Die Jahnhalle Oberasbach: Ein Denkmal für den „Tag der offenen Mängel“



Herzlichen Glückwunsch, Oberasbach! IHR habt es mal wieder geschafft. Während andere Kommunen langweilig-funktionale Mehrzweckhallen bauen, die einfach nur… nun ja, funktionieren, habt ihr euch für das Erlebnismodell „Dauerbaustelle mit Ansage“ entschieden.
Zwei Jahre lang wurde die Jahnhalle saniert. Millionen wurden versenkt – Entschuldigung, investiert –, um das gute Stück 2020 pünktlich (ein Wort, das im öffentlichen Bauwesen eigentlich unter Strafe stehen sollte) zu eröffnen. Doch wer dachte, man könne dort jetzt einfach so Sport treiben oder gar Veranstaltungen abhalten, hat die Rechnung ohne den feinsinnigen Humor der hiesigen Bauplanung gemacht.

Überraschung! Es fehlt an… allem.
Bei einer aktuellen Begehung kam ans Licht, was mancher Pessimist schon geahnt hat: Die Halle ist zwar wunderschön saniert, aber für den praktischen Betrieb leider in etwa so geeignet wie ein Schokoladen-Fondue-Set für eine Arktis-Expedition. Sowohl für den Sport als auch für kulturelle Events muss nun „nachgerüstet“ werden. Das ist das bürokratische Fachwort für: „Wir haben vergessen, dass in einer Sporthalle Sportler schwitzen und bei einer Veranstaltung Menschen im Weg stehen.“

Man fragt sich: Was wurde da eigentlich zwei Jahre lang gemacht? Wurden die Millionen vielleicht genutzt, um die Wände mit homöopathischen Tinkturen einzureiben, statt ordentliche Technik zu verbauen? Wurde das Lichtkonzept mittels Wünschelrute festgelegt?

Die Preisfrage: Was macht die Bauaufsicht eigentlich beruflich?

An dieser Stelle müssen wir kurz innehalten und ein Gebet für die zuständige Bauaufsicht sprechen. Diese Menschen leisten Unglaubliches. Es erfordert ein schier übermenschliches Maß an Ignoranz, eine millionenschwere Sanierung über Jahre zu begleiten und am Ende vor einer Halle zu stehen, die quasi direkt nach der feierlichen Banddurchschneidung wieder den Status „Baustelle“ verdient.
Was genau machen diese Herrschaften eigentlich beruflich?


 * Extrem-Wegschauen? (Eine olympische Disziplin, die leider in der Jahnhalle aufgrund der Mängel nicht trainiert werden kann.)
 * Abnahmeprotokolle auswürfeln?
 * Kaffee kochen, während die Handwerker die Pläne spiegelverkehrt halten?


Es ist ein architektonisches Wunder: Man saniert so gründlich, dass man danach direkt wieder sanieren muss. Das nennt man wohl „nachhaltige Auftragsicherung für das lokale Handwerk“. Dass die Vereine und Sportler nun wieder in die Röhre gucken, ist dabei nur ein vernachlässigbares Detail im großen Spiel der kommunalen Inkompetenz.


Fazit


Die Jahnhalle 2.0 (oder sind wir schon bei 0.5?) bleibt ein Mahnmal. Ein Mahnmal dafür, dass Geld allein keine Fachkenntnis ersetzt und dass „fertig“ in Oberasbach lediglich bedeutet: „Wir fangen jetzt erst richtig an zu pfuschen.“
Vielleicht sollte man die Halle einfach als „Museum für gescheiterte Bauaufsicht“ deklarieren. Der Eintritt wäre frei – man kommt ja ohnehin nicht rein, weil wahrscheinlich die Türklinken auf der falschen Seite montiert wurden oder der Brandschutz nur für Unterwasser-Events gilt.
In diesem Sinne: Sport frei! (Aber bitte nur draußen auf der Wiese, da kann weniger schiefgehen.)


Mehr Details zum Elend findet ihr bei den Kollegen der NN:

 https://www.nn.de/1.15014588

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