Haltungsjournalismus: Eine Liebeserklärung
*(Der Titel ist ironisch. Falls das nicht klar war – herzlich willkommen in der Zielgruppe.)* --- Wie schön ist es doch, morgens die Zeitung aufzuschlagen – oder die entsprechende App zu öffnen, denn Papier ist ja auch irgendwie Haltung – und zu wissen, was man denken soll. Kein mühsames Abwägen, kein lästiges Vergleichen von Quellen, kein anstrengendes Selberdenken. Einfach konsumieren. Der Journalist hat bereits gefühlt, und dieses Gefühl teilt er nun großzügig mit der Welt. Das nennt sich dann: Einordnung. Früher, in finsteren Zeiten, gab es da draußen einen Mann namens Hanns Joachim Friedrichs. Der hatte so eine altmodische Vorstellung vom Journalismus. Er meinte tatsächlich – man höre und staune –, ein Journalist solle sich **mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten.** Was für ein reaktionärer Unsinn! Was für eine gefährliche Idee! Distanz? Neutralität? Bloßes Berichten? Das klingt ja fast nach Respekt gegenüber dem Leser. > *„Einen guten Journalisten erkennt ...