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Übernahmeschlacht um easyJet: Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte Bieter

Es gibt Übernahmeschlachten, die ziehen sich über Monate hin wie ein Genesis-Konzert ohne Zugabe – man wartet und wartet, und dann kommt doch noch was Überraschendes. Bei easyJet ist genau das gerade passiert. Die Ausgangslage: Ein Bieter, viele Körbe Monatelang hat sich der britische Billigflieger gegen die Avancen des US-Finanzinvestors Castlelake gesträubt. Vier Angebote wurden abgelehnt, bevor am 5. Juli mit dem fünften endlich Rauchzeichen aus der Vorstandsetage kamen: 6,90 Pfund je Aktie, das Unternehmen mit rund 5,2 bis 5,5 Milliarden Pfund bewertet. Man einigte sich "im Grundsatz", wie es im Übernahmedeutsch so schön heißt – also ungefähr so verbindlich wie eine Wetterprognose für übermorgen. Und dann, kaum dass die Tinte trocken war: Apollo Global grätscht dazwischen. 7,15 Pfund je Aktie, 5,7 Milliarden Pfund Gesamtwert. Die easyJet-Führung, die gerade noch Castlelake umarmt hatte, lässt den einen fallen und nimmt den anderen an die Hand. Die Aktie dankt es mit einem...

Die feurige Vergangenheit von Mülheim-Kärlich: Eine Reise in die Geologie

Mülheim-Kärlich, eine Gemeinde im nördlichen Rheinland-Pfalz, mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Doch unter der Oberfläche verbirgt sich eine faszinierende geologische Geschichte, die tief mit den vulkanischen Prozessen des Laacher See-Gebiets verbunden ist. Für Geologie-Interessierte ist Mülheim-Kärlich ein wahrer Schatz, denn hier lassen sich Spuren erdgeschichtlicher Ereignisse finden, die vor Tausenden von Jahren das Landschaftsbild prägten. Ein Blick in die Vergangenheit: Der Laacher See-Vulkan Das bestimmende geologische Ereignis für die Region um Mülheim-Kärlich war der Ausbruch des Laacher See-Vulkans vor etwa 13.000 Jahren. Dieser Ausbruch war einer der größten in Mitteleuropa in den letzten 100.000 Jahren und hatte weitreichende Folgen für die gesamte Region. Riesige Mengen an Asche und Bimsstein wurden in die Atmosphäre geschleudert und lagerten sich anschließend in dicken Schichten ab. Bims und Tuff: Zeugen der vulkanischen Aktivität In Mülheim-Kärlich sind die Au...

Vom Bombardier-Abstellgleis zur Wiedergeburt: Canadair, De Havilland Canada und die Sache mit den Löschflugzeugen

Es gibt Flugzeuge, die man vergisst, sobald sie aus dem Sichtfeld sind. Und es gibt Flugzeuge, die sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen wie das Motorengeräusch beim Tiefflug über den heimischen Baggersee. Zur zweiten Kategorie gehört zweifellos die Canadair CL-215 und ihre Nachfolger. Wer schon einmal an einem südeuropäischen Sommertag am Wasser stand und ein gelb-rotes Flugzeug im Tiefflug über die Wasseroberfläche gleiten sah, das binnen zwölf Sekunden über sechstausend Liter Wasser aufnimmt, um es Minuten später über einem Waldbrand abzuwerfen, der vergisst dieses Bild nicht mehr. Geschichte: Ein Flugzeug, das seine Nische selbst erfunden hat Die Geschichte beginnt 1967, als Canadair mit der CL-215 das erste Flugzeug auf den Markt brachte, das von Grund auf als Löschflugzeug konzipiert wurde – nicht umgebaut, nicht zweckentfremdet, sondern von der ersten Nietenreihe an für genau diesen Zweck gedacht. Bis 1990 entstanden 125 Exemplare. Ein bescheidener Auftragsbestand nach heuti...

Das Matterhorn: Ein Gipfel aus fernen Landen – Die faszinierende Geologie des ikonischen Berges

Das Matterhorn ist unbestreitbar eines der bekanntesten Wahrzeichen der Schweiz und ein Berg von atemberaubender Schönheit. Doch seine beeindruckende Form und Präsenz sind das Ergebnis einer geologischen Geschichte, die Millionen von Jahren zurückreicht und weit komplexer ist, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Was viele nicht wissen: Ein großer Teil des Gesteins, aus dem das Matterhorn besteht, hat tatsächlich einen afrikanischen Ursprung. Ein Stück Afrika in den Alpen? Die Entstehung der Alpen Um die Geologie des Matterhorns zu verstehen, müssen wir eine Zeitreise zurück zum Superkontinent Pangäa machen. Vor rund 200 Millionen Jahren begann dieser riesige Kontinent auseinanderzubrechen. Afrika und Europa, die damals noch weit voneinander entfernt waren, begannen sich zu bewegen. Dazwischen entstand ein Ozean, die sogenannte Tethys. Auf dem Grund dieses Ozeans lagerten sich Sedimente ab. Vor etwa 100 Millionen Jahren begann sich die afrikanische Platte nach Norden zu bewegen...

Der Gotthard – Mythos und Wirklichkeit

Der Gotthard. Allein der Name weckt Bilder von majestätischen Alpenpässen, tiefen Tunneln und einer Geschichte, die so alt ist wie die Berge selbst. Doch rund um den Gotthard ranken sich nicht nur Fakten, sondern auch zahlreiche Mythen und Legenden, die ihn zu einem der faszinierendsten Orte der Schweiz machen. Der Teufelsbrücke-Mythos Eine der bekanntesten Gotthard-Legenden ist zweifellos die vom Bau der Teufelsbrücke. An einer besonders unwegsamen Stelle der Schöllenen-Schlucht, wo die Reuss tosend durch die Felsen fließt, scheiterten die Menschen immer wieder am Brückenbau. Der Sage nach rief ein verzweifelter Landammann den Teufel um Hilfe an. Dieser bot seine Dienste an, forderte aber im Gegenzug die Seele des Ersten, der die Brücke überqueren würde. Die listigen Gotthardbewohner jedoch überlisteten den Teufel: Sie schickten einen Ziegenbock über die neue Brücke. Der Teufel, wütend über die Täuschung, wollte einen riesigen Felsbrocken auf die Brücke schleudern, verfehlte sie aber....

Süße Diplomatie im Kalten Krieg: Früchte als politische Währung zwischen Ost und West

In den angespannten Jahren des Kalten Krieges entwickelte sich zwischen den Führern der sozialistischen Staaten eine bemerkenswerte Form der persönlichen Diplomatie, die heute fast vergessen ist: der Austausch exotischer Früchte und landwirtschaftlicher Erzeugnisse als Gesten des guten Willens und der persönlichen Wertschätzung. ## Die Akteure einer ungewöhnlichen Diplomatie Leonid Breschnew, der langjährige Generalsekretär der KPdSU, Helmut Schmidt, der pragmatische deutsche Bundeskanzler, und Erich Honecker, der Staatsratsvorsitzende der DDR, pflegten in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren einen diplomatischen Stil, der weit über offizielle Protokolle hinausging. Während die Weltöffentlichkeit auf Rüstungsverhandlungen und ideologische Auseinandersetzungen blickte, entwickelte sich im Hintergrund ein System persönlicher Aufmerksamkeiten, das die menschliche Seite der Mächtigen offenbarte. ## Breschnews Obsession: Exotische Früchte aus dem Westen Breschnew war bekannt für seine...

Auf dem Dach des Landkreises Fürth: Ein Besuch am Dillenberg

Wussten Sie, wo sich der höchste Punkt des Landkreises Fürth befindet? Es ist nicht etwa ein bekannter Aussichtsberg, sondern der Dillenberg! Mit stolzen 422 Metern über Normalnull (NN) erhebt er sich sanft über die Landschaft und bietet nicht nur eine schöne Naturkulisse, sondern auch eine spannende Geschichte. Der Dillenberg ist kein schroffer Gipfel, den man erklimmen muss. Vielmehr handelt es sich um eine bewaldete Erhebung, die sich über die Gemarkungen von Cadolzburg, Wilhermsdorf, Ammerndorf, Großhabersdorf und Langenzenn erstreckt. Genau diese weitläufige Natur macht ihn zu einem idealen Ziel für Wanderer, Radfahrer und alle, die einfach mal abschalten möchten. Ein Ort voller Geschichte und Sagen Der Dillenberg ist jedoch mehr als nur ein geografischer Hochpunkt. Er ist ein Ort, der tief in der Geschichte verwurzelt ist. Schon vor rund 10.000 Jahren siedelten sich hier die Kelten an und prägten das Gebiet. Später, unter den Zollern (Hohenzollern), wurde das gesamte Waldareal mi...