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Warum Smart-City-Projekte der öffentlichen Hand zum Scheitern verurteilt scheinen

Das Entsetzen im Konstanzer Gemeinderat war groß. Kurz vor Weihnachten diskutierten die Stadträte erstmals in öffentlicher Sitzung über den Stand des Programms Smart Green City – und was dabei deutlich wurde, gleicht einem Offenbarungseid: Vier Jahre nach dem Start des ursprünglich auf 15 Millionen Euro angelegten Digitalisierungsprogramms gibt es kaum konkrete Ergebnisse. Sieben Projekte sind komplett gestoppt, aus sieben weiteren kommt die Stadt nicht heraus, und nur auf vier Vorhaben ruhen noch Hoffnungen. Die Reaktionen der Stadträte sprechen Bände: "Massives System-, Organisations- und Führungsversagen", "Flurschaden", "Desaster", "Geldverschwendung zulasten der Steuerzahler". Was in Konstanz passiert ist, wirft eine fundamentale Frage auf: Sind Smart-City-Projekte der öffentlichen Hand von vornherein zum Scheitern verurteilt? ## Konstanz: Ein exemplarisches Desaster Das Konstanzer Smart Green City-Programm sollte ein Leuchtturmprojekt werde...

Warum wir mehr Don Alphonso brauchen: Ein Plädoyer für unbequeme Stimmen im deutschen Journalismus

  In einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs zunehmend polarisiert und die Meinungsvielfalt in den Medien scheinbar schrumpft, ist es wichtig, über jene Stimmen zu sprechen, die bewusst gegen den Strom schwimmen. Eine solche Stimme ist Rainer Meyer, besser bekannt unter seinem Pseudonym Don Alphonso – ein Journalist und Blogger, der seit Jahren die deutsche Medienlandschaft mit seiner provokanten und oft kontroversen Art prägt. ## Die Kraft des Widerspruchs Don Alphonso verkörpert eine journalistische Tradition, die in Deutschland immer seltener wird: die des bewussten Widerspruchs. Rainer Meyer war von 2009 bis 2018 für die FAZ als Blogger aktiv und schreibt heute für die Welt, wo er regelmäßig Themen aufgreift, die andere Medien meiden oder nur oberflächlich behandeln. Seine Stärke liegt darin, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und heilige Kühe der deutschen Meinungsbildung zu schlachten. Diese Art des Journalismus ist nicht nur legitim, sondern notwendig. In einer demokratis...

Gurkenwasser gegen Glätte: Nürnbergs konsequente Innovationsverweigerung

## Oder: Warum man in der Noris lieber auf'm Arsch landet als mal was Neues zu probieren **Triggerwarnung:** Mein kongenialer Podcast-Partner Steve würde mir jetzt wieder ins Wort fallen und sagen: "Jetzt mach mal halblang, du kannst die Leute doch nicht so heftig angehen!" Tja, Steve, zu spät. Die Wahrheit muss raus, und zwar in voller Salzlake. --- Gurkenwasser auf Straßen? In Nürnberg? Sind wir hier in einem Innovationslabor oder was? Nein, nein, nein! Das haben wir schon immer nicht gemacht, also machen wir das auch jetzt nicht. Ende der Durchsage. Basta. Aus. Finito. Während andere Kommunen kreativ werden und sich denken "Hey, vielleicht können wir die saure Brühe, die sonst im Abfluss landet, sinnvoll nutzen UND dabei noch Salz sparen", sitzt man in Nürnberg vermutlich gerade in einer 47-köpfigen Arbeitsgruppe und diskutiert, ob man überhaupt über die Möglichkeit nachdenken sollte, darüber nachzudenken, eventuell mal zu evaluieren, ob man in Erwägung ziehe...

Warum Deutschland mehr Dieter Nuhr brauchen: Ein Plädoyer für den kritischen Humor

  In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Polarisierung und Empörung geprägt sind, ist Dieter Nuhr zu einer besonderen Stimme in der deutschen Medienlandschaft geworden. Der Kabarettist und Satiriker verkörpert etwas, was unsere Gesellschaft dringend braucht: den Mut zur unbequemen Wahrheit und die Fähigkeit, komplexe Themen mit Humor zu durchleuchten. ## Der Wert des kritischen Denkens Nuhr ist bekannt dafür, dass er nicht nur eine Seite beleuchtet, sondern verschiedene Perspektiven einbezieht. Seine Beobachtungen zu gesellschaftlichen Entwicklungen - sei es zu Klimaschutz, Digitalisierung oder politischen Trends - zeichnen sich durch eine analytische Schärfe aus, die über oberflächliche Meinungsmache hinausgeht. Er stellt unbequeme Fragen und hinterfragt auch die eigenen Überzeugungen. In einer Zeit, in der viele Menschen in ihren Filterblasen leben und hauptsächlich Informationen konsumieren, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen, wirkt Nuhrs Ansatz wie ein ...

Warum wir mehr Ulf Poschardt brauchen

In einer Zeit, in der der öffentliche Diskurs zunehmend von Konformitätsdruck und vorauseilender Selbstzensur geprägt ist, braucht Deutschland mehr Stimmen wie die von Ulf Poschardt. Der aktuelle Herausgeber von Welt, Politico und Business Insider verkörpert eine Art des Journalismus, die heute seltener wird: unbequem, provokant und kompromisslos in der Kritik. ## Der Mut zur Provokation Poschardt scheut sich nicht davor, etablierte Narrative zu hinterfragen. Mit seinem aktuellen Buch "Shitbürgertum" greift er das politische und gesellschaftliche Establishment frontal an – so scharf, dass sogar sein ursprünglicher Verlag kalte Füße bekommen hat. Diese Episode zeigt exemplarisch, worum es geht: Poschardt sagt, was andere denken, aber nicht zu äußern wagen. Seine Kritik am "Shitbürger" – jenem neuen Sozialcharakter, der sich als moralisch überlegener Weltverbesserer inszeniert – trifft einen Nerv. Dabei geht es nicht um billige Polemik, sondern um eine fundamentale Au...

Warum wir mehr Anna Schneider und Julia Ruhs im deutschen Journalismus brauchen

Der deutsche Journalismus steht vor einer wichtigen Herausforderung: Wie können wir eine pluralistische Medienlandschaft erhalten, die unterschiedliche Perspektiven und Denkansätze widerspiegelt? Die Antwort liegt nicht in der Gleichschaltung von Meinungen, sondern in der bewussten Förderung diverser Stimmen – auch und gerade solcher, die gegen den Mainstream schwimmen. ## Neue Stimmen in etablierten Medien Anna Schneider und Julia Ruhs repräsentieren eine Generation von Journalistinnen, die bereit sind, unbequeme Fragen zu stellen und etablierte Narrative zu hinterfragen. Anna Schneider, die seit 2021 als "Chefreporterin Freiheit" bei der Welt arbeitet, hat sich einen Namen gemacht mit ihrer klaren Haltung zu Meinungsfreiheit und liberalen Werten. Julia Ruhs, die beim Bayerischen Rundfunk tätig ist und regelmäßig für Focus schreibt, bringt als konservative Stimme im öffentlich-rechtlichen Bereich eine wichtige Perspektive ein. ## Warum Meinungsvielfalt essentiell ist In eine...

Warum das Ende des Hoss & Hopf Podcasts bedauerlich ist – und was wir daraus lernen können

Die Nachricht vom Ende des Hoss & Hopf Podcasts hat Wellen geschlagen. Für viele Hörer bedeutet es das Ende einer vertrauten Stimme in der deutschen Podcast-Landschaft. Und ja, ich finde es schade – aus mehreren Gründen, die über die reine Unterhaltung hinausgehen. ## Kontroverse Meinungen gehören zur Debatte In einer funktionierenden Demokratie müssen auch kontroverse Meinungen geäußert werden dürfen. Das ist kein Freibrief für alles, aber es ist die Grundlage für echten Diskurs. Hoss & Hopf haben polarisiert, keine Frage. Aber genau das hat auch Gespräche ausgelöst, zum Nachdenken angeregt und Menschen gezwungen, ihre eigenen Positionen zu hinterfragen oder zu verteidigen. ## Meinungsfreiheit bedeutet auch: Aushalten können Ich persönlich fand längst nicht alles gut oder sinnvoll, was die beiden im Podcast behandelt oder von sich gegeben haben. Aber genau darum geht es bei Meinungsfreiheit: Sie muss auch das aushalten, was uns nicht passt, womit wir nicht übereinstimmen. Die ...