Süße Diplomatie im Kalten Krieg: Früchte als politische Währung zwischen Ost und West
In den angespannten Jahren des Kalten Krieges entwickelte sich zwischen den Führern der sozialistischen Staaten eine bemerkenswerte Form der persönlichen Diplomatie, die heute fast vergessen ist: der Austausch exotischer Früchte und landwirtschaftlicher Erzeugnisse als Gesten des guten Willens und der persönlichen Wertschätzung. ## Die Akteure einer ungewöhnlichen Diplomatie Leonid Breschnew, der langjährige Generalsekretär der KPdSU, Helmut Schmidt, der pragmatische deutsche Bundeskanzler, und Erich Honecker, der Staatsratsvorsitzende der DDR, pflegten in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren einen diplomatischen Stil, der weit über offizielle Protokolle hinausging. Während die Weltöffentlichkeit auf Rüstungsverhandlungen und ideologische Auseinandersetzungen blickte, entwickelte sich im Hintergrund ein System persönlicher Aufmerksamkeiten, das die menschliche Seite der Mächtigen offenbarte. ## Breschnews Obsession: Exotische Früchte aus dem Westen Breschnew war bekannt für seine...