Journalismus-Beben: Alexander und Rosenfeld verlassen Welt und Pioneer


Es war einer dieser Momente, in denen sich im Hintergrund Großes abspielt, während man selbst mit etwas ganz anderem beschäftigt ist. Als Steve Schutzbier, Ute Mündlein und ich gerade die Aufnahmen für unseren 2S-Weihnachtspodcast machten, platzte die Bombe: Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld, zwei Schwergewichte des deutschen Journalismus, verlassen ihre angestammten Redaktionen. Beide machen sich mit ihrem Podcast "Machtwechsel" selbstständig.

## Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen

Auch wenn wir das Thema nicht direkt in unserem Podcast behandelt haben, haben wir uns durchaus Gedanken darüber gemacht, was diese Nachricht für die deutsche Medienlandschaft bedeutet. Denn dieser Schritt ist mehr als nur ein persönlicher Karrierewechsel – er ist symptomatisch für Veränderungen in der Branche.

## The Pioneer und das Juwelen-Problem

Für Gabor Steingart und The Pioneer ist dies ein besonders schmerzhafter Verlust. Man muss Steingart zugutehalten: Mit The Pioneer hat er einen echten Schatz in der deutschen Journalismus-Szene geschaffen. Ein Format, das Standards gesetzt hat. Doch nun ist es bereits das zweite Mal, dass ihm ein echtes Journalismus-Juwel abhanden kommt.

Der erste Aderlass liegt noch nicht allzu lange zurück: Michael Bröcker ging zu Table Media, sein damaliger kongenialer Podcast-Partner Gordon Repinski wechselte zu Politico Deutschland. The Pioneer brauchte damals eine ganze Zeit, um zu alter Stärke zurückzufinden.

## Unterschiedliche Wege, unterschiedliche Erfolge

Interessanterweise verlief die weitere Entwicklung für die Weggegangenen sehr unterschiedlich. Während Gordon Repinski zusammen mit Rixa Führsen bei Politico solide Arbeit abliefert, ist Michael Bröckers Wechsel – meiner bescheidenen Meinung nach – eher ein schlechter Griff gewesen. Der Table-Podcast wirkt nicht gut und kommt weder bei Steve noch bei mir wirklich an.

Nun verlässt also auch Dagmar Rosenfeld Table Media. Man wird sehen, welches Loch dieser Weggang dort schlagen wird.

## Was bedeutet das für Welt?

Bei der Welt wird der Weggang von Robin Alexander auf jeden Fall ein Hinterland hinterlassen. Auch wenn beide – Alexander und Rosenfeld – den jeweiligen Häusern für Kolumnen verbunden bleiben, ist der Verlust ihrer täglichen redaktionellen Präsenz nicht zu unterschätzen.

## Ein Zeichen der Zeit?

Diese Personalrochaden zeigen vielleicht auch, wohin die Reise im Journalismus geht: Etablierte Namen machen sich mit eigenen Formaten selbstständig, Podcasts gewinnen weiter an Bedeutung, und die Bindung an traditionelle Medienhäuser lockert sich. Ob "Machtwechsel" als unabhängiges Projekt erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden.

Die deutsche Medienlandschaft bleibt spannend – und in Bewegung.

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