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Träume auf vier Rädern: Die vergessenen Prototypen der DDR-Automobilgeschichte

Wenn heute vom DDR-Automobilbau die Rede ist, denken die meisten an Trabant und Wartburg – an jene Fahrzeuge, die tatsächlich produziert wurden und das Straßenbild prägten. Doch hinter den Werkstoren von Zwickau, Eisenach und in zahllosen improvisierten Werkstätten entstand noch etwas anderes: eine Welt von Prototypen, Konzeptfahrzeugen und technischen Visionen, die nie das Licht der Serienproduktion erblickten. Diese vergessenen Projekte erzählen eine Geschichte von Erfindergeist unter widrigsten Bedingungen – und von der Frage, was hätte sein können. ## Entwickeln unter Zwängen Automobilentwicklung in der DDR war ein permanenter Spagat. Materialmangel machte kreative Lösungen zur Notwendigkeit, politische Vorgaben engen Spielraum zur Pflicht, und dennoch gab es Ingenieure und Techniker, die nicht aufhörten zu denken, zu tüfteln und zu träumen. Ihre Projekte waren oft Meisterwerke der Improvisation – geboren aus dem Willen, trotz begrenzter Mittel technisch Anspruchsvolles zu schaffen...

Warum eine Fachkräftemangel-Welle auf den Kreis Pfaffenhofen zurollt Ein Kommentar

Überrascht bin ich nicht. Die Meldung, dass auf den Kreis Pfaffenhofen eine Fachkräftemangel-Welle zurollt, ist keine Nachricht – sie ist eine Bestandsaufnahme. Die IHK für München und Oberbayern rechnet vor, dass in Bayern bis 2035 mehr als 1,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen werden. Allein 2024 gehen rund 285.000 Erwerbstätige in Rente, dem stehen nur etwa 120.000 Schulabgänger gegenüber. In der Region 10, zu der Pfaffenhofen zählt, fehlen bis 2030 rund 12.000 Fachkräfte, jede zwölfte Stelle bleibt unbesetzt. Das sind keine Prognosen, das ist Demografie, und Demografie lässt sich nicht wegdiskutieren. Was mich an solchen Artikeln regelmäßig stört, ist der Tonfall des Überraschtseins. Als wäre der Fachkräftemangel ein Wetterphänomen, das unangekündigt über uns hereinbricht. Ich bin seit 2013 in der Glasfaser-Infrastruktur unterwegs, als Projekt- und Bauleiter, und ich kann aus erster Hand berichten: Wer heute einen Tiefbauer, einen Spleißer oder einen Elektroniker sucht, sucht länger a...

Die vulkanische Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Golanhöhen

Die Golanhöhen, jenes markante Hochplateau im Grenzgebiet zwischen Israel, Syrien und dem Libanon, verdanken ihre charakteristische Landschaft einer bewegten vulkanischen Vergangenheit. Wer heute über die weiten Basaltfelder wandert oder die sanften Vulkankegel am Horizont betrachtet, bewegt sich auf den erstarrten Zeugnissen gewaltiger geologischer Kräfte. ## Eine feurige Vergangenheit Die vulkanische Geschichte des Golan begann vor etwa 23 Millionen Jahren im Miozän und setzte sich bis in die jüngste geologische Vergangenheit fort. Die Region liegt am nördlichen Ende des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, jener tektonischen Schwächezone, die sich vom Roten Meer über das Jordantal bis nach Syrien erstreckt. Hier, wo die Arabische Platte gegen die Afrikanische Platte drückt, fanden Magma und vulkanische Gase ihren Weg an die Erdoberfläche. Über Millionen Jahre hinweg entstanden durch wiederholte Eruptionen die charakteristischen Basaltdecken, die heute große Teile des Golan bedecken. B...

Großlangheim und die Bibertbahn: ein Déjà-vu, das mir nicht gefälltWie eine kleine Lücke im Gleis eine große Wiederholung erzählt

Ich habe die Meldung aus Großlangheim gelesen – wenige Meter fehlende Schiene, ein Bahnübergang, der eine Gemeinde spaltet, und jetzt die Entscheidung, dass die Lücke erst mal bleibt, wie sie ist. Und ich muß ehrlich sagen: Ich kenne diesen Film schon, ich kenne sogar das Drehbuch, und ich weiß, wie er endet. Ich habe ihn vor ein paar Jahren in meiner eigenen Umgebung gesehen, im Biberttal, keine 15 Kilometer von hier. Und er endet nicht gut. Zur Erinnerung, falls es an einem vorbeigegangen ist: Die Steigerwaldbahn zwischen Kitzingen und Schweinfurt liegt seit rund zwanzig Jahren still, seit 2019/2020 wird ihre Reaktivierung ernsthaft geprüft, mit Gutachten, Nachfragewerten, politischen Beschlüssen in gleich zwei Kreistagen. In Großlangheim hat die Gemeinde vor einigen Wochen zehn Meter Gleis herausreißen lassen, offiziell um einen unerlaubten Bahnübergang zu unterbinden. Für die Reaktivierungsbefürworter war das ein Schock, für die andere Seite eine längst überfällige Klarstellung. Be...

Das Erdbeben im Friaul 1976 – Eine Katastrophe, die eine Region veränderte

Am 6. Mai 1976, um 21:00 Uhr Ortszeit, erschütterte ein verheerendes Erdbeben die nordostitalienische Region Friaul-Julisch Venetien. Mit einer Magnitude von 6,5 auf der Richterskala traf dieses Beben eine Gegend völlig unvorbereitet und hinterließ eine Spur der Verwüstung, die bis heute im kollektiven Gedächtnis der Region verankert ist. ## Die Katastrophe Das Epizentrum lag in den Bergen nördlich von Udine, zwischen den Ortschaften Gemona del Friuli und Venzone. In nur 59 Sekunden wurden ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Die Bilanz war erschütternd: 989 Menschen verloren ihr Leben, etwa 2.400 wurden verletzt, und rund 157.000 Menschen wurden obdachlos. Besonders tragisch war, dass das Beben zu einer Zeit zuschlug, als viele Familien beim Abendessen zusammensaßen. Die Zerstörung war beispiellos für Italien der Nachkriegszeit. Historische Ortskerne, die Jahrhunderte überdauert hatten, wurden binnen Sekunden zu Trümmerhaufen. Gemona del Friuli, eine mittelalterliche Stadt mit prä...

Zwei Dachstühle, eine Vermutung: Was die PV-Brände in Polling und Fürth mit Fachkräftemangel zu tun haben könnten -Update -

  Ein Brand, den ich aus der Nähe gesehen habe Am 29. Mai 2026 brannte der Dachstuhl der Hauptrettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Fürth, Henri-Dunant-Straße. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach. Ich war zufällig vor Ort und habe die Löscharbeiten mitbekommen. Die Polizei geht von einem Schaden im niedrigen sechsstelligen Bereich aus. Verletzt wurde niemand, das BRK-Personal hatte das Gebäude rechtzeitig verlassen. Schon am Tag selbst war klar, wo der Brandherd lag: im Bereich der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Das THW musste in den Tagen danach ein Gerüst an der Fassade errichten, um die beschädigten Module sicher demontieren zu lassen – Folgebrände und herabstürzende Teile sollten vermieden werden. Knapp drei Wochen später, am 20. Juni 2026, brannte in Polling im Landkreis Mühldorf am Inn ebenfalls ein Dachstuhl komplett aus. Schaden bis zu 100.000 Euro, kein Verletzter, laut Polizei ein „mutmaßlicher technischer Defekt“. Hier muss ich ehrlich sein, was...

Das Erdbeben in der Irpinia 1980 – Eine Katastrophe, die Italien erschütterte

Am Abend des 23. November 1980 ereignete sich in Süditalien eine der verheerendsten Naturkatastrophen der jüngeren europäischen Geschichte. Um 19:34 Uhr Ortszeit erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,9 auf der Richterskala die Region Irpinia in Kampanien sowie angrenzende Gebiete in der Basilikata und Apulien. ## Die Katastrophe Das Epizentrum des Bebens lag in der bergigen Region östlich von Neapel, zwischen den Orten Conza della Campania, Lioni und Sant'Angelo dei Lombardi. Die Erschütterungen waren so heftig, dass sie in weiten Teilen Süditaliens und sogar bis nach Rom spürbar waren. Besonders tragisch war, dass das Beben zu einer Zeit eintrat, als viele Menschen in ihren Häusern waren – an einem Sonntagabend im späten November. Die Bilanz war erschütternd: Offiziellen Angaben zufolge starben etwa 2.900 Menschen, über 8.800 wurden verletzt, und schätzungsweise 280.000 Menschen wurden obdachlos. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, darunter Conza della Campania, das v...