Karstadt: Der kühle Riese aus dem Norden
Wenn wir über Hertie und Kaufhof gesprochen haben, fehlt noch das letzte Puzzlestück. Der Name, der am längsten an den Fassaden hing. Der Riese, der Hertie schluckte und sich am Ende mit Kaufhof vereinen musste: Karstadt. Anders als bei den Tietz-Familien (Hertie/Kaufhof) begann diese Geschichte nicht mit Luxus und Prunk, sondern mit norddeutscher Nüchternheit und einem radikalen Spar-Prinzip. 1. Das Prinzip „Wismar“ (1881) Am 14. Mai 1881 eröffnete Rudolph Karstadt in Wismar sein erstes „Tuch-, Manufaktur- und Konfektionsgeschäft“. Rudolph hatte wenig Startkapital, aber er hatte eine Idee, die den Handel erschütterte. Damals war es üblich, beim Einkaufen zu handeln („Feilschen“) und anschreiben zu lassen (Kredit). Das machte Waren teuer, weil Händler das Risiko von Zahlungsausfällen einkalkulieren mussten. Rudolph Karstadt drehte den Spieß um: * Nur Barzahlung: Sofortiges Geld. * Festpreise: Kein Feilschen. * Niedrige Preise: Er kalkulierte mit minimalem Gewinn pro St...