinzelte Kleinbeben im einstelligen Magnitudenbereich, instrumentell registriert, für die meisten Menschen völlig unbemerkt. Eines dieser Ereignisse steht beispielhaft für die hintergrundseismische Aktivität, die Deutschland permanent begleitet: Am 10. Mai 2026 um 7:46 Uhr (deutsche Zeit) registrierte das Erdbebennews-Netzwerk ein Beben der Magnitude 1,6 in 9 Kilometern Tiefe. Der genaue Ort ließ sich über die Meldung auf der Startseite von Erdbebennews als Ereignis im Schwarzw...

Blog‑Update: Unterwasservulkan in der Bismarcksee bleibt aktiv – „Titan Ridge“ im Fokus

Der bisher noch nicht offiziell benannte Unterwasservulkan in der Bismarcksee bleibt weiterhin aktiv. Aktuelle Beobachtungen zeigen aufsteigende Dampfwolken, Wasserverfärbungen und Bimssteinflöße über dem Schlotfeld im Nordwesten der Bismarcksee. Das VAAC Darwin meldet Eruptionswolken bis etwa 3.600 m Höhe, die sich mit rund 20 km/h Richtung Nordwesten ausbreiten. Satellitenbilder zeigen Signaturen, die sich über mehr als 70 km zerteilen, was auf eine längere, spaltenartige Eruptionszone hinweist. Erstmals liefern Fischer vor Ort Fotos der Eruption: Es sind mehrere Dampfsäulen zu sehen, die senkrecht aus dem Meer steigen – ein Hinweis darauf, dass es sich um mehrere Schlotbereiche verteilt über rund 4,3 km handeln könnte. In einigen Diskussionen wird der Vulkan inzwischen als „Titan Ridge“ bezeichnet, eine Bezeichnung, die aus Angaben des Rabaul Volcano Observatory stammt, aber noch nicht allgemein etabliert ist. Die Wassertiefen über dem Vulkan werden zwischen etwa 700 und 1.200 m ang...

Puracé in Kolumbien: Vulkan stößt weiter Asche aus

Der Vulkan Puracé im Süden Kolumbiens bleibt aktiv. Nach Angaben von Beobachtungsdiensten und aktuellen Berichten kam es in den vergangenen Tagen wiederholt zu Ascheemissionen, die bis in rund 5.200 bis 5.500 Meter Höhe aufstiegen.  Der kolumbianische Geologische Dienst stuft die Lage weiterhin als **gelbe Alarmstufe** ein. Das bedeutet: Der Vulkan zeigt auffällige Aktivität, aber es liegt nicht automatisch eine unmittelbare Großgefahr vor.  Besonders relevant ist, dass die Aschewolken teils mit Schwefeldioxid und verstärkter seismischer Aktivität einhergehen. Solche Phasen können für Anwohner, Landwirtschaft und Luftverkehr spürbar sein, auch wenn sie nicht zwangsläufig in eine größere Eruption übergehen.    Was das bedeutet Für die Region rund um Puracé bleibt die Lage dynamisch. Meldungen über Aschefall, Gasemissionen und anhaltenden Tremor zeigen, dass der Vulkan in einer aktiven Unruhephase steckt.  Für den Luftverkehr sind vor allem die Aschewolken relevan...

Ein Tag zu spät — aber das Netz steht noch

Der Weltfernmeldetag war gestern. Ich hab's verpennt. Das passt irgendwie. Gestern, am 17. Mai, war Weltfernmeldetag — offiziell: World Telecommunication and Information Society Day, kurz WTISD. Ausgerufen von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die sich auf den 17. Mai 1865 bezieht: den Tag, an dem die erste Internationale Telegraphenkonvention unterzeichnet wurde. Seitdem, genauer gesagt seit 1969, gibt es diesen Gedenktag. Seit 2006 hat die UN ihn noch um den "Welttag der Informationsgesellschaft" erweitert, weil zwei Tage offensichtlich effizienter sind als einer — zumindest wenn man sie zusammenlegt. Das Motto für 2026 lautet: „Digital Lifelines: Strengthening resilience in a connected world." Digitale Lebensadern. Resilienz. Eine vernetzte Welt, die standhält. Man könnte das als schönes Hochglanz-Konzept abtun, das irgendwo in Genf beschlossen wurde, während Bürokraten Kaffeepausen machen. Und ja, das wäre nicht ganz falsch. Aber es wäre auch nicht ganz e...