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Warum wir alle mehr Niccolò Machiavelli lesen sollten

Niccolò Machiavelli ist vermutlich einer der am meisten missverstandenen Denker der Weltgeschichte. Sein Name wurde zum Synonym für skrupellose Machtpolitik, seine Ideen gelten als zynisch und manipulativ. Doch wer sich tatsächlich mit den Werken des florentinischen Philosophen beschäftigt, entdeckt einen scharfsinnigen Analytiker menschlicher Natur und politischer Realitäten, dessen Einsichten heute relevanter sind denn je. ## Der Mythos vom bösen Machiavelli Der Begriff "machiavellistisch" hat sich in unserer Sprache als Beschreibung für rücksichtslose, betrügerische Machenschaften etabliert. Diese Interpretation beruht jedoch auf einer oberflächlichen Lesart, die Machiavellis komplexe Gedankenwelt auf wenige provokante Aussagen reduziert. Tatsächlich war Machiavelli ein leidenschaftlicher Republikaner, der die Korruption seiner Zeit scharf kritisierte und nach Wegen suchte, stabile und gerechte Regierungsformen zu schaffen. ## Realismus statt Idealismus Machiavellis größte...

Ein unschlagbares Duo: Warum Schimanski und Thanner unvergessen bleiben und heutige Tatorte verblassen

Für viele Tatort-Fans gibt es eine unumstößliche Wahrheit: Horst Schimanski und Christian Thanner aus Duisburg waren das beste Ermittlerteam, das die Krimireihe je hervorgebracht hat. Und ja, ich stimme dem vollkommen zu! Während die aktuellen Ausgaben des Sonntagabendkrimis oft bemüht wirken, den Geist vergangener Tage einzufangen, erreichen sie nicht mal ansatzweise die Magie, die "Schimmi", Thanner und "Hänschen" auf dem Bildschirm entfachten. Was machte dieses Team so einzigartig und unvergesslich? Es war die perfekte Symbiose aus Gegensätzen, die auf eine Art und Weise harmonierte, die man selten zuvor und danach im deutschen Fernsehen gesehen hat. Schimanski: Der Rebell mit Herz Götz George als Horst Schimanski war eine Naturgewalt. Er war der unangepasste, oft rüpelhafte Kommissar, der nach seinen eigenen Regeln spielte. Mit seinem beigen Parka, den lockeren Sprüchen und seiner direkten Art brach er mit allen Konventionen des deutschen Fernsehkommissars. Schi...

Pioniere der ComputerzeitFazit: Das Erbe der Pioniere – Wie ihre Vision unsere Welt prägt

Wir haben eine unglaubliche Reise unternommen, die uns von den Anfängen der mechanischen Rechenmaschinen bis zu den ersten digitalen Giganten und schließlich in die Wohnzimmer mit Heimcomputern und Videospielen geführt hat.  In den vergangenen Teilen unserer Serie haben wir die Geschichten von brillanten Köpfen und mutigen Unternehmen kennengelernt, die oft gegen Widerstände und mit begrenzten Mitteln Großes vollbracht haben. Von Konrad Zuses einsamer, aber wegweisender Arbeit an den ersten programmierbaren Rechnern in Deutschland bis zu Alan Turings mathematischen Grundlagen der Informatik und seiner kriegsentscheidenden Entschlüsselungsarbeit in Bletchley Park – die theoretischen und ersten praktischen Fundamente wurden in Zeiten des Umbruchs gelegt. IBM und NCR zeigten uns, wie die systematische Datenverarbeitung mit Lochkarten und später den ersten Großrechnern die Geschäftswelt revolutionierte und die Ära des "Big Iron" einläutete.  Später wagte sich IBM mit dem IBM PC a...

Pioniere der ComputerzeitTeil 5: Japan mischt den Markt auf – Sega, Nintendo und die Konsolenkriege

Nachdem wir uns durch die Ära der Großrechner, die Geburt des PCs und die Anfänge der Videospiele gekämpft haben, erreichen wir nun einen Höhepunkt der digitalen Unterhaltung: die Zeit, in der zwei japanische Giganten den Markt für Videospielkonsolen dominierten und eine Rivalität entfachten, die als die "Konsolenkriege" in die Geschichte eingehen sollte. Nintendo: Vom Spielkartenhersteller zum globalen Gaming-Imperium Die Geschichte von Nintendo ist wohl eine der bemerkenswertesten in der gesamten Technologiebranche. Gegründet bereits im Jahr 1889, stellte das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg handgemachte Spielkarten her. Ein langer Weg bis zum Videospielgiganten! In den 1970er Jahren wagte Nintendo erste Schritte in den elektronischen Unterhaltungsmarkt mit Arcade-Spielen wie "Donkey Kong". Doch ihr größter Coup gelang ihnen nach dem großen Videospiel-Crash von 1983, der den US-Markt beinahe zum Erliegen brachte. Mit dem Nintendo Entertainment System (NES), in J...

Pioniere der ComputerzeitTeil 4: Die Geburt des interaktiven Entertainments – Videospiele erobern die Welt

Nachdem wir im letzten Teil gesehen haben, wie Heimcomputer die Wohnzimmer eroberten, tauchen wir nun tiefer in die Welt der digitalen Unterhaltung ein. Dieser Teil widmet sich den Visionären und Unternehmen, die das Konzept der Videospiele von einer Nische zur Massenunterhaltung machten und damit eine völlig neue Industrie schufen. Ralph Baer: Der "Vater der Videospiele" Bevor es Atari gab und Konsolen zum Mainstream wurden, gab es Ralph Baer. Er ist ohne Zweifel der "Vater der Videospiele". Wir reisen zurück in die 1960er Jahre, als Baer als Ingenieur bei Sanders Associates eine kühne und für die damalige Zeit geradezu revolutionäre Idee hatte: interaktive Spiele auf dem heimischen Fernseher. Während andere noch in riesigen Computern dachten, sah Baer das Potenzial des Fernsehgeräts als Unterhaltungsplattform. Er entwickelte die sogenannte "Brown Box", einen Prototyp, der bereits viele Merkmale moderner Konsolen aufwies. Aus dieser Entwicklung entstand 1...

Pioniere der ComputerzeitTeil 3: Der Heimcomputer-Boom – Atari, Commodore und der Kampf um die Wohnzimmer

Nachdem wir die Geburt des Personal Computers durch IBM und die beeindruckende Entwicklung von Nixdorf Computer kennengelernt haben, tauchen wir nun in eine Ära ein, die den Computer für Millionen von Menschen zugänglich machte und den Grundstein für die digitale Unterhaltung legte. Die 1970er und 80er Jahre waren geprägt von einem explosionsartigen Wachstum im Heimcomputersektor, und zwei Namen dominierten diese aufregende Zeit: Commodore und Atari. Commodore: Der Volkscomputer und sein Charisma Kaum ein Unternehmen prägte die Heimcomputer-Ära so sehr wie Commodore International. Unter der visionären, wenn auch oft kontroversen Führung von Jack Tramiel verfolgte Commodore ein klares Ziel: Computer für die Massen zu produzieren – und das zu Preisen, die sich jeder leisten konnte. Alles begann mit dem PET 2001 Ende der 70er Jahre, einem der ersten All-in-One-Heimcomputer. Ihm folgte der VIC-20, der als erster Computer weltweit die Eine-Million-Verkaufsmarke knackte. Doch der wahre Star ...

Pioniere der ComputerzeitTeil 2: Der PC klopft an die Tür – IBM und die Geburt eines neuen Marktes

Nachdem wir im ersten Teil die grundlegenden Konzepte der Berechnung und die ersten großen Rechenmaschinen kennengelernt haben, widmen wir uns in diesem Teil der Revolution, die den Computer aus den riesigen, klimatisierten Räumen der Konzerne in die Büros und Wohnzimmer brachte. Eine Ära, in der der Personal Computer seinen Siegeszug antrat und die digitale Welt für jedermann zugänglich machte. IBM PC: Wie ein Gigant den Personal Computer definierte IBM (International Business Machines) war bereits ein etablierter Gigant im Bereich der Großrechner, als der Markt für Personal Computer in den späten 1970er Jahren zu florieren begann. Doch der Konzern hatte anfangs Schwierigkeiten, in diesem neuen, schnelllebigen Segment Fuß zu fassen. Das änderte sich schlagartig im Jahr 1981 mit der Einführung des IBM Personal Computer, kurz IBM PC. Die Entstehungsgeschichte des IBM PC ist faszinierend: Um schnell auf den Markt reagieren zu können, entschied sich IBM für einen unkonventionellen Ansatz....