Haben wir ein Bildungsproblem?
Über den schleichenden Verlust des kritischen Denkens – und was passiert, wenn eine Gesellschaft aufhört, Fragen zu stellen. Ich stelle mir diese Frage schon länger. Nicht aus intellektuellem Hochmut – sondern weil ich Dinge beobachte, die mich ernsthaft beunruhigen. Und ich glaube, es wäre feige, darüber zu schweigen, nur weil man damit aneckt. Also: Ja. Ich glaube, wir haben ein Bildungsproblem. Aber nicht das, über das in Wahlkampfreden gesprochen wird. Nicht zu wenig Digitalunterricht, nicht zu wenig Tablets, nicht zu wenig Förderprogramme. Das Problem sitzt tiefer. Es ist das stille Verschwinden einer Fähigkeit, die alles andere erst möglich macht: selbst zu denken. Physik ist keine Meinung Ich nenne nur ein Beispiel: Physik. Nicht Quantenmechanik, nicht Stringtheorie – ganz normale, schulmäßige Physik. Carnot-Prozesse. Wirkungsgrade. Energieübertragung. Das Zeug, das in der neunten Klasse drankommt. Als die Debatte um das Heizungsgesetz losging, hätte man meinen können, das sei e...