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Günzburg gegen Zirndorf: Eine Frage der Fläche

Persönliches – Freizeitparks – Franken vs. Schwaben Ich wohne, wie an dieser Stelle bekannt sein dürfte, fast in Sichtweite dessen, was Zirndorf stolz seinen Playmobil-FunPark nennt. Ein Umstand, der mich seit Jahren in eine Art familieninterne Loyalitätspflicht zwingt – wer in der Nähe von Brandstätters Werk aufwächst, besucht dort nicht den Park, man geht dort quasi vorbei. Über das vergangene Wochenende habe ich mir trotzdem einen Ausflug ins Konkurrenzlager erlaubt und war von Samstag bis Dienstag in einem Campingfass im Legoland-Feriendorf in Günzburg untergebracht. Ein Vergleich drängt sich auf, und ich dränge nicht gerne etwas ab, das sich von selbst anbietet. Die Sache mit der Fläche Um den großen Held der Steine zu zitieren – gemeint sind hier ausdrücklich die notleidenden Milliardäre aus Dänemark, deren Familie regelmäßig als reichste des Landes gehandelt wird, was der Notlage einen gewissen ironischen Anstrich verleiht – gefühlt war das Areal in Günzburg mindestens doppel...

Vom Kuhdorf zur Vorstadt: Wintersdorf im Wandel seit 1985

  Ein persönlicher Rückblick auf vierzig Jahre Dorfgeschichte am Rand von Zirndorf Ankunft in einem anderen Zeitalter 1985 zogen meine Eltern mit mir nach Wintersdorf – einem der äußeren Ortsteile von Zirndorf, direkt an der Bibert gelegen, umgeben von Acker- und Grünland. Wir kamen aus Gebersdorf, wo wir vorher gewohnt hatten (dazu gibt es an anderer Stelle schon einen eigenen Blogartikel). In Wintersdorf kauften meine Eltern ein Reihenhaus in der neuen Bibertsiedlung – zu dem Zeitpunkt bereits mit zwei Söhnen: mir, Jahrgang 1978, und meinem mittleren Bruder, Jahrgang 1983. Unser jüngster Bruder kam erst 1989 zur Welt, mitten in der Wintersdorfer Zeit, und war damit der einzige von uns dreien, der von Geburt an in der Siedlung aufwuchs, während ich als Siebenjähriger den Umzug selbst noch ganz bewusst miterlebt habe. Mein erster Eindruck war denkbar unkompliziert: Da rund um uns herum noch alles Baugebiet war, war die ganze Siedlung für mich als Siebenjährigen vor allem eines –...

Die Geschichte der NCR Corporation: Vom Kassenregister zum globalen Technologiekonzern

Die NCR Corporation blickt auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück, die sich über mehr als 140 Jahre erstreckt und die Entwicklung moderner Geschäftstechnologie maßgeblich mitgeprägt hat. ## Die Anfänge: Revolution im Einzelhandel Die Geschichte von NCR beginnt im Jahr 1879 in Dayton, Ohio. Der Ladenbesitzer James Ritty erfand die erste mechanische Registrierkasse, um Diebstähle durch seine eigenen Angestellten zu verhindern. Diese Innovation revolutionierte die Art und Weise, wie Geschäfte ihre Finanzen verwalteten. Ritty verkaufte sein Patent 1884 an John H. Patterson, der das Unternehmen in "National Cash Register Company" umbenannte und damit den Grundstein für einen Weltkonzern legte. Patterson war nicht nur ein geschickter Geschäftsmann, sondern auch ein Pionier moderner Vertriebsmethoden. Er entwickelte standardisierte Verkaufsschulungen und etablierte das Konzept des Außendienstmitarbeiters, wie wir es heute kennen. ## Expansion und Innovation im 20. Jahrhundert In ...

Zwei Infotafeln als Grabsteine

  Der nächste Bauabschnitt bei Leichendorf ist kein Baufortschritt. Es ist die endgültige Beerdigung der Bibertbahn – mit Ansage. Der Landkreis Fürth hat diese Woche vermeldet, dass es weitergeht. Nach der Verkehrsfreigabe des ersten Abschnitts in Zirndorf im Dezember 2025 richtet sich der Blick nun auf den Ausbau Richtung Zirndorf-Leichendorf. Baustart: 2027. Und damit man sich schon mal ein Bild machen kann, wurden Anfang der Woche zwei Infotafeln aufgestellt – am geplanten Beginn und Ende des sogenannten Westabschnitts. Verwaltungssprech für: Der letzte noch unverbaute Rest der Bibertbahn-Trasse zwischen Zirndorf und Leichendorf wird jetzt endgültig plattgemacht. Darüber habe ich im April schon geschrieben, damals noch mit einem Fragezeichen. Das Fragezeichen kann weg. Ab 2027 ist es amtlich. Die Trasse, die man angeblich nicht zu früh entwidmet hat Der Landrat hat sich bei der Vorstellung dieses Radschnellwegs selbst auf die Schulter geklopft: Es sei gut gewesen, die...

Die Geschichte der deutschen Fast-Food-Kultur: Von Wienerwald bis zur Imbissbude

Die deutsche Fast-Food-Landschaft erzählt eine faszinierende Geschichte von kulinarischem Wandel, wirtschaftlichem Aufschwung und sich verändernden Essgewohnheiten. Während heute internationale Ketten das Straßenbild prägen, gab es eine Zeit, in der heimische Marken wie Wienerwald und Kochlöffel die schnelle Küche in Deutschland dominierten. ## Wienerwald: Der Pionier der Systemgastronomie Die Geschichte von Wienerwald beginnt 1955, als Friedrich Jahn in München das erste Restaurant eröffnete. Seine Vision war revolutionär für die Nachkriegszeit: qualitativ hochwertiges Hähnchen zu erschwinglichen Preisen in einer gemütlichen Atmosphäre anzubieten. Das Konzept traf den Nerv der Zeit perfekt. In den Wirtschaftswunderjahren sehnte sich die deutsche Bevölkerung nach einem Stück gehobener Gastronomie, das auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich war. Wienerwald entwickelte sich rasant zu einer der erfolgreichsten deutschen Restaurantketten. In den 1970er Jahren betrieb das Unternehmen...

Currywurst, Grilletta, Kettwurst, Hotdog und Co. – Die Geschichte des Fastfood im geteilten und vereinten Deutschland

Die deutsche Imbisskultur erzählt eine faszinierende Geschichte von Teilung, Eigenständigkeit und Wiedervereinigung. Während in West-Berlin die Currywurst zum Symbol der Wirtschaftswunderjahre wurde, entwickelte die DDR ihre ganz eigenen Fastfood-Varianten. Ein Blick auf die Würstchenbuden diesseits und jenseits der Mauer offenbart mehr über Deutschland als man zunächst vermuten würde. ## Die Currywurst: Westdeutsche Legende Die Geburtsstunde der Currywurst ist legendenumwoben. Herta Heuwer soll 1949 an ihrem Imbissstand in Berlin-Charlottenburg Tomatenmark, Currypulver und weitere Gewürze zu einer Sauce vermischt und über eine Brühwurst gegossen haben. Ob diese Geschichte in allen Details stimmt, ist umstritten, doch die Currywurst wurde zweifellos zur kulinarischen Ikone Westdeutschlands. In den Wirtschaftswunderjahren stand die Currywurst für den schnellen Happen zwischendurch, für Arbeiter auf Baustellen und für den neuen Wohlstand. Besonders im Ruhrgebiet und in West-Berlin entwic...

Deutscher Radiopreis 2026: Ein Verein feiert seine Mitglieder

Die Nominierungskommission des Grimme-Instituts hat verkündet, was ohnehin feststand: Die deutsche Radiobranche hat sich wieder selbst nominiert. 139 Radioprogramme reichten 430 Beiträge ein, verteilt auf neun Kategorien mit je drei Finalisten, dazu fünfzehn Nachwuchskräfte in der Kategorie Newcomer. Am 10. September wird das im Theater an der Elbe in Hamburg mit der gebotenen Feierlichkeit verkündet. Ich habe mir die Meldung durchgelesen, und selten hat ein Text so zuverlässig belegt, wovon ich seit Jahren rede. Was auf den ersten Blick wie Berichterstattung aussieht, ist bei genauerem Hinsehen vor allem eine Aneinanderreihung von Selbstauskünften. Ein Sender wird nominiert, der Sender gibt eine Stellungnahme heraus, in der er sich selbst zur Nominierung beglückwünscht, und diese Stellungnahme wird anschließend von der Fachpresse eins zu eins weitergereicht. Ein geschlossenes System: Wer den Preis stiftet, kommt aus derselben Branche, die nominiert wird, wer nominiert wird, feiert sic...