Hopfen und Malz, Gott erhalt's: Bier und Spirituosen in geteiltem Deutschland*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 6*
"Ein Bier geht noch" - dieser Spruch galt in Ost wie West, aber was im Glas landete, unterschied sich erheblich. Während westdeutsche Brauereien um Marktanteile kämpften und ihre Biere mit millionenschweren Kampagnen bewarben, trank man in der DDR "Pilsener" aus dem VEB oder bekam den berüchtigten "Goldbrand" als Belohnung für sozialistische Arbeit. Bier und Schnaps spiegelten die Systeme wider: Im Westen Vielfalt und Konkurrenz, im Osten Standardisierung und Mangel - aber überall wurde getrunken. ## Das deutsche Erbe: Bier als Kulturgut Deutschland war schon vor der Teilung eine Biernation. Das Reinheitsgebot von 1516 machte deutsches Bier weltberühmt, regionale Brautraditionen prägten die Identität ganzer Landstriche. 1949 stand fest: Beide deutsche Staaten würden Biernationen bleiben - aber auf sehr unterschiedliche Weise. ### Die Ausgangslage 1949 **Westdeutschland:** - **400 Brauereien** überlebten den Krieg - **Traditionelle Strukturen:** Familienbra...