De-Mail ist tot. Überraschung. Und die anderen auch
Es gibt Momente, in denen man nicht weiß, ob man lachen oder einfach zur Tagesordnung übergehen soll. Der Bundestag hat vergangene Woche das Ende von De-Mail beschlossen. Nach 15 Jahren, hohen Betriebskosten und aufwändigen Prüfverfahren. Das Ende kommt zum 31. Dezember 2026. Falls der Bundesrat zustimmt — und es gibt keinen erkennbaren Grund, warum er es nicht täte. Das ist keine Neuigkeit. Das ist die Bestattung eines Patienten, der seit Jahren tot ist. Aber De-Mail steht nicht allein. Es ist Teil einer Reihe. Und die Reihe hat eine Struktur, die man kennen sollte. Das Muster Die Grundannahme lautet jedes Mal: Wenn Deutschland — oder Europa — es selbst baut, wird es besser, sicherer, souveräner. Unabhängiger von den Amerikanern. Der Subtext ist nationaler Stolz verkleidet als Technologiepolitik. Das Ergebnis ist meistens dasselbe. Fall 1: Paydirekt / Giropay (2015–2024) PayPal startete im Jahr 2000. Es dauerte stolze 16 Jahre, bis die deutsche Kreditwirtschaft eine Antwort darauf ent...