Pioniere der ComputerzeitTeil 3: Der Heimcomputer-Boom – Atari, Commodore und der Kampf um die Wohnzimmer
Nachdem wir die Geburt des Personal Computers durch IBM und die beeindruckende Entwicklung von Nixdorf Computer kennengelernt haben, tauchen wir nun in eine Ära ein, die den Computer für Millionen von Menschen zugänglich machte und den Grundstein für die digitale Unterhaltung legte. Die 1970er und 80er Jahre waren geprägt von einem explosionsartigen Wachstum im Heimcomputersektor, und zwei Namen dominierten diese aufregende Zeit: Commodore und Atari.
Commodore: Der Volkscomputer und sein Charisma
Kaum ein Unternehmen prägte die Heimcomputer-Ära so sehr wie Commodore International. Unter der visionären, wenn auch oft kontroversen Führung von Jack Tramiel verfolgte Commodore ein klares Ziel: Computer für die Massen zu produzieren – und das zu Preisen, die sich jeder leisten konnte.
Alles begann mit dem PET 2001 Ende der 70er Jahre, einem der ersten All-in-One-Heimcomputer. Ihm folgte der VIC-20, der als erster Computer weltweit die Eine-Million-Verkaufsmarke knackte. Doch der wahre Star war der legendäre Commodore 64 (C64), der 1982 auf den Markt kam. Mit schätzungsweise 17 bis 30 Millionen verkauften Einheiten gilt er bis heute als das meistverkaufte Einzelcomputermodell aller Zeiten. Der C64 bot für seine Zeit beeindruckende Grafik- und Soundfähigkeiten, was ihn zur idealen Plattform für Spiele machte. Er war aber auch ein ernstzunehmendes Werkzeug für Programmieranfänger und Bastler. Commodore schaffte es, leistungsfähige Computer zu erschwinglichen Preisen anzubieten und eroberte damit unzählige Wohnzimmer weltweit. Seine Geschichte ist geprägt von genialer Ingenieurskunst, aggressivem Marketing und einem tiefen Verständnis für den Wunsch der Menschen nach bezahlbarer Technologie.
Atari: Vom Arcade-König zum Heimcomputer-Pionier
Atari war bereits vor dem Heimcomputer-Boom ein bekannter Name – als unangefochtener König der Arcade-Spiele. Gegründet von Nolan Bushnell und Ted Dabney, revolutionierten sie mit Hits wie Pong (dazu später mehr!) die Unterhaltungsbranche. Doch Ataris Ambitionen reichten über die Spielhallen hinaus.
Mit der Atari 2600 (VCS), die 1977 auf den Markt kam, revolutionierte Atari den Videospielkonsolenmarkt und brachte Spielspaß in Millionen von Haushalten. Die Konsole wurde zum Synonym für Heimvideospiele und prägte eine ganze Generation von Spielern. In den frühen 1980er Jahren wagte Atari dann auch den Sprung in den Heimcomputermarkt, um mit Commodore und anderen Konkurrenten mitzuhalten. Modelle wie der Atari 400 und Atari 800 waren technologisch fortschrittlich, hatten aber Schwierigkeiten, sich gegen Commodores aggressiver Preisgestaltung durchzusetzen. Ataris Geschichte ist eine Achterbahnfahrt aus unglaublichen Erfolgen, kühnen Innovationen und letztlich auch den Herausforderungen eines hart umkämpften Marktes. Dennoch bleibt der Einfluss von Atari auf die digitale Unterhaltung unbestreitbar.
Das war der dritte Teil unserer Serie, in dem wir die spannende Ära der Heimcomputer und den Wettbewerb zwischen zwei echten Schwergewichten beleuchtet haben.
Im nächsten Teil tauchen wir noch tiefer in die Welt des interaktiven Entertainments ein und lernen die wahren Väter der Videospiele kennen: Ralph Baer und Nolan Bushnell sowie die erste Heimkonsole, die Magnavox Odyssey!
Welcher Heimcomputer hat eure Jugend geprägt, oder habt ihr vielleicht sogar einen Commodore 64 oder einen Atari 2600 besessen? Erzählt uns eure Geschichten in den Kommentaren!
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