Der Butterberg: Wenn Überfluss zum Problem wird*Blogreihe "Nahrungsmittel in geteiltem Deutschland" - Teil 1*
Es ist das Jahr 1986. In den Lagerhallen der Europäischen Gemeinschaft stapeln sich 1,2 Millionen Tonnen Butter - genug, um jeden Europäer ein ganzes Jahr lang täglich mit 100 Gramm Butter zu versorgen. Gleichzeitig, nur wenige hundert Kilometer östlich, gelten 250 Gramm Butter in der DDR als wöchentliche Luxusration, die nicht immer verfügbar ist. Willkommen in der absurden Welt geteilter Systeme. ## Das Paradox der Gemeinsamen Agrarpolitik Der "Butterberg" war kein natürliches Phänomen, sondern das Ergebnis einer gut gemeinten, aber fatal konstruierten Politik. Die 1962 eingeführte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EWG sollte europäische Bauern schützen und die Nahrungsmittelversorgung sichern. Das System war denkbar einfach: - **Garantiepreise** für landwirtschaftliche Erzeugnisse - **Aufkauf aller Überschüsse** durch die EG-Kommission - **Zölle und Abschöpfungen** gegen billige Importe Was als Sicherheitsnetz gedacht war, wurde zur Produktionsmaschine ohne Bremse. Warum ...