Flight Day 9: Kofferpacken bei 30.000 km/h – Die Ruhe vor dem Sturm đ°️đ„
WĂ€hrend die Orion-Kapsel unaufhaltsam auf die Erde zustĂŒrzt, herrscht an Bord eine seltsame Mischung aus Vorfreude und Hochspannung. Morgen Abend (nach unserer Zeit in der Nacht auf Samstag) wird es ernst. Aber was macht man eigentlich an seinem letzten Tag im tiefen Weltraum?
1. Das groĂe AufrĂ€umen (Stowage)
In der Schwerelosigkeit ist alles, was nicht niet- und nagelfest ist, eine potenzielle Gefahr. Wenn die Kapsel morgen in die AtmosphÀre eintaucht, wirken enorme G-KrÀfte.
Jede Kamera, jeder Löffel und jedes iPad muss in speziellen Taschen verstaut und verzurrt werden.
Ein vergessener Kugelschreiber wĂŒrde beim Wiedereintritt zum gefĂ€hrlichen Projektil.
Funfact: Auch der „Zero-G Indicator“ (meistens ein kleines Stofftier, das den Astronauten die Schwerelosigkeit anzeigt) muss jetzt in seine „Sitzschale“.
2. Abschied vom treuen Begleiter: Das ESM aus Bremen
Kurz vor dem Wiedereintritt passiert etwas WehmĂŒtiges: Die Orion-Kapsel trennt sich vom European Service Module (ESM).
Das in Bremen gebaute Modul hat die Crew ĂŒber 400.000 km weit gebracht, sie mit Strom, Wasser und Atemluft versorgt.
Da es keinen Hitzeschild hat, kann es nicht mit landen. Es wird planmĂ€Ăig in der AtmosphĂ€re verglĂŒhen. Ein letzter, feuriger GruĂ aus Deutschland, bevor die Kapsel allein die letzten Kilometer antritt.
3. Der „Check-out“ der Systeme
Reid, Victor, Christina und Jeremy gehen heute zum zehnten Mal die Checklisten fĂŒr den Skip Reentry durch.
Die Computer werden auf das Milligramm genau mit den neuesten Gewichtsdaten gefĂŒttert (ja, auch das Gewicht der Astronauten und der Proben spielt eine Rolle fĂŒr die Flugbahn!).
Die Fallschirmsysteme werden scharfgeschaltet. Ab jetzt gibt es kein „ZurĂŒck“ mehr.
4. Ein letzter Blick aus dem Fenster
In den Streams vom Senkrechtstarter sieht man heute oft die Crew, wie sie einfach nur aus den Fenstern starrt. Die Erde ist jetzt wieder riesig und fĂŒllt fast das ganze Sichtfeld aus. Nach der unendlichen SchwĂ€rze des Mondes wirkt das tiefe Blau der Meere fast schon grell.
„Morgen Abend ist das groĂe Finale! Die US Navy ist mit der USS John P. Murtha schon in Position. Es ist wie beim Kachelmann-Wetter: Alle Augen auf den Radar (oder den Telemetrie-Stream), wĂ€hrend die Kapsel auf den Pazifik zielt.“
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