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Das Erdbeben im Friaul 1976 – Eine Katastrophe, die eine Region veränderte

Am 6. Mai 1976, um 21:00 Uhr Ortszeit, erschütterte ein verheerendes Erdbeben die nordostitalienische Region Friaul-Julisch Venetien. Mit einer Magnitude von 6,5 auf der Richterskala traf dieses Beben eine Gegend völlig unvorbereitet und hinterließ eine Spur der Verwüstung, die bis heute im kollektiven Gedächtnis der Region verankert ist. ## Die Katastrophe Das Epizentrum lag in den Bergen nördlich von Udine, zwischen den Ortschaften Gemona del Friuli und Venzone. In nur 59 Sekunden wurden ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Die Bilanz war erschütternd: 989 Menschen verloren ihr Leben, etwa 2.400 wurden verletzt, und rund 157.000 Menschen wurden obdachlos. Besonders tragisch war, dass das Beben zu einer Zeit zuschlug, als viele Familien beim Abendessen zusammensaßen. Die Zerstörung war beispiellos für Italien der Nachkriegszeit. Historische Ortskerne, die Jahrhunderte überdauert hatten, wurden binnen Sekunden zu Trümmerhaufen. Gemona del Friuli, eine mittelalterliche Stadt mit prä...

Zwei Dachstühle, eine Vermutung: Was die PV-Brände in Polling und Fürth mit Fachkräftemangel zu tun haben könnten -Update -

  Ein Brand, den ich aus der Nähe gesehen habe Am 29. Mai 2026 brannte der Dachstuhl der Hauptrettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Fürth, Henri-Dunant-Straße. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach. Ich war zufällig vor Ort und habe die Löscharbeiten mitbekommen. Die Polizei geht von einem Schaden im niedrigen sechsstelligen Bereich aus. Verletzt wurde niemand, das BRK-Personal hatte das Gebäude rechtzeitig verlassen. Schon am Tag selbst war klar, wo der Brandherd lag: im Bereich der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das THW musste in den Tagen danach ein Gerüst an der Fassade errichten, um die beschädigten Module sicher demontieren zu lassen – Folgebrände und herabstürzende Teile sollten vermieden werden. Knapp drei Wochen später, am 20. Juni 2026, brannte in Polling im Landkreis Mühldorf am Inn ebenfalls ein Dachstuhl komplett aus. Schaden bis zu 100.000 Euro, kein Verletzter, laut Polizei ein „mutmaßlicher technischer Defekt“. Hier muss ich ehrlich sein, was...

Das Erdbeben in der Irpinia 1980 – Eine Katastrophe, die Italien erschütterte

Am Abend des 23. November 1980 ereignete sich in Süditalien eine der verheerendsten Naturkatastrophen der jüngeren europäischen Geschichte. Um 19:34 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,9 auf der Richterskala die Region Irpinia in Kampanien sowie angrenzende Gebiete in der Basilikata und Apulien. ## Die Katastrophe Das Epizentrum des Bebens lag in der bergigen Region östlich von Neapel, zwischen den Orten Conza della Campania, Lioni und Sant'Angelo dei Lombardi. Die Erschütterungen waren so heftig, dass sie in weiten Teilen Süditaliens und sogar bis nach Rom spürbar waren. Besonders tragisch war, dass das Beben zu einer Zeit eintrat, als viele Menschen in ihren Häusern waren – an einem Sonntagabend im späten November. Die Bilanz war erschütternd: Offiziellen Angaben zufolge starben etwa 2.900 Menschen, über 8.800 wurden verletzt, und schätzungsweise 280.000 Menschen wurden obdachlos. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, darunter Conza della Campania, das v...

Günzburg gegen Zirndorf: Eine Frage der Fläche

Persönliches – Freizeitparks – Franken vs. Schwaben Ich wohne, wie an dieser Stelle bekannt sein dürfte, fast in Sichtweite dessen, was Zirndorf stolz seinen Playmobil-FunPark nennt. Ein Umstand, der mich seit Jahren in eine Art familieninterne Loyalitätspflicht zwingt – wer in der Nähe von Brandstätters Werk aufwächst, besucht dort nicht den Park, man geht dort quasi vorbei. Über das vergangene Wochenende habe ich mir trotzdem einen Ausflug ins Konkurrenzlager erlaubt und war von Samstag bis Dienstag in einem Campingfass im Legoland-Feriendorf in Günzburg untergebracht. Ein Vergleich drängt sich auf, und ich dränge nicht gerne etwas ab, das sich von selbst anbietet. Die Sache mit der Fläche Um den großen Held der Steine zu zitieren – gemeint sind hier ausdrücklich die notleidenden Milliardäre aus Dänemark, deren Familie regelmäßig als reichste des Landes gehandelt wird, was der Notlage einen gewissen ironischen Anstrich verleiht – gefühlt war das Areal in Günzburg mindestens doppel...

Vom Kuhdorf zur Vorstadt: Wintersdorf im Wandel seit 1985

  Ein persönlicher Rückblick auf vierzig Jahre Dorfgeschichte am Rand von Zirndorf Ankunft in einem anderen Zeitalter 1985 zogen meine Eltern mit mir nach Wintersdorf – einem der äußeren Ortsteile von Zirndorf, direkt an der Bibert gelegen, umgeben von Acker- und Grünland. Wir kamen aus Gebersdorf, wo wir vorher gewohnt hatten (dazu gibt es an anderer Stelle schon einen eigenen Blogartikel). In Wintersdorf kauften meine Eltern ein Reihenhaus in der neuen Bibertsiedlung – zu dem Zeitpunkt bereits mit zwei Söhnen: mir, Jahrgang 1978, und meinem mittleren Bruder, Jahrgang 1983. Unser jüngster Bruder kam erst 1989 zur Welt, mitten in der Wintersdorfer Zeit, und war damit der einzige von uns dreien, der von Geburt an in der Siedlung aufwuchs, während ich als Siebenjähriger den Umzug selbst noch ganz bewusst miterlebt habe. Mein erster Eindruck war denkbar unkompliziert: Da rund um uns herum noch alles Baugebiet war, war die ganze Siedlung für mich als Siebenjährigen vor allem eines –...

Die Geschichte der NCR Corporation: Vom Kassenregister zum globalen Technologiekonzern

Die NCR Corporation blickt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück, die sich über mehr als 140 Jahre erstreckt und die Entwicklung moderner Geschäftstechnologie maßgeblich mitgeprägt hat. ## Die Anfänge: Revolution im Einzelhandel Die Geschichte von NCR beginnt im Jahr 1879 in Dayton, Ohio. Der Ladenbesitzer James Ritty erfand die erste mechanische Registrierkasse, um Diebstähle durch seine eigenen Angestellten zu verhindern. Diese Innovation revolutionierte die Art und Weise, wie Geschäfte ihre Finanzen verwalteten. Ritty verkaufte sein Patent 1884 an John H. Patterson, der das Unternehmen in "National Cash Register Company" umbenannte und damit den Grundstein für einen Weltkonzern legte. Patterson war nicht nur ein geschickter Geschäftsmann, sondern auch ein Pionier moderner Vertriebsmethoden. Er entwickelte standardisierte Verkaufsschulungen und etablierte das Konzept des Außendienstmitarbeiters, wie wir es heute kennen. ## Expansion und Innovation im 20. Jahrhundert In ...

Zwei Infotafeln als Grabsteine

  Der nächste Bauabschnitt bei Leichendorf ist kein Baufortschritt. Es ist die endgültige Beerdigung der Bibertbahn – mit Ansage. Der Landkreis Fürth hat diese Woche vermeldet, dass es weitergeht. Nach der Verkehrsfreigabe des ersten Abschnitts in Zirndorf im Dezember 2025 richtet sich der Blick nun auf den Ausbau Richtung Zirndorf-Leichendorf. Baustart: 2027. Und damit man sich schon mal ein Bild machen kann, wurden Anfang der Woche zwei Infotafeln aufgestellt – am geplanten Beginn und Ende des sogenannten Westabschnitts. Verwaltungssprech für: Der letzte noch unverbaute Rest der Bibertbahn-Trasse zwischen Zirndorf und Leichendorf wird jetzt endgültig plattgemacht. Darüber habe ich im April schon geschrieben, damals noch mit einem Fragezeichen. Das Fragezeichen kann weg. Ab 2027 ist es amtlich. Die Trasse, die man angeblich nicht zu früh entwidmet hat Der Landrat hat sich bei der Vorstellung dieses Radschnellwegs selbst auf die Schulter geklopft: Es sei gut gewesen, die...