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Folge 3: Eurasien – Wenn Giganten kollidieren

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​In den letzten beiden Folgen sahen wir, wie das Auseinanderbrechen von Pangäa neue Ozeane schuf. Heute betrachten wir das genaue Gegenteil. Wir reisen an einen Ort, an dem ein Ozean verschwand und stattdessen die höchsten Gipfel der Welt entstanden: der Himalaya. ​Diese Folge ist die Geschichte einer der gewaltigsten Karambolagen der Erdgeschichte. ​Geologie: Der Kontinent, der nicht bremsen wollte ​Stellen Sie sich vor, Indien war einst ein geologischer Raser. Nach dem Zerfall von Pangäa trennte es sich von Madagaskar und raste mit der (geologisch astronomischen) Geschwindigkeit von über 15 Zentimetern pro Jahr nach Norden. ​Ihr Ziel: Eurasien. ​Das Tethys-Meer verschwindet: Zwischen Indien und Eurasien lag ein riesiger Ozean, die Tethys. Als Indien nach Norden drückte, wurde der Ozeanboden unter Eurasien gedrückt (Subduktion). ​Der Aufprall: Vor etwa 50 Millionen Jahren war der Ozean weg. Indien knallte frontal in Eurasien. Aber Kontinente sind zu leicht, um in den Mantel abzutauche...

Bitte haben Sie noch etwas Geduld: Notizen aus der Servicewüste

  Es gibt Themen, die liegen eine Weile in der Luft, bis jemand sie aufhebt. Die Servicewüste ist so eins. Der Hon spricht in seinen Beiträgen immer wieder davon, wenn er von Hotelaufenthalten oder Flügen erzählt, bei denen Service eher behauptet als erbracht wird. Und vor ein paar Tagen hat mein hochgeschätzter Freund Achim Hepp auf LinkedIn eine Geschichte aufgeschrieben, die so exemplarisch ist, dass man sie in jedes Lehrbuch für Kundenservice aufnehmen sollte. Als Negativbeispiel, versteht sich. Achims kleine Reise durch die Zuständigkeiten Achim hatte über Expedia einen United-Flug ab Frankfurt gebucht, mit einem Zubringer der Lufthansa. Der Flug wurde gestrichen. Erfahren hat er das nicht etwa per Mail oder SMS, sondern am Vortag beim Versuch, einzuchecken. Es folgte eine Stunde Chat mit der Lufthansa. Auf Englisch, weil der Mitarbeiter kein Deutsch sprach. Bei einer deutschen Airline. Das Ergebnis: Es handle sich um ein United-Ticket, man sei nicht zuständig. Also weiter...

Angekommen auf der falschen Seite

  Danke, wir brauchen euch jetzt nicht mehr Es gibt Sätze, die man nicht plant. Sie stehen irgendwann einfach im Raum, meistens abends, meistens nach einem Artikel zu viel. Bei mir lautete er neulich: Ich fühle mich auf der falschen Seite angekommen. Nicht auf der falschen Seite einer Debatte. Das kenne ich, das gehört zum Bloggen dazu. Sondern auf der falschen Seite einer Entwicklung. Man steht nicht mehr da, wo die Dinge entstehen, sondern da, wo sie ankommen. Fertig, verpackt, mit fremdem Typenschild. Ich habe in den vergangenen Monaten mehrfach darüber geschrieben, ohne es so zu nennen. Über die Luftfracht, die buchstäblich an Deutschland vorbeifliegt. Über einen kalifornischen Chiphersteller, der an der Börse mehr wert ist als alles, was dieses Land in einem Jahr erwirtschaftet. Über Mobilfunknetze, für die Europa gerade noch zwei eigene Ausrüster hat und trotzdem darüber streitet, wer hinein darf. Jeder dieser Beiträge stand für sich. Zusammen ergeben sie ein Bild, das mi...

Folge 2: Afrika – Der Riss im Herzen des Kontinents

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​Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der kargen Afar-Senke in Äthiopien. Unter Ihren Füßen bebt die Erde nicht nur gelegentlich – sie zerreißt. Hier wird Geologie zur Live-Show. Afrika ist im Begriff, seinen "östlichen Arm" zu verlieren. ​Geologie: Ein Kontinent auf dem Scheideweg ​Was wir hier sehen, ist das East African Rift System (EARS). Es ist, als würde man versuchen, ein Stück zähes Toffee in zwei Richtungen zu ziehen. ​Der Drei-Platten-Tanz: Drei tektonische Platten (die Arabische, die Nubische und die Somalische Platte) driften voneinander weg. In der Mitte entsteht ein tiefes Tal. ​Die Geburt eines Ozeans: Wenn dieser Prozess so weitergeht – und die Geologie hat einen langen Atem –, wird das Rote Meer das Tal fluten. In etwa 10 Millionen Jahren wird der Osten Afrikas eine riesige Insel sein, getrennt durch einen brandneuen Ozean. ​Tierwelt: Evolution unter Hochdruck ​Dieser Riss hat die Weltgeschichte mehr beeinflusst als jeder Krieg. Warum? Weil er das Klima und da...

Aus der Zentrale für Hörerfragen: Die Lösung für alle Fachkräfte-Sorgen?

Frage an Radio Eriwan: Hörer S. aus Mittelfranken möchte wissen: Ist es korrekt, dass sächsische Unternehmen vor lauter Verzweiflung über den Fachkräftemangel bereits händeringend darauf warten, hochqualifizierte Ingenieurinnen aus Indien mit einem Willkommenspaket aus 3-seitigen PDFs zu empfangen? Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Allerdings mit ein paar kleinen Ausnahmen:  * Erstens warten die Unternehmen meist händeringend auf ganz andere Dinge – zum Beispiel darauf, dass man erst einmal das vorhandene Potenzial vor Ort qualifiziert und den eigenen Nachwuchs oder Umschüler an die Hand nimmt, statt weltweite Fernreisen per PowerPoint zu planen.  * Zweitens ist das größte Problem oft nicht das fehlende Willkommenspaket, sondern die Tatsache, dass manche Ratschläge aus dem sonnigen Homeoffice auf Mallorca offenbar jeden Blick für die reale Basis in der deutschen Provinz vermissen lassen.  * Und drittens: Wer seit Jahren glaubt, mit theoretischen HR-Ratgebern und Ra...

Gen X stoppt alles: Christopher Cross und der Rocker hinter dem Segelboot

    Der Trend Wer derzeit durch Facebook, Instagram oder TikTok scrollt, landet früher oder später bei einem ganz bestimmten Post. Ein Satz, meist auf Englisch: „Gen X will stop everything with this intro.“ Dann setzen diese perlenden, leicht verhallten Gitarrenakkorde ein, und spätestens wenn die Streicher dazukommen, weiß man, wohin die Reise geht. Christopher Cross, „Sailing“. Und zwar die lange Albumversion, nicht die eingedampfte Fassung fürs Radio. Ich gestehe: Der Post hat recht. Ich gehöre zur Zielgruppe, ich halte inne, ich höre bis zum Schluss. Glaubt man den Kommentarspalten, geht es sehr vielen meines Jahrgangs genauso. Was in diesen Kommentaren allerdings fast nie auftaucht: Der Mann, der da so samtweich vom Segeln singt, hat nicht als Schnulzensänger angefangen. Christopher Cross ist, wenn man genauer hinsieht, ein waschechter Rocker. Einer mit Flying V, langen Haaren und Marshall-Türmen. Chris Geppert aus San Antonio Geboren wurde er am 3. Mai 1951 in San ...

Das Bundesamt für Antennenreinheit Wie Europa seine Netzausrüster verlor und jetzt die Reste nach Herkunft sortiert

  Vorab: Ein Dienstag am Mast Die folgende Szene ist erfunden. Leider nur die Szene. Der Prüfer kam an einem Dienstag. Er stellte sich als Oberamtsrat Strunz vom Bundesamt für Antennenreinheit vor, trug eine Warnweste, ein Klemmbrett und den festen Blick eines Mannes, der noch nie einen Mast von unten gesehen hatte. Der Mast stand irgendwo zwischen zwei fränkischen Dörfern, auf einer Wiese, die der Landwirt seit Jahren lieber verpachtet als mäht. „Ist das Teil chinesisch?“, fragte Strunz und zeigte auf eine graue Kiste. Der Techniker nickte. „Dann muss es weg.“ „Und was kommt hin?“ „Etwas Europäisches.“ „Da gibt es noch zwei. Die haben gerade Lieferzeiten, weil sie nebenbei taktisches 5G für das amerikanische Militär schrauben.“ Strunz notierte etwas. „Ist das dann europäisch?“ „Auf dem Typenschild schon.“ Strunz fragte noch nach einer alten Baugruppe im Technikraum, auf der ein vergilbter Siemens-Aufkleber klebte. Man erklärte ihm, dass dieser Hersteller das Netzgeschäft vor...