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Die Geschichte der Tengelmann-Märkte: Von der Barmer Butterhandlung zum Handelsriesen

Die Geschichte der Tengelmann-Gruppe ist eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten des deutschen Einzelhandels. Über 150 Jahre prägte das Familienunternehmen die deutsche Handelslandschaft und entwickelte sich von einem kleinen Kolonialwarenladen zu einem internationalen Handelskonzern. ## Die Anfänge im 19. Jahrhundert Alles begann im Jahr 1867, als Wilhelm Schmitz-Scholl in Mülheim an der Ruhr ein kleines Lebensmittelgeschäft eröffnete. Die eigentliche Erfolgsgeschichte nahm jedoch 1873 ihren Lauf, als sein Sohn Emil Tengelmann das Geschäft übernahm und nach Wuppertal-Barmen verlegte. Dort gründete er die "Tengelmann'sche Butterhandlung", die schnell expandierte. Emil Tengelmann erkannte früh die Bedeutung von Qualität und fairen Preisen. Mit innovativen Konzepten für die damalige Zeit legte er den Grundstein für das spätere Firmenimperium. Die Idee war revolutionär: Durch den direkten Einkauf und den Verzicht auf Zwischenhändler konnten günstigere Preise angeboten ...

Fünf Minuten zum Packen: Wie man aus der Bibertstadt eine Weltmarke an die Wand fährt

  Es gibt Sätze, die man als Zirndorfer nie hören wollte. "Playmobil wird nur noch in Tschechien und Malta produziert" ist so einer. Ich bin in Zirndorf aufgewachsen. Wer hier groß wird, wächst mit dieser Marke auf, ob er will oder nicht. Playmobil war keine Firma, Playmobil war eine Instanz. Ein Wort, das man nicht erklären musste, wenn man irgendwo in Deutschland sagte, wo man herkommt. Man sagte Zirndorf, und das Gegenüber sagte Playmobil, und damit war die geografische Einordnung abgeschlossen. Diese Zeit ist vorbei, und zwar nicht mit einem Knall, sondern mit einer Pressemitteilung. Der Palast zwischen Leichendorf und Lind Wer wissen will, wie groß diese Sache einmal war, muss nur zwischen Leichendorf und Lind fahren. Dort steht er, der Firmensitz, den Playmobil Anfang der Neunziger auf die grüne Wiese gesetzt hat. Ein Verwaltungsbau, der in seiner Dimension und seiner Selbstsicherheit aus einer anderen Republik zu stammen scheint. Das waren, wie man so sagt, noch ...

Leib und Leben, aber bitte erst 2027

  Es gibt Momente, in denen man sich fühlt wie Klaus Kinski vor laufender Kamera, kurz bevor er dem Regisseur erklärt, was er von dessen Drehbuch hält – nur dass mein Drehbuch diesmal von der Stadt Fürth und dem Baureferat Nürnberg geschrieben wurde, und die Antwort auf die Frage „ist das ein Scherz“ tatsächlich „nein“ lautet. Fangen wir bei der Raiffeisenstraße an, jenem unscheinbaren Verbindungsstück zwischen Höfles und Buch, das seit dem 11. Mai für Kanalbauarbeiten gesperrt ist. Ursprünglich sollte die Sperrung bis 24. Juli dauern, dann bis Ende August, und jetzt – zum zweiten Mal – noch länger. Ich will niemandem unterstellen, dass man beim Öffnen eines Kanalgrabens tatsächlich überrascht sein kann, was darunter zum Vorschein kommt. Aber wenn man eine Frist zweimal reißt, ist das kein Pech mehr, das ist eine Systematik. Und dann ist da die Zirndorfer Brücke, mit der wir uns hier ja schon ausführlich beschäftigt haben. Zur Erinnerung, für alle, die zwischenzeitlich andere So...

Der Erweckungsmoment: Wie die Fürther Nachrichten den Journalismus neu erfand

  Es gibt Momente, in denen man als Leser fast andächtig wird. Man reibt sich die Augen, liest den Satz noch einmal, und tatsächlich: Da steht er, gedruckt, mit Fragezeichen versehen und in aller redaktionellen Demut – der Verdacht auf einen Interessenkonflikt bei zwei Kommunalpolitikern. Die Fürther Nachrichten, so scheint es, haben den Investigativjournalismus erfunden. Man könnte fast eine Kerze anzünden. Zur Erinnerung, falls die Pointe noch nicht angekommen ist: Der neue erste und der neue dritte Bürgermeister von Zirndorf sind gemeinsam Geschäftsführer einer Bauträgerfirma und sitzen zugleich im Bauausschuss. Das ist, unabhängig von allem, was noch folgt, tatsächlich meldepflichtig und tatsächlich eine berechtigte Frage. Nur: Seit wann interessiert sich diese Redaktion für berechtigte Fragen zu Zirndorfer Kommunalpolitik? Denn hier kommt der Teil, den die Fürther Nachrichten in ihrem Aufruf zur sachlichen Diskussion dezent unterschlagen: Es gab Jahrzehnte. Jahrzehnte, in d...

🔌 Die wechselvolle Geschichte der ProMarkt Elektromärkte

ProMarkt – dieser Name weckt bei vielen älteren Semestern in Deutschland Erinnerungen an große Elektrofachmärkte, die oft mit einem hart geführten Preiskampf und markanten Werbeslogans in Verbindung gebracht wurden. Doch hinter der Marke verbirgt sich keine einfache, geradlinige Unternehmensgeschichte, sondern ein komplexes Geflecht aus verschiedenen Handelsketten, Übernahmen und Neuanfängen. Tauchen wir ein in die Historie eines deutschen Einzelhandelsnamens, der heute weitgehend von der Bildfläche verschwunden ist. 👥 Mehrere „ProMärkte“ – Eine verwirrende Anfangszeit Was viele nicht wissen: Die Marke ProMarkt wurde im Laufe der Zeit von mehreren voneinander unabhängigen Unternehmen in verschiedenen Regionen Deutschlands genutzt. Lange Zeit gab es faktisch vier separate ProMarkt-Ketten:  * ProMarkt (Bremen): Ursprünglich die Keimzelle der Marke in Norddeutschland.  * ProMarkt (Phora/Wessendorf): Verantwortlich für Filialen in Süddeutschland.  * ProMarkt (Wegert): Eine K...

🔨 20 Prozent auf alles? Der Aufstieg und Fall der Praktiker Baumärkte

Wenn man über die Geschichte der Praktiker Baumärkte spricht, kommt man an einem Satz nicht vorbei: „20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung.“ Dieser berühmte Werbeslogan hat die Marke Praktiker über Jahre hinweg im kollektiven Gedächtnis verankert – und paradoxerweise war er auch der Hauptgrund für ihren dramatischen Niedergang. Die Praktiker AG war einst der zweitgrößte Baumarktkonzern Deutschlands. Heute ist sie Geschichte. Werfen wir einen Blick auf die wechselvolle Story eines Baumarkt-Giganten, der an seiner eigenen Discount-Strategie zerbrochen ist. 🚀 Die frühen Jahre: Expansion und der Discount-Gedanke Die Wurzeln von Praktiker reichen zurück bis ins Jahr 1978, als der erste Markt unter dem Namen bâtiself in Luxemburg eröffnet wurde. Die Dachgesellschaft war die Asko Deutsche Kaufhaus AG in Saarbrücken, aus der später die Metro AG hervorging. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie OBI, die oft organisch wuchsen, expandierte Praktiker von Anfang an durch die Übernahme kleinerer und ...

Hertie: Aufstieg, Glanz und das stille Ende einer Legende

Kennen Sie noch diesen ganz speziellen Geruch im Eingangsbereich? Eine Mischung aus Parfümabteilung, Lederwaren und – wenn man tief einatmete – dem fernen Duft von Pommes aus dem Restaurant im Obergeschoss? Für viele Generationen in Deutschland war Hertie mehr als nur ein Geschäft. Es war der Ort, an dem man die erste Schallplatte kaufte, den ersten Schulranzen aussuchte und wo es einfach alles gab. Doch hinter der bunten Warenwelt verbirgt sich eine dramatische Geschichte von Pioniergeist, tragischer Enteignung und dem Wandel des Einzelhandels. Tauchen wir ein in die Geschichte eines Giganten. 1. Die Anfänge: Eine Revolution aus Gera (1882) Alles begann im Jahr 1882 in Gera. Der Kaufmann Hermann Tietz finanzierte seinem Neffen Oscar Tietz die Eröffnung eines kleinen Weißwarengeschäfts. Die beiden hatten eine für damalige Verhältnisse revolutionäre Idee:  * Feste Preise: Kein Feilschen mehr.  * Barzahlung: Sofortiges Geld statt Anschreiben.  * Große Auswahl: Alles unter e...