Wenn Winter einfach nur Winter sein darf- Winter 2025 /2026 Wir die überlebt haben

 

Es schneit. Die Temperaturen sind unter null. Und wisst ihr was? Das ist völlig okay so. Denn wir haben Januar, und Januar darf das.

## Danke für die Unaufgeregtheit

In den letzten Tagen habe ich mich dabei ertappt, wie wohltuend es ist, die Wetterberichte von **Wetterstein** und **Kachelmannwetter** zu verfolgen. Dort wird das Wetter einfach berichtet – sachlich, kompetent, ohne Drama. "Es schneit 10 Zentimeter", heißt es da. Nicht: "SCHNEECHAOS LEGT LAND LAHM!" Sondern einfach: Es schneit halt. Winter eben.

Auch der YouTuber **lpindie** teilt diese entspannte Herangehensweise an meteorologische Ereignisse. Dort wird analysiert, eingeordnet, manchmal auch geschmunzelt – aber nie Panik verbreitet. Diese Art der Wetterberichterstattung verdient wirklich mehr Aufmerksamkeit und Dankbarkeit.

## Generationenperspektive: Ich kenne das noch

Ich bin in den 70ern geboren. Und wisst ihr, was ich noch kenne? **Richtige Winter**. Winter mit Schnee, der liegen blieb. Mit Eisregen, der die Welt in eine Kristalllandschaft verwandelte. Mit Kältephasen, in denen die Thermometer tatsächlich mal unter minus 10 Grad krochen. Wir sind morgens zur Schule gelaufen – im Schnee. Wir haben Schneeballschlachten gemacht. Wir haben überlebt.

Niemand ist damals auf die Idee gekommen, normales Winterwetter als apokalyptisches Ereignis zu inszenieren. Es war einfach... Winter.

## Der Herr der Superlative

Und dann gibt es da noch diese andere Sorte Wetterberichterstattung. Ihr wisst schon, welche ich meine. Dieser eine Meteorologe – nennen wir ihn mal den "Herrn des herrschenden Jugendwahns" oder vielleicht "Herrn Jungschen Alarmismus" – der es geschafft hat, aus jeder Wetterlage ein Drama zu konstruieren, das seinesgleichen sucht.

Im Sommer prophezeit er uns den Hitzetod. Wir werden alle **VERBRENNEN**! Die Apokalypse steht bevor! Nur dass wir dann doch irgendwie den Herbst erleben.

Im Winter dann die Kehrtwende: Jetzt werden wir von Kälte und Schnee **WEGGESCHNETZELT**! Eisige Schneemassen! Jahrhundertwinter! Und wieder: Wir überleben. Wie langweilig für die Dramaturgie.

Frühling? Unwetter! Herbst? Stürme! Dazwischen? Irgendwas mit Superlativ!

## Die Inflation der Aufregung

Das Problem mit dieser permanenten Alarmstimmung ist nicht nur, dass sie nervt. Sie ist tatsächlich gefährlich. Denn wenn **alles** zur Katastrophe erklärt wird, dann nimmt am Ende niemand mehr die wirklich kritischen Wetterlagen ernst. Es ist die meteorologische Variante des Jungen, der "Wolf!" schrie – nur dass dieser Junge einen Wetterdienst betreibt und damit auch noch Geld verdient.

Wie soll man jemanden ernst nehmen, der bei 5 Grad und Nieselregen bereits die Sintflut ausruft und bei Sonnenschein vor der Verbrennung warnt? Bei dem jede Wetterlage mit denselben hysterischen Superlativen beschrieben wird?

## Was wir wirklich brauchen

Wir brauchen mehr Wetterstein. Mehr Kachelmannwetter. Mehr lpindie. Wir brauchen Sachlichkeit, Kompetenz und die Fähigkeit, Wetter einfach mal als das zu nehmen, was es ist: Wetter.

Ja, der Klimawandel ist real und ernst. Ja, es gibt Extremwetterereignisse, die zugenommen haben. Aber gerade deshalb brauchen wir seriöse, einordnende Berichterstattung – keine Clickbait-Hysterie, die aus jedem Windhauch einen Orkan macht.

## Fazit: Entspannt durch den Winter

Also: Danke an alle, die Wetterberichte machen, ohne gleich das Abendland untergehen zu lassen. Die uns erklären, was kommt, ohne Angst zu verbreiten. Die verstehen, dass Winter im Januar erlaubt ist und Sommer im Juli nicht automatisch das Ende der Welt bedeutet.

Und an den "Herrn J.": Vielleicht mal einen Kamillentee trinken? Das Wetter wird auch ohne ständige Dramatisierung weiterhin interessant genug bleiben.

In diesem Sinne: Zieht euch warm an, räumt vielleicht ein bisschen Schnee und genießt den Winter. Er gehört zum Jahr dazu – und das ist gut so.

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