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Passierschein A38 für ein Päckchen nach Salzburg

  Wie Brüssel eine Pflicht erfand, ihr am Starttag selbst nicht mehr traute und nun eine Ausnahme für sie sucht Es gibt diese Szene in „Asterix erobert Rom“, die jeder aus meiner Generation kennt. Asterix und Obelix sollen im Haus, das Verrückte macht, den Passierschein A38 besorgen. Sie werden von Schalter zu Schalter geschickt, von Etage zu Etage, von Beamtem zu Beamtem, bis klar wird, dass es nie um das Formular ging. Das Ziel war der Wahnsinn selbst. Als Kind hielt ich das für eine Übertreibung. Heute weiß ich, es war ein Dokumentarfilm. Nur mit der falschen Hauptstadt. Die aktuelle Folge spielt in Brüssel und heißt EU-Verpackungsverordnung. Sie hat alles, was ein guter Asterix-Band braucht: eine Pflicht, die niemand befolgen soll, eine Behörde, die vor ihrem eigenen Werk warnt, und am Ende kleine Händler, die einfach nicht mehr ins Ausland verschicken. Nur der Zaubertrank fehlt. Was beschlossen wurde Seit dem 12. August 2026 gilt die Verordnung (EU) 2025/40, kurz PPWR, un...

Folge 4: Amerika – Die Brücke zwischen den Welten

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Wunderschön! Nach den eisigen Gipfeln des Himalaya fliegen wir nun über den Atlantik. In dieser Folge geht es um eine Verbindung, die die Weltmeere trennte und das Klima in Europa erst gemütlich machte. Stellen Sie sich vor, Nord- und Südamerika waren fast 200 Millionen Jahre lang völlig voneinander getrennt. Südamerika war ein Inselkontinent, ähnlich wie Australien heute – ein Labor für bizarre Tierarten, die es nirgendwo sonst gab. Doch dann hob sich eine schmale Landbrücke aus dem Meer: der Isthmus von Panama. Geologie: Eine Brücke aus dem Feuer Vor etwa 3 Millionen Jahren schloss sich die Lücke zwischen den beiden Kontinenten. Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis extremer tektonischer Aktivität:  * Die Kollision: Die Pazifische Platte schob sich unter die Karibische Platte.  * Vulkanismus: Durch diesen Druck entstanden Unterwasservulkane, die langsam so viel Material anhäuften, bis sie die Meeresoberfläche durchbrachen und eine Landbrücke bildeten.  * Der Verschl...

Folge 3: Eurasien – Wenn Giganten kollidieren

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​In den letzten beiden Folgen sahen wir, wie das Auseinanderbrechen von Pangäa neue Ozeane schuf. Heute betrachten wir das genaue Gegenteil. Wir reisen an einen Ort, an dem ein Ozean verschwand und stattdessen die höchsten Gipfel der Welt entstanden: der Himalaya. ​Diese Folge ist die Geschichte einer der gewaltigsten Karambolagen der Erdgeschichte. ​Geologie: Der Kontinent, der nicht bremsen wollte ​Stellen Sie sich vor, Indien war einst ein geologischer Raser. Nach dem Zerfall von Pangäa trennte es sich von Madagaskar und raste mit der (geologisch astronomischen) Geschwindigkeit von über 15 Zentimetern pro Jahr nach Norden. ​Ihr Ziel: Eurasien. ​Das Tethys-Meer verschwindet: Zwischen Indien und Eurasien lag ein riesiger Ozean, die Tethys. Als Indien nach Norden drückte, wurde der Ozeanboden unter Eurasien gedrückt (Subduktion). ​Der Aufprall: Vor etwa 50 Millionen Jahren war der Ozean weg. Indien knallte frontal in Eurasien. Aber Kontinente sind zu leicht, um in den Mantel abzutauche...

Bitte haben Sie noch etwas Geduld: Notizen aus der Servicewüste

  Es gibt Themen, die liegen eine Weile in der Luft, bis jemand sie aufhebt. Die Servicewüste ist so eins. Der Hon spricht in seinen Beiträgen immer wieder davon, wenn er von Hotelaufenthalten oder Flügen erzählt, bei denen Service eher behauptet als erbracht wird. Und vor ein paar Tagen hat mein hochgeschätzter Freund Achim Hepp auf LinkedIn eine Geschichte aufgeschrieben, die so exemplarisch ist, dass man sie in jedes Lehrbuch für Kundenservice aufnehmen sollte. Als Negativbeispiel, versteht sich. Achims kleine Reise durch die Zuständigkeiten Achim hatte über Expedia einen United-Flug ab Frankfurt gebucht, mit einem Zubringer der Lufthansa. Der Flug wurde gestrichen. Erfahren hat er das nicht etwa per Mail oder SMS, sondern am Vortag beim Versuch, einzuchecken. Es folgte eine Stunde Chat mit der Lufthansa. Auf Englisch, weil der Mitarbeiter kein Deutsch sprach. Bei einer deutschen Airline. Das Ergebnis: Es handle sich um ein United-Ticket, man sei nicht zuständig. Also weiter...

Angekommen auf der falschen Seite

  Danke, wir brauchen euch jetzt nicht mehr Es gibt Sätze, die man nicht plant. Sie stehen irgendwann einfach im Raum, meistens abends, meistens nach einem Artikel zu viel. Bei mir lautete er neulich: Ich fühle mich auf der falschen Seite angekommen. Nicht auf der falschen Seite einer Debatte. Das kenne ich, das gehört zum Bloggen dazu. Sondern auf der falschen Seite einer Entwicklung. Man steht nicht mehr da, wo die Dinge entstehen, sondern da, wo sie ankommen. Fertig, verpackt, mit fremdem Typenschild. Ich habe in den vergangenen Monaten mehrfach darüber geschrieben, ohne es so zu nennen. Über die Luftfracht, die buchstäblich an Deutschland vorbeifliegt. Über einen kalifornischen Chiphersteller, der an der Börse mehr wert ist als alles, was dieses Land in einem Jahr erwirtschaftet. Über Mobilfunknetze, für die Europa gerade noch zwei eigene Ausrüster hat und trotzdem darüber streitet, wer hinein darf. Jeder dieser Beiträge stand für sich. Zusammen ergeben sie ein Bild, das mi...

Folge 2: Afrika – Der Riss im Herzen des Kontinents

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​Stellen Sie sich vor, Sie stehen in der kargen Afar-Senke in Äthiopien. Unter Ihren Füßen bebt die Erde nicht nur gelegentlich – sie zerreißt. Hier wird Geologie zur Live-Show. Afrika ist im Begriff, seinen "östlichen Arm" zu verlieren. ​Geologie: Ein Kontinent auf dem Scheideweg ​Was wir hier sehen, ist das East African Rift System (EARS). Es ist, als würde man versuchen, ein Stück zähes Toffee in zwei Richtungen zu ziehen. ​Der Drei-Platten-Tanz: Drei tektonische Platten (die Arabische, die Nubische und die Somalische Platte) driften voneinander weg. In der Mitte entsteht ein tiefes Tal. ​Die Geburt eines Ozeans: Wenn dieser Prozess so weitergeht – und die Geologie hat einen langen Atem –, wird das Rote Meer das Tal fluten. In etwa 10 Millionen Jahren wird der Osten Afrikas eine riesige Insel sein, getrennt durch einen brandneuen Ozean. ​Tierwelt: Evolution unter Hochdruck ​Dieser Riss hat die Weltgeschichte mehr beeinflusst als jeder Krieg. Warum? Weil er das Klima und da...

Aus der Zentrale für Hörerfragen: Die Lösung für alle Fachkräfte-Sorgen?

Frage an Radio Eriwan: Hörer S. aus Mittelfranken möchte wissen: Ist es korrekt, dass sächsische Unternehmen vor lauter Verzweiflung über den Fachkräftemangel bereits händeringend darauf warten, hochqualifizierte Ingenieurinnen aus Indien mit einem Willkommenspaket aus 3-seitigen PDFs zu empfangen? Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Allerdings mit ein paar kleinen Ausnahmen:  * Erstens warten die Unternehmen meist händeringend auf ganz andere Dinge – zum Beispiel darauf, dass man erst einmal das vorhandene Potenzial vor Ort qualifiziert und den eigenen Nachwuchs oder Umschüler an die Hand nimmt, statt weltweite Fernreisen per PowerPoint zu planen.  * Zweitens ist das größte Problem oft nicht das fehlende Willkommenspaket, sondern die Tatsache, dass manche Ratschläge aus dem sonnigen Homeoffice auf Mallorca offenbar jeden Blick für die reale Basis in der deutschen Provinz vermissen lassen.  * Und drittens: Wer seit Jahren glaubt, mit theoretischen HR-Ratgebern und Ra...