Pioniere der ComputerzeitTeil 2: Der PC klopft an die Tür – IBM und die Geburt eines neuen Marktes
Nachdem wir im ersten Teil die grundlegenden Konzepte der Berechnung und die ersten großen Rechenmaschinen kennengelernt haben, widmen wir uns in diesem Teil der Revolution, die den Computer aus den riesigen, klimatisierten Räumen der Konzerne in die Büros und Wohnzimmer brachte. Eine Ära, in der der Personal Computer seinen Siegeszug antrat und die digitale Welt für jedermann zugänglich machte.
IBM PC: Wie ein Gigant den Personal Computer definierte
IBM (International Business Machines) war bereits ein etablierter Gigant im Bereich der Großrechner, als der Markt für Personal Computer in den späten 1970er Jahren zu florieren begann. Doch der Konzern hatte anfangs Schwierigkeiten, in diesem neuen, schnelllebigen Segment Fuß zu fassen. Das änderte sich schlagartig im Jahr 1981 mit der Einführung des IBM Personal Computer, kurz IBM PC.
Die Entstehungsgeschichte des IBM PC ist faszinierend: Um schnell auf den Markt reagieren zu können, entschied sich IBM für einen unkonventionellen Ansatz. Statt alles selbst zu entwickeln, setzte man auf Standardkomponenten von Drittanbietern. Der Prozessor kam von Intel (der 8088), das Betriebssystem – MS-DOS – von einem damals noch kleinen Unternehmen namens Microsoft. Diese offene Architektur war revolutionär und maßgeblich für den Erfolg des IBM PC verantwortlich. Sie ermöglichte es unzähligen anderen Herstellern, kompatible Hardware und Software zu entwickeln, was zu einem explosionsartigen Wachstum des PC-Marktes führte. Der IBM PC setzte den De-facto-Standard für Tausende von "IBM-Kompatiblen" und prägte die Computerlandschaft für Jahrzehnte. Eine Entscheidung, die sowohl den Weg für den eigenen Erfolg ebnete als auch unzähligen anderen Unternehmen die Tür öffnete.
Nixdorf Computer: Der deutsche Gegenentwurf zur Weltmacht IBM
Parallel zur Entwicklung in den USA schrieb ein deutsches Unternehmen eine beeindruckende Erfolgsgeschichte: Nixdorf Computer. Unter der Führung seines charismatischen Gründers Heinz Nixdorf entwickelte sich das Unternehmen aus Paderborn zu einem der führenden europäischen Computerhersteller.
Während IBM sich auf die großen Mainframes konzentrierte und später den PC-Markt dominierte, setzte Nixdorf auf eine andere Strategie: dezentrale Datenverarbeitung. Heinz Nixdorf erkannte früh das Potenzial kleinerer, spezialisierter Computersysteme, die näher am Anwender waren. Nixdorf-Systeme waren oft flexibler, benutzerfreundlicher und speziell auf die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen zugeschnitten. Sie boten innovative Lösungen für Bereiche wie Banken, Handel und Industrie. Nixdorf Computer war bekannt für seine hohe Qualität und seinen exzellenten Kundenservice, was dem Unternehmen eine starke Position im Wettbewerb mit den großen amerikanischen Konzernen verschaffte. Die Geschichte von Nixdorf ist eine spannende Erzählung über Ingenieursgeist, kundenorientierte Entwicklung und den Mut, einen eigenen Weg zu gehen – "Made in Germany".
Damit schließen wir den zweiten Teil unserer Serie ab. Wir haben gesehen, wie der Computer den Sprung vom Großrechner zum Personal Computer schaffte und wie sowohl globale Giganten als auch lokale Champions diesen Übergang prägten.
Im nächsten Teil tauchen wir ein in den Heimcomputer-Boom und den erbitterten Kampf um die Wohnzimmer, angeführt von Giganten wie Atari und Commodore!
Welche Erinnerungen habt ihr an die frühen PCs oder an Nixdorf-Systeme? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren!
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