Broiler vs. Wienerwald: Die Schlacht um das deutsche Hähnchen*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 5*
"Ein Broiler macht noch keinen Sommer" - dieser Kalauer war in den 1970er Jahren in beiden deutschen Staaten bekannt. Aber während Westdeutsche zum "Wienerwald" pilgerten, um sich ein "Hendl" zu gönnen, entwickelte die DDR mit dem "Broiler" eine der wenigen echten Erfolgsgeschichten ihrer Planwirtschaft. Zwei Systeme, zwei Wege zum Hähnchen - und am Ende gewann der Geschmack. ## Genesis einer Erfolgsgeschichte: Die DDR entdeckt das Huhn Bis in die 1960er Jahre war Geflügel in Deutschland Sonntagsbraten für besondere Anlässe. Dann kam die industrielle Revolution auf den Teller - ausgelöst durch amerikanische Produktionsmethoden und sowjetische Planungsambitionen. ### Der sowjetische Impuls (1964-1967) Die Idee kam von ganz oben: Nikita Chruschtschow hatte in den USA die industrielle Geflügelzucht gesehen und war begeistert. Sein Auftrag an die sozialistischen Bruderländer: "Geflügelfleisch für alle Werktätigen!" **Die DDR-Reaktion:** - *...