Der Speicher-Boom und seine blinde StelleWenn die Feuerwehr zum Restrisikoträger wird
Zwei Einsätze, ein Muster Bautzen, Ende Juni: Ein Batteriegroßspeicher auf dem Schliebenparkplatz gerät in Brand – vier Überseecontainer mit Lithium-Ionen-Zellen, zusammen 1,5 Megawatt Leistung. Die Feuerwehr löscht über weite Strecken gar nicht. Sie kühlt, um eine weitere Erwärmung und eine mögliche Explosion zu verhindern. Erst als dieser Prozess abgeschlossen ist, öffnet ein Bagger den Container, damit ein Löschroboter das eigentliche Feuer bekämpfen kann. Wenige Tage später, Bentwisch bei Rostock: Anwohner melden Rauch aus einem Anbau, in dem der Batteriespeicher einer privaten Photovoltaikanlage qualmt. Die alarmierte Feuerwehr betritt das Gebäude, um die Lage zu erkunden – in genau diesem Moment kommt es zur Explosion. Drei Kameraden werden von der Druckwelle mehrere Meter zurückgeschleudert und leicht verletzt, zwei weitere stehen unter Schock. Zwei völlig unterschiedliche Anlagengrößen, ein und dasselbe Grundproblem: Niemand in der Einsatzleitung konnte auf ein eingespieltes, b...