Suma, Huma, ORO – die drei Leben eines Einkaufszentrums im Falbenholz


Wer heute durch Schwabach fährt und am Falbenholz das goldgelb-orange leuchtende "ORO" sieht, ahnt kaum, dass sich hinter dieser Fassade eine über 50-jährige Geschichte verbirgt – eine Geschichte, die exemplarisch zeigt, wie sich der Einzelhandel auf der grünen Wiese seit den 1970er-Jahren gewandelt hat.

1975: Der Anfang auf der grünen Wiese

Im Jahr 1975 errichtete die Münchner Jost-Hurler-Unternehmensgruppe im Schwabacher Gewerbegebiet Falbenholz, direkt an der Autobahn A6 gelegen, ein Einkaufszentrum, das seinerzeit das größte der ganzen Region war. Unter dem Namen Suma eröffnet, markierte es einen typischen Trend jener Jahre: weg von der Innenstadt, hin zu großflächigen Fachmarktzentren mit viel Parkplatz vor der Tür – für Schwabach und das Umland ein echter Einschnitt im Einkaufsverhalten.

Der Wandel zur Huma

Aus der Suma wurde im Laufe der Zeit die Huma – unter diesem Namen wurde das Center über Jahrzehnte zur festen Größe für Kundschaft aus Schwabach, dem südlichen Nürnberger Raum und bis weit nach Ansbach und Roth hinein. Mit aufkommender Konkurrenz durch Supermärkte und Discounter verlor die Huma ab den 1990er-Jahren zunehmend an Strahlkraft, das Center wirkte in die Jahre gekommen. Zeitweise wurde der Betrieb an die Metro-Gruppe verpachtet, ehe Jost Hurler das Management wieder selbst übernahm.

2009–2012: Die große Revitalisierung

Ein echter Wendepunkt kam mit der kompletten Neugestaltung zwischen 2009 und 2012. Rund 60 Millionen Euro investierte die Jost-Hurler-Gruppe, um aus dem in die Jahre gekommenen Fachmarktzentrum eine moderne "Huma Einkaufswelt" zu machen. Das Architekturbüro Lauber+Zottmann plante einen zweigeschossigen Neubau mit einer markanten elliptischen, lichtdurchfluteten Halle als Herzstück – ein großzügiger, überdachter Marktplatz, der dem Center ein völlig neues Gesicht gab. Auf rund 34.000 bis 36.400 Quadratmetern zogen in der Folge über 30 Fachmärkte ein, darunter später Kaufland, Media Markt, Modepark Röther, Smyths Toys, dm und Sport Voswinkel – bei rund 1.350 kostenlosen Parkplätzen weiterhin ein Magnet für die ganze Region.



2016 vollzog Jost Hurler einen strategischen Schritt: Das Unternehmen konzentrierte sich zunehmend auf Projektentwicklungen in Metropolregionen, allen voran München, und verkaufte die Huma an einen Immobilienfonds (TH Real Estate / später Nuveen Real Estate). Für die Schwabacher Kundschaft änderte sich im Alltag zunächst wenig – das Centermanagement übernahm fortan MEC Metro-ECE.

2017: Aus Huma wird ORO

Mit dem neuen Eigentümer stand schon früh fest, dass der Name Huma nicht bestehen bleiben würde. Nach markenrechtlicher Prüfung fiel die Wahl auf ORO – italienisch und spanisch für "Gold". Ein Name mit doppeltem Boden, denn Schwabach trägt seit Jahrhunderten den Beinamen Goldschlägerstadt, wo bis heute Blattgold hergestellt wird. Im Mai 2017 wurde der neue Schriftzug feierlich enthüllt, im Beisein von Oberbürgermeister Matthias Thürauf – der alte Huma-Schriftzug fand als Erinnerungsstück am benachbarten Parkhaus ein neues Zuhause.

Ein Stück Schwabacher Wirtschaftsgeschichte

Suma – Huma – ORO: In diesen drei Namen steckt ein ganzes Kapitel Handelsgeschichte einer mittelfränkischen Stadt. Vom Pionierprojekt der 1970er-Jahre über die Krise durch aufkommende Discounter bis zur millionenschweren Neuerfindung als Hybridmall spiegelt das Center im Falbenholz die typischen Umbrüche wider, die viele Einkaufszentren dieser Generation in Deutschland durchlaufen mussten. Wer weiß – vielleicht kommt ja irgendwann noch ein vierter Name dazu.


Quellen: Berichterstattung von nordbayern.de, hi-heute.de, Pressemitteilungen der Jost-Hurler-Unternehmensgruppe sowie von MEC Metro-ECE.

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