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Folge 26: Die Unbeugsamen – Gene Kranz und Günter Wendt

​Hinter jedem Astronauten, der Geschichte schrieb, standen Männer am Boden, die ebenso legendär waren. In dieser Sonderfolge beleuchten wir die zwei Gesichter, die das Schicksal der Apollo-Missionen in den Händen hielten: Einer in Houston, einer direkt an der Kapsel. ​1. Gene Kranz: Der Mann mit der weißen Weste ​Wenn man an das Mission Control Center (MCC) denkt, sieht man Gene Kranz vor sich. Als Flight Director der „White Team“-Schicht war er der unumstrittene Anführer am Boden. ​Das Markenzeichen: Zu jeder Mission trug er eine neue, von seiner Frau handgenähte weiße Weste. Sie war das Symbol für die Reinheit der Mission und seinen unerschütterlichen Fokus. ​Der Moment der Wahrheit (Apollo 13): Als nach der Explosion des Sauerstofftanks das Chaos ausbrach, war es Kranz, der die legendären Worte prägte (oder zumindest lebte): „Failure is not an option!“ (Scheitern ist keine Option). Er war es, der die Ingenieure dazu brachte, das Unmögliche möglich zu machen und die Crew sicher nach ...

​Folge 25: Das Finale: Von Apollo zu Artemis – Wenn sich der Kreis schließt

​Wir haben eine weite Reise hinter uns: Von den ersten vorsichtigen Schritten im Erdorbit über den „großen Sprung“ von Neil Armstrong bis hin zum wissenschaftlichen Triumph von Apollo 17. Doch die Geschichte der bemannten Raumfahrt ist kein abgeschlossenes Buch – wir schreiben gerade das nächste Kapitel. ​1. Das Erbe von Apollo: Mehr als nur Staub ​Warum haben wir das alles gemacht? Apollo war weit mehr als ein politischer Sieg im Kalten Krieg. ​Wissenschaft: Die 382 kg Mondgestein lehren uns bis heute, wie die Erde und unser Sonnensystem entstanden sind. ​Technologie: Ob Mikrochips, kabellose Werkzeuge oder moderne Wasserfilter – unser Alltag steckt voller „Apollo-DNA“. ​Inspiration: Apollo bewies, dass die Menschheit jedes Problem lösen kann, wenn sie eine klare Vision und die Ressourcen dazu hat. ​2. Die Wächter am Turm: Von Günter Wendt zu den modernen Pad Leaders ​Bevor wir den Blick endgültig in die Zukunft richten, müssen wir über die Menschen sprechen, ohne die kein Astronaut j...

Folge 24: Das Shuttle-Intermezzo und der Aufbruch zu Artemis

​Nach dem Händedruck im All 1975 veränderte sich die Philosophie der NASA radikal. Weg von den Einweg-Kapseln, hin zur Wiederverwendbarkeit. Doch der Weg zurück zum Mond sollte länger dauern als gedacht. ​1. Das Space Shuttle: Der Lastwagen des Orbits (1981–2011) ​Bevor wir wieder Richtung Mond blickten, bauten wir eine „Autobahn“ in den erdnahen Orbit. Das Space Shuttle war ein technisches Wunderwerk, aber es war ein Spezialist für die Nähe: ​Die Aufgabe: Satelliten aussetzen, das Hubble-Teleskop reparieren und die Internationale Raumstation (ISS) aufbauen. ​Das Erbe: Die Shuttles lehrten uns, wie man im All baut. Doch für die tiefe Reise zum Mond waren sie nicht konstruiert – sie konnten die Erdumlaufbahn nicht verlassen. ​2. Der Ruf des Mondes: Artemis I (2022) ​Nach einer langen Pause ist der Mond wieder das Ziel. Artemis I war im November 2022 der unbemannte Härtetest. Die neue Orion-Kapsel flog zum Mond und bewies, dass die Technik bereit ist. Ein entscheidender Teil dieses Erfol...

Folge 23: Apollo-Sojus – Der Handschlag, der die Welt veränderte

​Nach Jahren des erbitterten Wettlaufs zum Mond geschah am 17. Juli 1975 etwas Unvorstellbares: Über der Stadt Metz in Frankreich dockten ein amerikanisches Apollo-Raumschiff und eine sowjetische Sojus-Kapsel aneinander an. Es war das offizielle Ende des "Space Race". ​1. Die Akteure: Legenden unter sich ​Die Besetzungen waren hochkarätig gewählt, um Vertrauen und Kompetenz auszustrahlen: ​Die US-Seite: Kommandiert von Thomas Stafford (Apollo 10). Mit an Bord waren Vance Brand und Donald „Deke“ Slayton. Besonders für Slayton war es ein Triumph: Er gehörte zu den ursprünglichen Mercury Seven, durfte aber wegen Herzproblemen jahrelang nicht fliegen – dies war mit 51 Jahren seine erste und einzige Mission. ​Die UdSSR-Seite: Angeführt von Alexei Leonow, dem Mann, der 1965 als erster Mensch einen Weltraumausstieg gewagt hatte. Ihm zur Seite stand Waleri Kubassow. Leonow war für seinen Humor bekannt und malte während der Mission sogar Porträts der US-Astronauten. ​2. Das Sprach-Cha...

Folge 22: Skylab – Wohnen und Arbeiten im Orbit

​Stell dir vor, du baust eine riesige Raketenstufe zu einer Wohnung um. Genau das war Skylab. 1973 wurde die Raumstation mit der letzten jemals gestarteten Saturn V in den Orbit geschossen. Doch der Start wäre beinahe eine Katastrophe gewesen. ​1. Ein dramatischer Start: Die Rettung durch Pete Conrad ​Beim Start von Skylab 1 (unbemannt) riss der Luftstrom einen Sonnenschutzschild und einen der beiden großen Sonnenflügel ab. Die Station hatte kaum Strom und heizte sich im Inneren auf lebensbedrohliche 52°C auf. ​Die Rettung (Skylab 2): Die erste Crew unter dem erfahrenen Mond-Kommandanten Pete Conrad (Apollo 12) musste als „Weltraum-Handwerker“ ran. ​Sie entfalteten einen schützenden Sonnenschirm über der Station und befreiten den verklemmten zweiten Sonnenflügel in einem riskanten Außeneinsatz. Ohne Conrads Hartnäckigkeit wäre Skylab heute nur Weltraumschrott. ​2. Die Station: Luxus pur (für damalige Verhältnisse) ​Im Vergleich zu den engen Apollo-Kapseln war Skylab riesig. ​Die Dusche...

Folge 21: Apollo 17 – Das furiose Finale im Tal von Taurus-Littrow

​Im Dezember 1972 bereitet sich die NASA auf den wissenschaftlich anspruchsvollsten Flug zum Mond vor. Apollo 17 war nicht nur ein Abschied, sondern der Höhepunkt jahrelanger Forschung. Es war die einzige Mission, bei der ein Profi-Geologe direkt vor Ort die Steine klopfte. ​1. Ein historischer Nachtstart ​Am 7. Dezember 1972 erhellte die Saturn V den Nachthimmel über Florida wie eine künstliche Sonne. Es war der einzige Nachtstart des gesamten Programms. An Bord: ​Eugene „Gene“ Cernan (Kommandant): Ein erfahrener Veteran, der fest entschlossen war, das Programm mit maximaler Präzision abzuschließen. ​Harrison „Jack“ Schmitt (Pilot der Mondfähre): Als promovierter Geologe war er der erste Zivilist und Wissenschaftler auf dem Mond. ​Ronald Evans (Pilot der Befehlskapsel): Er hielt im Orbit der America die Stellung und stellte mit 148 Stunden den Rekord für die längste Zeit in einer Mondumlaufbahn auf. ​2. Günter Wendt: Der „Dictator of the Launch Pad“ ​Bevor die Reise begann, gab es am ...

Folge 20: Apollo 16 – Hochland-Abenteuer und das Zittern im Orbit

​Im April 1972 steuerte die NASA das Descartes-Hochland an. Man vermutete dort vulkanisches Gestein, doch der Mond hatte eine Überraschung parat, die die Geologen am Boden verblüffen sollte. ​1. Die Crew: Der Veteran und der „Moonwalker“ ​John Young (Kommandant): Einer der erfahrensten Männer der NASA (er flog bereits Apollo 10 um den Mond). Er war bekannt für seinen extrem niedrigen Ruhepuls, selbst in brenzligen Situationen. ​Charles Duke (Pilot der Mondfähre): Die Welt kannte seine Stimme bereits – er war der Capcom bei der Landung von Apollo 11 („Wir waren hier kurz vor dem Blauwerden“). ​Ken Mattingly (Pilot des Befehlsmoduls): Der Mann, der bei Apollo 13 wegen der Röteln am Boden bleiben musste, bekam nun endlich seine Chance im All. ​2. Das Drama im Mondorbit: Das defekte Triebwerk ​Kurz nachdem sich die Landefähre Orion vom Befehlsmodul Casper getrennt hatte, entdeckte Ken Mattingly ein technisches Problem am Haupttriebwerk der Kapsel. ​Die Gefahr: Wenn das Triebwerk nicht zuve...